Bezirk Hamburg-Eimsbüttel
Wappen von Hamburg-Eimsbüttel
Wappen von Hamburg

Hamburg-Eimsbüttel
Bezirk von Hamburg

Lage von Eimsbüttel in Hamburg
Koordinaten 53° 34′ 28″ N, 9° 57′ 34″ O53.5744444444449.959444444444420Koordinaten: 53° 34′ 28″ N, 9° 57′ 34″ O
Höhe 20 m ü. NHN
Fläche 50 km²
Einwohner 247.135 (2008)
Bevölkerungsdichte 4943 Einwohner/km²
Vorwahl 040
Adresse der
Verwaltung
Bezirksamt Eimsbüttel
Grindelberg 66
20144 Hamburg
Website http://www.hamburg.de/eimsbuettel/
Politik
Bezirksamtsleiter Dr. Jürgen Mantell (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksversammlung)
CDU SPD Grüne FDP Linke
19 15 10 3 4
Verkehrsanbindung
Autobahn
Bundesstraße
AKN Eisenbahn
S-Bahn Hamburg
U-Bahn Hamburg U 1 U 2 U 3
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Eines der Grindelhochhäuser mit dem Bezirksamt Hamburg-Eimsbüttel

Der Bezirk Eimsbüttel in Hamburg beherbergt die Universität Hamburg sowie im Stadtteil Rotherbaum das Universitätsviertel. Das ehemals jüdische Viertel lag am Grindel östlich der Grindelallee und rund um den Grindelhof.

Eimsbüttel gilt als bedeutender Standort der deutschen Medien- und Werbewirtschaft.

Inhaltsverzeichnis

Allgemein

Der Bezirk Eimsbüttel ist mit rund einer Viertelmillion Einwohnern eine Großstadt in der Millionenstadt. Der Südosten des Bezirks ist von dichter Bebauung mit mehrstöckigen Altbauten geprägt, die oft von baumbestandenen Straßen durchzogen werden. In den alsternahen Gebieten der Stadtteile Rotherbaum und Harvestehude liegen großbürgerliche Villenviertel. Die Stadtteile Hoheluft-West und Eimsbüttel sind als innenstadtnahe und urbane Wohngebiete sehr beliebt; ihre Bevölkerungsdichte ist die höchste in Hamburg. Nach Nordwesten schließen sich die Stadtteile Stellingen und Lokstedt mit lockerer Vorstadtbebauung an, die in die weiten, von Grünflächen unterbrochenen Einfamilienhausgebiete von Eidelstedt, Schnelsen und Niendorf übergeht.

Die Anteile sowohl der unter 18-Jährigen als auch der über 65-Jährigen an der Bevölkerung liegen unter dem Hamburger Durchschnitt.

Geografische Lage

Der Bezirk wird im Osten durch die Alster, im Süden und Südwesten im wesentlichen durch die Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn und den weiteren Streckenverlauf der Bahnstrecken Richtung Norden begrenzt. Wichtige Begrenzung im Nordosten ist das Gelände des Flughafens Hamburg Airport, der unmittelbar an die Stadtteile Niendorf und Lokstedt grenzt. Im Nordwesten bildet die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein die Grenze des Bezirks.

Stadtteile im Bezirk

Der Bezirk Hamburg-Eimsbüttel gliedert sich in folgende Stadtteile:

Geschichte

Der Bezirk wurde 1951/52 zusammen mit den anderen sechs Hamburger Bezirken eingerichtet und nach dem Stadtteil Eimsbüttel benannt. Bis zur Eingemeindung im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 waren die Stadtteile Stellingen und Eidelstedt (heute Ortsamtsbereich Stellingen) Vororte von Altona/Elbe, Lokstedt, Niendorf und Schnelsen (heute Ortsamtsbereich Lokstedt) bildeten die Gemeinde Großlokstedt (zum Kreis Pinneberg gehörig).

Politik

Wahlen

Die Ergebnisse der Wahlen nach dem Kriege haben im Bezirk Eimsbüttel, bedingt durch den hohen Anteil von Studenten und Universitätsbeschäftigten, nie zu einer bürgerlichen Mehrheit gereicht. Als Direktkandidaten zum Deutschen Bundestag wurden für alle Wahlperioden immer die Kandidaten der SPD gewählt.

In der Bezirksversammlung hat es immer eine Mehrheit der SPD oder eine Koalition unter der Führung der SPD gegeben. Die Grünen/GAL erreichen im Kerngebiet Eimsbüttel oft ein für ihre Verhältnisse überdurchschnittliches Ergebnis.

