Bezirk Marzahn-Hellersdorf
Wappen von Marzahn-Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorf
Bezirk von Berlin

Bezirk Mitte Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Bezirk Pankow Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirk Spandau Bezirk Steglitz-Zehlendorf Bezirk Tempelhof-Schöneberg Bezirk Neukölln Bezirk Treptow-Köpenick Bezirk Marzahn-Hellersdorf Bezirk Lichtenberg Bezirk Reinickendorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 32′ 23″ N, 13° 35′ 3″ O52.5397213.58428Koordinaten: 52° 32′ 23″ N, 13° 35′ 3″ O.
Fläche 61,8 km²
Einwohner 251.659 (30. Juni 2011)
Bevölkerungsdichte 4072 Einwohner/km²
Website BA Marzahn-Hellersdorf
Durchschnittsalter 39,6 Jahre (2004)
Bezirksschlüssel 10
Politik
Bürgermeister Stefan Komoß (SPD)
Sitzverteilung (BVV)
Linke SPD CDU Piraten Grüne NPD
19 16 10 4 3 2
Sitzverteilung in der BVV

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist der zehnte Verwaltungsbezirk von Berlin. Er entstand 2001 durch die Fusion der Bezirke Marzahn und Hellersdorf. Obwohl der Bezirk ein schlechtes Image in der Bevölkerung hat, zählt er zu den sichersten Bezirken Berlins.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Bezirk liegt im Osten Berlins und grenzt an die Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick sowie im Norden und Osten an das Land Brandenburg.

Ortsteile

Der Bezirk besteht aus fünf Ortsteilen. Die Ortsteile Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf bildeten von 1986 bis 2001 den eigenständigen Berliner Bezirk Hellersdorf.

Ortsteil
und Ortslagen
Fläche
(km²)
Einwohner[2]
30. Juni 2011
Einwohner
pro km²
Berlin Marzahn Hellersdorf Kaulsdorf Mahlsdorf Biesdorf BrandenburgOrtsteile des Bezirks Marzahn-Hellersdorf
Über dieses Bild
1001 Marzahn
  • Marzahn-Nord
  • Marzahn-Mitte
  • Marzahn-Süd
19,54 103.502 5.297
1002 Biesdorf
  • Biesdorf-Nord
  • Biesdorf-Süd
12,44 24.779 1.992
1003 Kaulsdorf
  • Kaulsdorf-Nord
  • Kaulsdorf-Süd
8,81 18.686 2.121
1004 Mahlsdorf
  • Mahlsdorf-Nord
  • Mahlsdorf-Süd
12,94 26.860 2.076
1005 Hellersdorf
  • Hellersdorf-Nord
  • Hellersdorf-Mitte
  • Hellersdorf-Süd
8,10 74.090 9.147

Geschichte

Alle fünf Ortsteile, aus denen der Bezirk besteht, stammen ursprünglich aus dem Landkreis Niederbarnim und wurden 1920 durch die Schaffung Groß-Berlins eingemeindet. Zusammen mit den Ortsteilen Lichtenberg und Friedrichsfelde bildeten sie bis 1979 den Bezirk Lichtenberg. Durch den Aufbau des Neubaugebietes Marzahn wuchs Ende der 1970er Jahre vor allem der Ortsteil Marzahn, sodass 1979 aus den fünf heute den Bezirk bildenden Ortsteilen der Bezirk Marzahn gegründet wurde.

Nachdem – bedingt durch die Entstehung der Neubaugebiete in Hellersdorf und Kaulsdorf – die Einwohnerzahl weiter gestiegen war, wurde am 1. Juni 1986 aus den Ortsteilen Hellersdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf der Bezirk Hellersdorf gegründet, der bis zur Bezirksreform 2001 eigenständig blieb.

In Marzahn-Hellersdorf hat es demografisch die größten Veränderungen innerhalb von Berlin gegeben. 1991 betrug das Durchschnittsalter der beiden Bezirke 30,5 Jahre. Dieses erhöhte sich auf 39,6 Jahre durch die Abwanderung der Jüngeren.

In den letzten zehn Jahren kam es zu einem starken Zuzug in die Einfamilienhausgebiete Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf, während im nördlichen Teil des Bezirkes die Abwanderung weniger wurde.

