Bezirk Broye
District de la Broye
District de la Broye
Basisdaten
Kanton: Freiburg
Hauptort: Estavayer-le-Lac
BFS-Nr.: 1001
Fläche: 173.88 km²
Einwohner: 24379 (2007)
Bevölkerungsdichte: 140.21 Einw./km²
Karte
Karte von District de la Broye

Der Broyebezirk ist einer der sieben Bezirke des Kantons Freiburg in der Schweiz. Der Bezirk wurde durch die kantonale Verfassung, die sich der Kanton Freiburg am 19. März 1848 gegeben hat, gegründet.

Deutsch: Broyebezirk; Französisch: District de la Broye.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Broyebezirk ist eine stark zersplitterte Region, die in der Waadtländische Broye eingebettet ist. Er besteht aus einem Zipfel am Saanebezirk angegliedert und aus drei Exklaven in der Waadt: Estavayer-le-Lac, Surpierre und Vuissens. Tours, eine vierte sehr kleine Exklave, zur Gemeinde Montagny gehörend, kommt noch hinzu.

Bevölkerung

Sprachen

Französisch ist die Hauptsprache in der Broye.

Sprache Anteil (1990) Anteil (2000)
Französisch 85.8 % 87.8 %
Deutsch 6.5 % 6.3 %
Italienisch 1.2 % 0.8 %
Übrige 6.5 % 5.1 %

Eine sehr kleine Minderheit spricht noch das Patois broyard (broyao). Statistiken der Volkszählung aus dem Jahre 1990 geben 169 Personen an.

Religionen - Konfessionen

Konfession Anteil (1990) Anteil (2000)
Römisch-katholisch 80.1 % 69.7 %
Protestantisch 13.7 % 15.3 %
Übrige oder ohne Konfession 6.2 % 15 %

Regierung

Estavayer-le-Lac (dt. Stäffis am See) mit 4656 Einwohner ist Hauptort und Verwaltungssitz des Bezirkes. Im Château de Chenaux befindet sich das Oberamt, das für die Erteilung von Bewilligungen (Bau, Jagd, Fischerei, Veranstaltungen, usw.) zuständig ist.

Wirtschaft

Der Dienstleistungssektor beschäftigt mit einem Anteil von mehr als 40 % die meisten Arbeitnehmer. Mit je ca 30 % teilen sich die Landwirtschaft und die Industrie (insbesondere Baugewerbe, Tabak, Elektrotechnik und Elektronik) den Rest.

Geschichte

Ein Einbaum aus der Mittleren Steinzeit (ca 6'200 v. Chr) gefunden in Estavayer-le-lac, bezeugt die frühe Besiedlung des Gebietes. Zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit in Portalban lassen den Schluss zu, dass der Mensch in der Region rasch sesshaft wurde.

Aus der Bronze- und Steinzeit wurden in Cheyres, Font, Estavayer-le-Lac, Autavaux, Gletterens und Portalban Fabrikationszentren für Schmuckgegenständen, Waffen (Äxte, Schwerter), Weberei und Töpferei gefunden.

Keltische und römische Funde sind ebenfalls zahlreich. Der Flurname Broye ist keltisch: Broye = brogia (Landwasser).

Ab 500 nach Chr. wurde die Christianisierung im ganzen Gebiet bemerkbar. Zu den ersten Kirchen gehören zum Beispiel Domdidier, Dompierre-le-Grand, Dompierre-le-Petit und Tours.

Die Lehnsherrschaft breitet sich ab dem Jahr 1000 aus. Es ist der Beginn der Burgenbauten. Mehrere Schlösser und Ruinen zeugen aus dieser Zeit. Nach den Burgunderkriegen nimmt der Einfluss Freiburgs zu. Im Jahre 1536 zerfällt die Broye in mehreren Stücke. Durch die Reformation bilden sich katholische Exklaven inmitten der waadtländischen Broye.

Ab dem 16. Jahrhundert wird das politische Geschehen von einigen sehr mächtigen Familien geleitet (Patriziat). Diese Macht zerfällt durch die französische Invasion Anfang 19. Jahrhundert.

Nach dem Sonderbundskrieg (1847) gibt sich der Kanton Freiburg eine neue Verfassung. Die Broye wird zu einem der sieben Bezirke und ist es in dieser Form bis heute geblieben. Am 19. März 1848 wurde die neue Verfassung des Kantons Freiburg in Kraft gesetzt. Dies ist auch die Geburtsstunde des Broyebezirk.

Gemeinden und Orte

Gemeinden

Zum Broyebezirk gehören 31 Gemeinden:

Name der Gemeinde Einwohner
(31. Dez. 2007)
Fläche in km²
Bussy 332 3.60
Châbles 608 4.80
Châtillon 327 1.30
Cheiry 351 6.49
Cheyres 963 5.16
Cugy 1304 9.91
Delley-Portalban 816 7.22
Domdidier 2358 8.96
Dompierre 678 4.45
Estavayer-le-Lac 4717 6.41
Fétigny 786 4.08
Font 335 2.52
Gletterens 745 3.02
Léchelles 594 8.75
Les Montets 1195 10.35
Lully 824 5.44
Ménières 301 4.33
Montagny 1965 17.52
Morens 150 2.58
Murist 510 8.20
Nuvilly 336 3.97
Prévondavaux 60 1.80
Rueyres-les-Prés 303 3.18
Russy 219 3.72
Saint-Aubin 1340 7.90
Sévaz 229 2.46
Surpierre 289 4.77
Vallon 315 3.51
Vernay 959 8.32
Villeneuve 306 3.54
Vuissens 164 5.62
Total (31) 24'379 173.88

Gemeindefusionen

Der Kanton Freiburg unterstützt mit Hilfe eines Fonds die Fusionen. Seit 1999 haben diese stark zugenommen.

Gemeindefusionen seit 1831:

Inkrafttreten (Datum) Alte Gemeinden Neue Gemeinde
1831 / 18531 Mannens + Grandsivaz Mannens / Mannens-Grandsivaz
1. Januar 1970 La Vounaise + Murist Murist
1. Januar 1981 Montborget + Murist Murist
1. Januar 1991 Les Friques + Saint-Aubin (FR) Saint-Aubin (FR)
1. Januar 1992 Franex + Murist Murist
1. Januar 2000 Montagny-la-Ville + Montagny-les-Monts Montagny (FR)
1. Januar 2004 Mannens-Grandsivaz + Montagny (FR) Montagny (FR)
1. Januar 2004 Aumont FR + Frasses + Granges-de-Vesin + Montet (Broye) Les Montets
1. Januar 2005 Delley + Portalban Delley-Portalban
1. Januar 2005 Chapelle (Broye) + Cheiry Cheiry
1. Januar 2005 Cugy (FR) + Vesin Cugy (FR)
1. Januar 2005 Praratoud + Surpierre Surpierre
1. Januar 2006 Autavaux + Forel (FR) + Montbrelloz Vernay
1. Januar 2006 Bollion + Lully (FR) + Seiry Lully (FR)

11831 haben Mannens und Grandsivaz zu Mannens fusioniert. 1853 wurde der Name zu Mannens-Grandsivaz geändert.

Bücher

  • Le district de la Broye fribourgeoise a 150 ans (1848-1998), Imprimerie Butty, Estavayer-le-Lac
  • Freiburg ein Kanton und seine Geschichte, 1991

Weblinks


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