Im Rahmen des Wahlsieges der CDU bei den letzten Bürgerschaftswahlen 2004 gab es auch Bewegung in Eimsbüttel:

Aus den immer gleichzeitig mit den Bürgerschaftswahlen stattfindenden Bezirksversammlungswahlen ging die CDU mit 42,1 % (+16,1 %) als klarer Sieger hervor. Die Fraktionen der SPD 28,6 % (-5,0 %) und der Grünen/GAL 18,8 % (+4,9 %) haben eine Koalition gebildet und bestimmen weiter den politischen Kurs des Bezirkes.

Bei den Bundestagswahlen im Herbst 2005 kam es dann wieder zu den im Bezirk üblichen Mehrheitsverhältnissen: die SPD erreichte 37,3 %, die CDU kam auf 27,4 %, die Grünen/GAL konnten 18,? %, die FDP 9,5 % und Die Linke 6,1 % der Zweitstimmen auf sich vereinignen. Weitere Parteien, wie zum Beispiel die NPD (0,6 %) blieben unter einem Prozent.

Teil des Wappens:
die Niendorfer Barockkirche

Der Bundestagskandidat der SPD, der Student Niels Annen, konnte sich mit 45,1 % der Erststimmen gegen die Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Wolfgang Beuß, CDU (33,7 %) und Till Steffen, Grüne/GAL (12,5 %) sowie den Kandidaten der Linkspartei.PDS, Florian Wilde (4,4 %) durchsetzen.

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung im Jahre 2008 wurde der Bezirk Eimsbüttel in drei Wahlkreise eingeteilt. Bei den entsprechenden Stadtteilen kann man nachlesen, zu welchem der drei Wahlkreise der Stadtteil gehört:

Bei den Bezirksversammlungswahlen 2008 wurde die CDU wieder stärkste Kraft. Es kam zu folgenden Ergebnissen und nunmehr zu fünf Parteien in der Bezirksversammlung: CDU 36,7 % (-5,4 %), SPD 30,2 % (+1,6 %), GAL 18,8 % (-0,1 %), FDP 5,6 % (+2,1 %) und erstmals Die Linke mit 7,1 %.

Wappen

Das Wappen des Bezirks Eimsbüttel ist hell-dunkel geviert und zeigt im vorderen Obereck den sechseckigen Turm (Wasserturm) aus dem Sternschanzenpark, im hinteren Obereck eine achteckige Kirche, die Niendorfer Barockkirche. Allerdings gehören der Sternschanzenparkt und mit ihm der Wasserturm seit dem 1. März 2008 nicht mehr zum Bezirk Eimsbüttel, sondern zum Bezirk Hamburg-Altona. Der Schildfuß ist mit einem Elefantenkopf belegt; dieser ist einer Figur am früheren Portal von Hagenbecks Tierpark nachempfunden. Das Wappen wurde als Ergebnis eines Wettbewerbs angenommen und hat noch keine Farben.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Curiohaus in Rotherbaum
NDR Fernsehen in Lokstedt
Hagenbecks Tierpark:
Neuer Haupteingang

Bekanntestes Theater im Eimsbüttler Stadtteil Rotherbaum sind die 1918 gegründeten und 1945 von Ida Ehre wieder eröffneten Hamburger Kammerspiele an der Hartungstraße.

Im Kerngebiet Eimsbüttels am Hellkamp 68 findet man das Theater N.N.

Jugend- und Kindertheater auf einem Schiff an der U-Bahn Hoheluftbrücke im Stadtteil Hoheluft-West spielt das Theater Zeppelin e. V. am Kaiser-Friedrich-Ufer 27.

Museen und Sammlungen

Im Bezirk Eimsbüttel befinden sich folgenden Museen:

Das Museum zeigt völkerkundliche Sammlungen der Welt. Es will die Vielfalt kultureller Möglichkeiten des Menschen darstellen. Die Schausammlungen sind nach Erdteilen geordnet.

  • Zoologisches Museum / Biozentrum Grindel und Botanisches Museum der Universität Hamburg, Martin-Luther-King Platz 3 (Rotherbaum)

Im Zoologischen und Botanischen Museum der Universität begrüßt am Eingang NDR-Walross-Dame Antje die Besucher.

  • Mineralogisches Museum der Universität Hamburg, Grindelallee 48 (Rotherbaum)

Das kleine Museum wirkt eher wie eine Kunstgalerie. Kristalle, Edelsteine, Erze und Meteoriten sind mit Beleuchtungseffekten dekoriert. Das jüngste Ausstellungsstück ist eine 700 g schwere, ungewöhnlich große Scheibe eines Steinmeteoriten aus Australien.

