Beyde Maryam I.

Ba'eda Mariam (* 1448; † 8. November 1478) war vom 26. August 1468 bis zu seinem Tod am 8. November 1478 Negus Negest (Kaiser) von Äthiopien sowie ein Mitglied der Solomonischen-Dynastie. Er wurde als Sohn von Zara Yaqob und Seyon Morgasa in Debre Berhan geboren.[1]

Zara Yaqob war mit zunehmendem Alter immer mehr davon überzeugt, dass seine Familienmitglieder sich gegen ihn verschwörten und ließ einige von ihnen ausprügeln. 1462 starb Seyon Morgasa, die Mutter von Baeda Mariam, an den Folgen dieser Misshandlungen. Baeda Mariam ließ seine Mutter im Geheimen in der Kirche Maqdesa Mariam unweit von Debre Berhan beerdigen und spendete der Kirche Weihrauch und andere Geschenke. Zara Yaqob richtete daraufhin seinen Zorn gegen Baeda Mariam bis Mitglieder der Äthiopischen-Orthodoxen Kirche die Kluft zwischen den beiden überbrückten. Letztlich bestimmte Zara Yaqob öffentlich Baeda Mariam zu seinem Nachfolger.

Da seine eigene Mutter tot war, ernannte Baeda Mariam eine Frau seines Vaters, Eleni, zur Königinmutter. Sie stellte sich als schlagkräftiges Mitglied der königlichen Familie heraus, und Paul B. Henze fügt dazu an, dass sie unter Baeda Mariam faktisch als gleichwertiger Herrscher agierte.[2] Gemäß Edward Ullendorff, gelang es Baeda Mariam jedoch nicht das riesige Kaiserreich seines Vaters zusammenzuhalten: einige der kurz zuvor eroberten, entlegenen Provinzen zeigten sich zunehmend widerspenstiger, die Feudalherren, welche Zara Yaqob für kurze Zeit zentral gelenkt hatte, machten ihre regionalen Ansprüche geltend und die obere Geistlichkeit, fiel zurück in die alten etablierten Handlungsweisen und kirchliche Organisation.[3]

Baeda Mariam verlegte seinen Hof ins Land der Gurage und nutzte ihn als Stützpunkt für Feldzüge in Dawaro und Bale. Diese regelmäßig unternommenen Feldzüge führten zu einem Friedensvertrag mit Muhammad, dem Sohn von Badlay ibn Sa'ad ad-Din. Die dadurch entstandene Ruhe an seinen südlichen Grenzen nutzte er um gegen die widerspenstigen Falaschen in den nördlichen Gebieten vorzugehen. Als Muhammad starb, kam es jedoch erneut zum Krieg mit Adal.

Baeda Mariam starb in Abasi Wera Gabayi und wurde in Atrousa Mariam am linken Ufer des Abbai beigesetzt. Sein Grabmal war bekannt für eine Darstellung von Maria und Christus die der nach Äthiopien ausgewanderte, venetianische Künstler Brancaleon ausgeführt hatte. Das Grab wurde später, 1709, bei einem Überfall der Oromo zerstört. Die Oromo plünderten die Kirche, versklavten oder töteten alle anwesenden Menschen und warfen den Sarg Baeda Mariams von den nahegelegenen Felsen.[4]

Literatur

  1. Seine Chronik ist durch Richard K. P. Pankhurst teilweise ins Englische übersetzt: The Ethiopian Royal Chronicles. Oxford University Press (Addis Abeba 1967).
  2. Paul B. Henze: Layers of Time, A History of Ethiopia. Palgrave (New York 2000), S.75.
  3. Edward Ullendorff: The Ethiopians: An Introduction to the Country and People. zweite Auflage Oxford University Press (London 1960), S. 70.
  4. E. A. Wallis Budge: A History of Ethiopia: Nubia and Abyssinia. 1928 Anthropological Publications (Oosterhout, Niederlande 1970), Seiten 313f.

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