Bewegungstherapiegerät
Bewegungstherapiegerät
Bewegungstherapiegerät

Therapeutische, motorbetriebene und softwaregesteuerte Bewegungstherapiegeräte werden vermehrt zur Unterstützung der Physiotherapie und der medikamentösen Therapie eingesetzt.[1] Sie werden hauptsächlich bei Patienten mit neurologischen (z. B. Schlaganfall oder Multiple Sklerose) bzw. neuromuskulären (z. B. Muskeldystrophien) Krankheiten oder körperlicher Behinderung eingesetzt. Bewegungstherapiegeräte können sowohl in Einrichtungen als auch privat zu Hause eingesetzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Indikationen

Bewegungstherapiegeräte werden bei Lähmungserscheinungen oder neuromuskulären Erkrankungen mit weitgehendem Funktionsverlust der Bein- und/oder Armbeweglichkeit angewandt. Aufgrund der Erkrankung treten diese Bewegungsdefizite hauptsächlich bei Patienten mit Multipler Sklerose, Apoplex (Schlaganfall), Querschnittlähmung, spastischer Lähmung, Muskelerkrankungen, Schädel-Hirn-Trauma, Cerebralparese, Parkinson-Krankheit, Spina bifida, Polyneuropathie, Guillain-Barré-Syndrom, Poliomyelitis, Muskeldystrophie, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) etc. oder bei Immobilität aufgrund orthopädischer Erkrankungen und allgemeinem Bewegungsmangel auf. Außerdem werden Bewegungstherapiegeräte vermehrt in der Kardiologie, der Dialyse und auf Intensivstationen eingesetzt. Spezielle fremdkraftbetriebene Bewegungstherapiegeräte sind ein von der Krankenkasse anerkanntes Hilfsmittel und somit im Hilfsmitteverzeichnis der gesetzlichen Krankenkassen aufgeführt.

Therapienutzen

Der Nutzen von Bewegungstherapiegeräten liegt darin Folgen von Bewegungsmangel (z.B. Durchblutungsstörungen, Gelenkversteifungen, Muskelabbau und Verdauungsprobleme etc.) zu lindern, die Gehfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern, die Muskulatur zu locken und auch Spasmen zu reduzieren, Restmuskelkräfte zu entdecken und zu fördern und die Psyche und das Wohlbefinden zu stärken.

Passiv-Training

Hierbei werden die Beine (bzw. Arme) vom Motor durchbewegt. Vor allem bei spastischen Lähmungen und als Vorbereitung auf eine Physiotherapie wirkt sich diese passive Gymnastik sehr positiv aus. Die Beine (oder Arme) können gelockert werden, der Muskeltonus kann sich regulieren und senken.

Assistiv-Training (Motorunterstütztes Aktiv-Training)

Mit Hilfe des Assistiv-Trainings (motorunterstütztes Aktiv-Training) können auch Anwender mit geringen Eigenkräften selbst aktiv (mit Motorunterstützung) trainieren. Die Anwender bringen ihre vorhandene Muskelkraft ein und mit Hilfe des Motors und einer speziellen Software kann in vielen Fällen eine Beschleunigung der Pedale erreicht werden. Patienten im Rehabilitationsprozess können bereits früh beginnen, auch geringste Muskelkraft selbst einzusetzen und zu fördern.

Aktiv-Training

Beim ergometerähnlichen Aktiv-Training tritt die Person am Gerät mit eigener Muskelkraft gegen einen fein einstellbaren Bremswiderstand. Bei einigen Bewegungstherapiegeräten wird die eigene Leistung auf dem Bildschirm angezeigt. Dies kann beispielsweise in Form von Distanz, Leistung, Kalorienverbrauch oder Symmetrie (zeitgleiche Anzeige der Aktivleistung getrennt für die rechte und linke Seite) der Beine oder Arme, dargestellt werden.

Einzelnachweise

  1. Kamps A.: Zyklisches Bewegungstraining der unteren Extremitäten in der Schlaganfallrehabilitation. In: Neurologische Rehabilitation, 2005, 11 (5), S. 259–269. hier online

Weblinks


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