  • Zirkus- und Varieté-Archivsammlung Gesellschaft der Circusfreunde e. V. – Reinhard Tetzlaff, Nienkamp 25 (Niendorf)

Bauwerke

Parks

Eimsbüttel ist einer der wenigen Hamburger Bezirke ohne Naturschutzgebiete. Aufgrund seiner Lage außerhalb des Hamburger Stadtzentrums verfügt der Bezirk jedoch über zahlreiche große und kleinere Parks:

  • Rund um die Außenalster zieht sich ein Grüngürtel hin. Der westliche Teil liegt im Bezirk Eimsbüttel. In den Stadtteilen Harvestehude und Rotherbaum nennt sich der Park Alstervorland
  • Der Innocentiapark in Harvestehude war Hamburgs erste Grünanlage und wurde 1884 nach englischem Vorbild an der Parkallee angelegt
  • Die Moorweide mit der Meckerecke im Stadtteil Rotherbaum, zwischen Dammtorbahnhof, Rothenbaumchausse und Mittelweg, ist ein beliebter Startplatz für Demonstrationen und für Ballonfahrten
  • Eimsbüttler Park im Kerngebiet, von den Anwohnern oftmals einfach nur „der Weiher“ genannt, weil sich der Park besonders durch einen großen Weiher in der Mitte auszeichnet. Außerdem gibt es hier einen Spielplatz, ein Planschbecken (nur im Sommer mit Wasser gefüllt) und seit dem Jahr 2006 auch ein Café.

Nach dem Krieg und durch spätere bauliche Maßnahmen entstanden folgende neue Parks:

  • Unnapark und Wehberspark im Kerngebiet Eimsbüttel: Man kann durch diese Parks von der Schwenkestraße bis zur Christuskirche spazieren gehen. Dabei kommt man an den Sportplätzen des HEBC und am Hamburg-Haus Eimsbüttel (Veranstaltungsräume, Altentagesstätte, Haus der Jugend und öffentliche Bücherhalle) vorbei. Die Hügel in diesen Parks sind begrünte Trümmerberge, die man nach Kriegsende nur mit Erde und Pflanzen abdeckte
  • Voßbarg: Die Grünanlage liegt in einer Wohngegend in Niendorf-Nord nahe der gleichnamigen U-Bahn-Station
  • Wassermannspark: Grünanlage in einer Wohngegend am Königskinderweg / Anna-Susanna-Stieg in Hamburg-Schnelsen, nahe der AKN-Station Burgwedel

Den Charakter eines Stadtparks hat der

  • Stadtwald Niendorfer Gehege, ein ehemaliges königlich-dänisches Forstgebiet in Niendorf mit angrenzender Eidelstedter Feldmark, einer weiten Wiesen- und Knicklandschaft

Der einzige privatrechtlich betriebene zoologische Garten in Deutschland ist der

Zentrum jüdischen Lebens in Hamburg

Geschichte

Das Judentum in Hamburg begründet sich auf die Ansiedlung von sephardisch-jüdischen Portugiesen aus Antwerpen um 1577. Im Kerngebiet Eimsbüttel war vor der Zerstörung der jüdischen Gemeinde durch die Nationalsozialisten das Zentrum jüdischen Lebens in der Stadt vor allen in den Stadtteilen Harvestehude und Rotherbaum (speziell: am Grindel). Grund waren mehrere Synagogen, am bekanntesten waren die Neue Dammtor-Synagoge (1895), die Bornplatzsynagoge (1906) und die Synagoge an der Oberstraße (1931). Heute noch erkennbar sind die Alte und Neue Klaus Synagoge im Hinterhof Rutschbahn 11[1][2] und die Portugiesische Synagoge Innocentiastraße 37.

Daneben entstanden Einrichtungen wie die Talmud-Tora-Schule am Grindelhof und das Deutsch-Israelitische Waiseninstitut am Papendamm. In den heutigen Kammerspielen in der Hartungstraße 9-11 hatte bis zu seiner Liquidierung 1942 das Jüdische Gemeinschaftsheim, die Jüdische Loge und der sehr aktive Jüdische Kulturbund seinen Sitz.

1933, zum Zeitpunkt der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, lebten ca. 24.000 Angehörige jüdischer Gemeinden am Grindel. Während der Reichspogromnacht 1938 wurden einige Synagogen und Gemeindeeinrichtungen zerstört oder auf sonstige Art ihrer bestimmungsgemäßen Nutzung entzogen. Die Synagoge am Bornplatz wurde in Brand gesetzt und abgetragen. Anschließend wurde der Bunker errichtet. Der letzte Synagogen-Bau in Vorkriegsdeutschland, die Synagoge an der Oberstraße, wurde 1940 zwangsweise an die Stadt verkauft.

Ab 1941 wurden die verbliebenen Juden, soweit ihnen nicht die Flucht geglückt war, nach Osteuropa deportiert und dort ermordet. Sammelpunkt für die Deportationen war der heutige Platz der jüdischen Deportierten an der Moorweidenstraße neben dem westlichen Seitenflügel der Universität.

Platz der jüdischen Deportierten: Mahnmal und Erinnerungstafel
Das Zentrum der jüdischen Gemeinde mit der Joseph Carlebach-Schule, die frühere Talmud-Tora-Schule

Heute

Die jüdische Gemeinde Hamburg, die sich selbst als orthodox definiert, verzeichnet heute wieder, vor allem durch Einwanderer aus Osteuropa, etwa 2.500 eingetragene Mitglieder. Insgesamt sollen wieder etwa 4.000 Juden in Eimsbüttel leben. Die Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde in der Hohen Weide 34 neu errichtet. Da orthodoxe Juden die Synagoge am Sabbath zu Fuß aufsuchen müssen, hat sich das Zentrum des jüdischen Lebens dadurch etwas nach Westen in das Kerngebiet Eimsbüttels verlagert.

Ganz in der Nähe der Synagoge in Hoheluft-West am Kaiser-Friedrich-Ufer, Ecke Heymannstraße gibt es ein Mahnmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung 1933 in Deutschland. Es wurden in Hamburg am 15. Mai 1933, um 23 Uhr Bücher u. a. der Werke von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Ernest Hemingway, Sigmund Freud, Lion Feuchtwanger, Carl Zuckmayer, Franz Werfel und Arnold Zweig verbrannt.

Die Synagoge an der Oberstraße wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vom damaligen Nordwestdeutsche Rundfunk NWDR gemietet und zu einem Konzertsaal und Studio umgebaut. 1953 kaufte der NWDR das Haus von der Jewish Trust Corporation. Seit 1982 steht es unter Denkmalschutz. Nach erfolgter Renovierung wurde das Haus am 6. März 2000 nach dem früheren Intendanten der Hamburgischen Staatsoper und ehemaligen Leiter der Hauptabteilung Musik des NDR in „Rolf Liebermann-Studio“ umbenannt.

In der Hartungstr. 9-11, in den jetzigen Kammerspielen, erinnert der Logensaal und das Café Jerusalem an die frühere Bestimmung der Gebäude.

Auf dem früheren Standort der Bornplatzsynagoge wurde mit Granitsteinen das frühere Deckengewölbe der Synagoge im Originalmaßstab im Boden nachgebildet. Der Platz bekam den Namen des letzten Hamburger Oberrabbiners vor dem Kriege Joseph Carlebach, der 1941 mit seiner Gemeinde deportiert und 1942 mit einem großen Teil seiner Familie im KZ Jungfernhof in der Nähe von Riga umgebracht wurde. Die Universität Hamburg verleiht alle zwei Jahre einen Joseph-Carlebach-Preis.

In der Rothenbaumchaussee 7 befindet sich das Institut für die Geschichte der deutschen Juden. Wichtigster Forschungsauftrag des Instituts ist die Auswertung der reichen archivalischen Überlieferung zur Geschichte der Juden im Hamburger Raum von den Anfängen bis in die Gegenwart. In der Bundesstr. 18 befindet sich das Lauder Nord Haus, das Beit Midrash (Lernhaus) der Ronald S. Lauder Foundation und der Jüdischen Gemeinde Hamburg. In der Rentzelstr. 36-40 befindet sich das Jüdische Bildungszentrum. Am Institut für Germanistik I der Universität Hamburg kann die jiddische Sprache und Literatur studiert werden.

Am Grindelhof 59 im literarischen Café Leonar, gegenüber der ehemaligen Talmud- und Tora Schule, gibt es den Jüdischen Salon am Grindel im Denkhaus.

Die frühere Talmud- und Tora Schule wurde am 30. Juni 2004 von der Stadt an die Stiftung Jüdisches Leben übergeben, die die jüdische Gemeinde unter anderem zum Zweck der Nutzung des Gebäudes und Wiedererrichtung einer Schule gegründet hat. In dieses Gebäude ist auch das jüdische Gemeindezentrum eingezogen.

Im Schuljahr 2007/2008 sind in das Gebäude der ehemaligen Talmud-Tora-Schule nach 66 Jahren wieder Kinder eingezogen. Der Kindergarten der jüdischen Gemeinde ist ebenfalls mit 60 Plätzen wieder in das Gebäude gekommen. Der Schulunterricht soll im Geiste Joseph Carlebachs mit einer zweizügigen Ganztagsgrundschule beginnen. Die Finanzierung teilen sich die Stadt Hamburg, die jüdische Gemeinde und die Eltern.

Tennisstadion Rotherbaum gesehen von der Hallerstraße
Blick über die Außenalster auf das Clubhaus des Hamburger und Germania Ruder Clubs
Universität Hamburg: Westlicher Seitenflügel des Hauptgebäudes
„Audimax“ der Universität
Altbau der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky“

Bildung und Sport

Bildung

Die Universität Hamburg ist seit der Fusion mit der HWP (Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik) 2005 die einzige Universität im Stadtteil. Die Universität Hamburg ist mit fast 40 000 Studierenden die fünftgrößte Universität Deutschlands. Sie beschäftigt etwa 850 Professorinnen und Professoren in Lehre und Forschung, darüber hinaus etwa 1800 wissenschaftlich Mitarbeitende sowie gut 7000 in Technik und Verwaltung (davon fast 6000 in der Fakultät für Medizin).

Mit 150 verschiedenen Gebäuden verteilt sich die Universität über die ganze Stadt, hat ihren örtlichen Mittelpunkt aber im Campus Von-Melle-Park, Salvator-Allende-Platz und Joseph-Carlebach-Platz im Stadtteil Rotherbaum und im angrenzenden Stadtteil Eimsbüttel.

Sie gehört zu den jüngeren deutschen Universitäten. Ihre Errichtung dokumentiert sich nicht in einem landesherrlichen Stiftungsbrief, sondern im nüchternen „Amtsblatt“ der Freien und Hansestadt Hamburg vom 1. April 1919 nach einem Beschluss der Hamburgischen Bürgerschaft.

Die Wurzeln der Universität reichen bis in das beginnende 17. Jahrhundert zurück. 1613 wurde in Hamburg das Akademische Gymnasium gegründet. Unmittelbare Vorläufer waren jedoch die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung 1907 und das Kolonialinstitut 1908 (Finanzierung von Forschungsreisen) die den Kern der neuen Universität bildeten.

Des Weiteren ist im Budge-Palais in Hamburg-Rotherbaum mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg am Harvestehuder Weg 12 eine der größten Musikhochschulen Deutschlands im Bezirk Eimsbüttel angesiedelt. Die Hamburger Hochschule für Musik und Theater wurde 1950 als Staatliche Hochschule für Musik errichtet. Das Lehrangebot umfasste die künstlerische Ausbildung auf allen Gebieten der Musik und im Schauspiel. Weitere Abteilungen waren Privatmusikerziehung, Schulmusik und Jugendmusikpflege. Gegenwärtig werden ca. 750 Studierende von 80 haupt- und 130 nebenberuflichen Lehrkräften ausgebildet. Ihnen stehen 58 Mitarbeitende in Verwaltung und Technik zur Seite.

In den Stadtteilen findet man folgende weiterführende Schulen

Lokstedt
hat das Gymnasium Corveystraße und als Besonderheit die Französische Schule Hamburg, das Lycée Français de Hambourg « Antoine de Saint-Exupéry » am Hartsprung 23
Stellingen
die Gesamtschule Stellingen (liegt am Brehmweg 60) sowie das Albrecht-Thaer-Gymnasium
Eimsbüttel (Kerngebiet)
die Gymnasien Kaiser-Friedrich-Ufer sowie Emilie-Wüstenfeld-Gymnasium. Ferner befinden sich die Ida-Ehre-Gesamtschule (frühere Jahnschule) und die Berufsschulen „H3“ (Handelsschule Schlankreye) und „H5“ (Handelsschule Weidenstieg) mit jeweils angeschlossenem Wirtschaftsgymnasium
Harvestehude
hat das Wilhelm-Gymnasium am Klosterstieg, das Helene-Lange-Gymnasium, die auf schwedisch unterrichtende Skandinavische Schule in Hamburg in der Brahmsallee und die Staatliche Jugendmusikschule Hamburg am Mittelweg
Niendorf
die Gymnasien Bondenwald und Ohmoor, die Gesamtschule Niendorf sowie die Berufliche Schule Niendorf („W 3“) mit ihrer Ausbildung im sozialpädagogischen Bereich
Eidelstedt
das Gymnasium Dörpsweg, die Gesamtschule Eidelstedt und die Staatliche Berufsschule „G12“
Schnelsen
verfügt mit der Julius-Leber-Gesamtschule über eine der größten Gesamtschulen im Bezirk
Rotherbaum
hat das katholische Gymnasium Sophie-Barat-Schule in der Warburgstraße, das von einer Schwester des Sacré-Cœur-Ordens geleitet wird, die Staatliche Gewerbeschule Installationstechnik („G2“) in der Bundesstraße, die Staatliche Fremdsprachenschule („H15“) am Mittelweg 42a und die Hamburger Berufsfachschule für Kosmetik GmbH an der Hoheluftchaussee.
weltbekannte Produktreihe der hier ansässigen Beiersdorf AG
Medienzentrum Rothenbaumchaussee
Zentrale des NDR an der Rothenbaumchaussee
S-Bahn Haltepunkt Langenfelde
Innenansicht der Station Eidelstedt-Zentrum der AKN

Sport

Große Sportvereine in Eimsbüttel sind der 100-jährige Eimsbütteler Turnverband (ETV), früher hochklassiger Fußballverein, mit eigener Sporthalle an der Bundesstraße und Tennis- und Rasenplatzanlage an der Hoheluftchaussee, der SC Victoria Hamburg mit seinem Fußballstadion und seiner Tennishalle ebenfalls an der Hoheluftchaussee, Grün-Weiß Eimsbüttel mit seinem Stadion in Nordwest-Eimsbüttel („Tiefenstaaken“) und der Hamburg Eimsbüttler Ballspiel-Club (HEBC) mit seinen Hartplatzcourts, dem Reinmüller Sportplatz, inmitten des Kerngebietes an der Tornquiststraße, hinter der Osterstraße.

Im Stadtteil Rotherbaum, an der Hallerstraße zwischen Rothenbaumchaussee und Mittelweg liegt das berühmte Tennisstadion Rotherbaum. Die German-Open der ATP Masters Series Hamburg werden seit 1894 auf dem Areal des heutigen Rothenbaums, zunächst unter der Regie des Clubs an der Alster, später dann als Veranstaltung des Deutschen Tennis-Bundes, der dort auch seinen Sitz hat, regelmäßig im Mai veranstaltet.

Der Hamburger SV weihte 1911 seinen Sportplatz Rotherbaum zwischen St. Johannis-Kirche und Rothenbaumchaussee ein, die Geschäftsstelle lag auf der anderen Straßenseite. Nach Bebauung des alten Stadiongeländes u. a. mit einem Medienzentrum und dem Umbau des früheren Volksparkstadions, wurde die Geschäftsstelle in die heutige HSH Nordbank Arena verlegt. Das neue Amateurstadion, die Wolfgang-Meyer-Sportanlage befindet sich an der Hagenbeckstraße im Stadtteil Stellingen.

Im Sportzentrum an der Hagenbeckstraße befindet sich außer den Fußballplätzen noch eine mit einer eigenwilligen Zeltkonstruktion versehene Kombination aus Radrennbahn und Eisstadion, eine Curlinghalle und mehrere Tennisplätze sowie eine Tennishalle.

Am Ufer der Außenalster, Alsterufer 21 im Stadtteil Rotherbaum, ist der älteste deutsche Ruderclub Der Hamburger und Germania Ruder Club (1836 gegründet) ansässig.

Wirtschaft

In der Eimsbütteler Unnastraße befindet sich der Sitz der Beiersdorf AG, die 2006 mit ihren bekannten Marken wie Nivea, Labello oder tesa einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro erzielte.

In der Stresemannallee in Lokstedt steht das deutsche Werk von NXP Semiconductors. Das früher zum Philips-Konzern gehörige Halbleiterwerk beschäftigt in Hamburg 2.400 Mitarbeiter.

Im Bahnbetriebswerk Hamburg-Eidelstedt können gleichzeitig acht ICE-Vollzüge auf drei Ebenen von rund 1000 Mitarbeitern gewartet werden. Es ist Heimatbahnhof aller 59 Züge der ICE 1-Reihe und der 19 Einheiten des ICE TD.

Die Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor verbrannte 2006 mehr als 164.000 Tonnen Abfall. Sie erzeugte dabei rund 66 Millionen Kilowattstunden Strom und rund 70 Millionen Kilowattstunden Fernwärme, mit der die HSH Nordbank Arena, die Color Line Arena sowie rund 12.000 Hamburger Haushalte versorgt wurden.

In der Straße Nedderfeld und ihren Nebenstraßen im Stadtteil Lokstedt befindet sich auf knapp zwei Kilometern die so genannte Hamburger Automeile. 18 Automarken, z. T. mit ihren Hamburger Niederlassungen, präsentieren praktisch alle gängigen Modelle. Außerdem hat hier die ALD Automotive, eine der größten Markenunabhängigen Leasinggesellschaften mit einem Bestand von 42.400 Fahrzeugen und einem Umsatz von über 400 Millionen Euro (2006)ihren Sitz.

Den Unternehmen der Medienwirtschaft ist der nachfolgende Abschnitt gewidmet.

Medienunternehmen

An der Rothenbaumchaussee liegt ein Medienzentrum, das um einen ehemaligen Hochbunker und auf dem Gelände des früheren Fußballstadions Rotherbaum gebaut wurde. Hier betreibt u. a. der Fernsehjournalist und -Moderator Johannes B. Kerner sein eigenes Produktionsunternehmen J. B. K. TV-Production und Studios für seine Sendungen. Aus dem gleichen Gebäude sendet Hamburgs lokaler Fernsehsender Hamburg1.

In der Rothenbaumchaussee 132 liegt das Landesfunkhaus Hamburg und die Zentrale des Norddeutschen Rundfunks (NDR), der zweitgrößten Anstalt (nach dem WDR) der öffentlich-rechtlichen ARD-Anstalten.

Im Gazellenkamp im Stadtteil Lokstedt sind die Fernsehstudios des NDR. Außerdem sind hier die Redaktion und die Studios von ARD-Aktuell, die für das gemeinsame ARD-Programm Das Erste die Tagesschau und die Tagesthemen produzieren.

Im Mittelweg im Stadtteil Harvestehude arbeitet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Die größte deutsche Agentur dieser Art ist im Besitz von Zeitungsverlegern, Medienunternehmern und Rundfunkanstalten.

Ebenfalls am Mittelweg ist die VERLAGSGRUPPE MILCHSTRASSE (gegründet 1975) ansässig. Nach 30 Jahren, in denen viele Zeitschriften, vor allem im Lifestyle und TV-Bereich, in den Markt eingeführt wurden, gehört sie seit Ende 2004 zum Münchener Medienkonzern Hubert Burda Media und bildet den Bereich Burda Lifestyle Community.

In der Johnsallee im Stadtteil Rotherbaum sind die Internationalen Musikverlage Hans Sikorski ansässig. Sie wurden im Jahr 1935 in Berlin gegründet. Seit 1946 ist die Verlagsgruppe in Hamburg ansässig und umfasst als Sikorski-Gruppe inzwischen mehr als 30 Verlage in Deutschland, im übrigen Europa und den USA.

Sonstiges

Persönlichkeiten

Die Eimsbütteler Gastwirtstochter Marianne Ruaux (1802–1882) fand als die schöne Marianne Eingang in Literatur und Film.

Der Schriftsteller und frühere Fußballtorwart beim Eimsbüttler TV Walter Jens (spielte in den 1930-er Jahren mit dem ETV in der höchsten deutschen Fußballliga), der Fußballnationalspieler Patrick Owomoyela und der Musiker König Boris (Fettes Brot) wuchsen in Eimsbüttel auf.

Der Schauspieler Til Schweiger bewohnte ein Haus im Niendorfer Gehege.

Die Hip Hop Band Beginner und der Rapper Samy Deluxe stammen aus Eimsbüttel. Ihre ehemalige Plattenfirma trägt den Namen Eimsbush.

Stadtteilpartnerschaft

Eimsbüttel hat eine Stadtteilpartnerschaft mit der bulgarischen Hafenstadt Warna.

Verkehr

Die A 7/E 45 sowie die A 23 schneiden den Bezirk im Westen. Die Anschlussstellen Hamburg-Stellingen, Hamburg-Schnelsen und Hamburg-Schnelsen-Nord (an der A 7/E 45) sowie Hamburg-Eidelstedt (an der A 23) liegen im Bezirk.

Die S-Bahn berührt bzw. durchquert den Bezirk auf folgenden Linien (mit folgenden Stationen): S11/S21/S31 (Dammtor), S3/S21 (Langenfelde, Stellingen, Eidelstedt und Elbgaustraße [mit Park&Ride-Anlage]).

Der Bahnhof Eidelstedt ist werktags der südliche Endpunkt der AKN (Linie A1) nach Kaltenkirchen. Im Bezirk hat sie außerdem die Haltepunkte Eidelstedt Zentrum, Hörgensweg, Schnelsen und Burgwedel. Sie hat Anschluss an die S-Bahn nach Altona und zum Jungfernstieg (»S3«) bzw. in die Hamburger Innenstadt (»S21«). In den Verkehrsschwachen Zeiten fährt sie auf der Strecke der »S21« bis zum Hamburger Hauptbahnhof.

Bei der U-Bahn verläuft die Linie U2 vom Schlump bis Niendorf-Nord im Bezirk. Von der Linie U3 sind die Stationen Schlump und Hoheluftbrücke im Bezirk.

Bedeutensder Fernverkehrsbahnhof für die Deutschen Bahn im Bezirk ist der Bahnhof Hamburg Dammtor. Im September 2006 hat der gemeinnützige und eingetragene Verein Allianz pro Schiene diesen Bahnhof zum besten Großstadtbahnhof in Deutschland gekürt.

Literatur

Stadtentwicklung und -Bebauung

  • Katharina Marut/Jan Schröter: Eimsbüttel im Wandel, Medien-Verlag Schubert, Hamburg 1992, ISBN 3-9802319-9-2
  • „Von den grauen Vorstadtslums zur modernen Stadt im Grünen?“, Katalog zur Ausstellung „Zellen gesunder neuer Bauweise“. Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit im Stadtteil Eimsbüttel, Hg. v. der Galerie Morgenland/Geschichtswerkstatt Eimsbüttel, Hamburg 2005
  • Axel Schildt: Die Grindelhochhäuser. Eine Sozialgeschichte der ersten deutschen Wohnhochhausanlage Hamburg-Grindelberg 1945–1956, Hamburg 1988. ISBN 3-7672-1037-1
  • Sielke Salomon: „Eine städtebauliche Wiedergutmachung“, Bauen und Wohnen in Hamburg-Eimsbüttel 1950-1968, Hg. v. der Galerie Morgenland/Geschichtswerkstatt Eimsbüttel, Hamburg 2000, Dölling und Galitz Verlag

Geschichte und Politik

  • Beate Meyer: „Goldfasane“ und „Nazissen“ – Die NSDAP im ehemals „roten“ Stadtteil Hamburg-Eimsbüttel, Hg. v. der Galerie Morgenland/Geschichtswerkstatt Eimsbüttel, Hamburg 2002
  • Sielke Salomon, Eimsbütteler Facetten 1894–1994, Einblicke in 100 Jahre Stadtteilgeschichte, Hg. v. der Galerie Morgenland, 3. Auflage, Hamburg 1999

Jüdisches Leben

  • Ursula Wamser/Wilfried Weinke/Ulrich Bauche (Hrsg.): Eine verschwundene Welt: Jüdisches Leben am Grindel. Überarbeitete Neuauflage Hamburg 2006. ISBN 3-934920-98-5
  • Ursula Randt: Die Talmud-Tora-Schule in Hamburg 1805-1942. ISBN 3-937904-07-7
  • Sybille Baumbach et. al.: „Wo Wurzeln waren…“ Juden in Hamburg-Eimsbüttel 1933 bis 1945, Hg. v. der Galerie Morgenland, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 1993
  • Alissa Lange: Die jüdische Geschichte des heutigen katholischen Studentenwohnheims Franziskus-Kolleg in Hamburg im 19. Jahrhundert, Hamburg University Press, Hamburg 2008. Das jüdische Altenhaus am Grindel
  • Weitere Literatur zu diesem Thema unter →Joseph Carlebach

Jugend in Eimsbüttel

  • Volker Böge: „…daß die Jugend das Anrecht hat, sich in ihrer Freizeit in würdigen Räumen zu treffen“ - Gründung und Anfänge des Heims der offenen Tür Bundesstraße vor 50 Jahren, Hg. v. der Galerie Morgenland, Hamburg 1999,
  • Volker Böge: Außer Rand und Band, Eimsbüttler Jugend in den 50er Jahre, Hg. v. der Galerie Morgenland, Hamburg 1997, Dölling und Galitz Verlag
  • Volker Böge, Jutta Deide-Lüchow: Bunkerleben und Kinderlandverschickung, Eimsbüttler Jugend im Krieg, Hg. v. der Galerie Morgenland, Hamburg 1992, Dölling und Galitz Verlag

Sozialgeschichte

  • Helmuth Warnke: „…nicht nur die schöne Marianne“, Das andere Eimsbüttel, VSA Verlag, Hamburg 1998
  • Sielke Salomon, Patrick Wagner (Bearb.): „Ich erlauschte folgendes Gespräch:…“ Mit Polizeispitzeln durch Eimsbütteler Kneipen der Jahrhundertwende, Hg. v. der Galerie Morgenland, Hamburg o. J.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Website über die Alte und Neue Klaus Synagoge
  2. Geschichte der ehemaligen Synagoge der deutsch-israelitischen Gemeinde Vereinigte Alte und Neue Klaus

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