Am 25. Mai 2009 erhielt der Bezirk den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Siehe auch: Geschichte des Dorfes Marzahn

Politik

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2011
(vorläufiges Ergebnis)
(Stimmen in %)[3]
 %
40
30
20
10
0
31,2
26,4
17,3
8,6
5,8
4,1
6,7
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006[3]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,0
+1,4
+4,3
+8,6
+0,7
-2,3
-5,6
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang

In der Politik des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf dominierte lange die Linkspartei.PDS, die bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) 2001 (noch als PDS) auf 51,1 % der gültigen Stimmen kam und mit dem Bezirksbürgermeister (Uwe Klett) vier von sechs Stadträten stellte. Bei der Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) 2006 erhielten die SPD 25,0 %, Die Linke.PDS 38,2 %, die CDU 13,0 %, die Grünen 5,1 %, die NPD 6,4 % und die FDP 5,0 % der abgegebenen gültigen Stimmen. Der Wahlkreis Kaulsdorf/Mahlsdorf wurde von der CDU gewonnen, die übrigen sechs Wahlkreise von der Linken.PDS. Als Bezirksbürgermeisterin wurde Dagmar Pohle (Die Linke.PDS) gewählt, stellvertretender Bürgermeister ist Stefan Komoß (SPD), Bezirksstadträte sind Christian Gräff (CDU), Stephan Richter (SPD) sowie Manuela Schmidt und Norbert Lüdtke (Die Linke.PDS). Bernd Mahlke (SPD) legte sein Amt als stellvertretender Bürgermeister und Stadtrat Anfang 2008 nach einer langen Krankheit nieder. Die Bürgermeisterin wurde mit 27 von 54 gültigen Stimmen gewählt. Die NPD verlor im August 2008 ihren Fraktionsstatus, nachdem ein Mitglied nach internen Differenzen die Fraktion verließ. Ein Jahr später verlor ebenfalls die FDP ihren BVV-Fraktionsstatus.

Wirtschaft

Ansässige Unternehmen

Marzahn-Hellersdorf verfügt über das größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt. Die wichtigsten (größeren) Unternehmen sind:

Wirtschaftsverband

Der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis e.V. (MHWK) wurde 1991 von Marzahner Unternehmen unter dem Motto „Gemeinsam zum Erfolg“ gegründet. Er ist ein Verband, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Interessen Marzahn-Hellersdorfer Unternehmen und Angehöriger freier Berufe gegenüber Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft wahrzunehmen. Durch Informationen und Beratung bietet der MHWK außerdem seinen Mitgliedern Unterstützung bei ihren vielfältigen Aufgaben als Arbeitgeber, Unternehmer oder Freiberufler.[4]

Verkehr

Durch Marzahn-Hellersdorf fahren die S-Bahn-Linien S5, S7, S75 sowie die U-Bahn-Linie U5. Des Weiteren führen mehrere Straßenbahn- und Buslinien durch den Bezirk. Über die Bundesstraßen 1/5 und 158 sowie über die Landsberger Allee/Landsberger Chaussee hat der Bezirk eine schnelle Anbindung an die Autobahn 10 (Berliner Ring).

Kultur, Wissenschaft, Sport, Bildung

Sehenswürdigkeiten

Schulwesen

Bevölkerungspyramide des Bezirks Marzahn-Hellersdorf 2010

Zum Zeitpunkt Januar 2004 existierten im Bezirk Marzahn-Hellersdorf 78 Schulen für Schüler bis zum (Fach-)Abitur, davon 29 Grundschulen, vier Hauptschulen, zehn Realschulen, neun Sonderschulen, acht Gesamtschulen, zehn Gymnasien und zwei Oberstufenzentren. Seit 2008 existiert im Bezirk die private Waldorfschule Marzahn-Hellersdorf.

Aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen werden zunehmend Schulen in Marzahn-Hellersdorf fusioniert und Standorte aufgegeben. So wurde das 5. Gymnasium Marzahn 1997 fusioniert und 1999 geschlossen.

Sport

In Marzahn-Hellersdorf existiert eine große Zahl von Sportvereinen und Sportanlagen. Überregionale Bedeutung besitzt dabei der Athletik-Club Berlin (verschiedene Deutsche und Berliner Meister im Bereich Leichtathletik).

Kultur

Anfang 2005 wurde im Bezirk das Jugendsinfonieorchester Marzahn-Hellersdorf gegründet, in dem Schüler aus der Musikschule Marzahn-Hellersdorf und Schüler aus anderen Musikschulen unter dem Dirigenten Jobst Liebrecht spielen.

Im Park des Schlosses Biesdorf befindet sich die Parkbühne mit zirka 5000 Plätzen. Die Parkbühne wird häufig für Konzertveranstaltungen, Meetings, Parkfeste und Schulveranstaltungen genutzt.

Es gibt mehrere Museen, wie das von Charlotte von Mahlsdorf aufgebaute Gründerzeitmuseum mit Europas größter zusammenhängender Sammlung von Gegenständen der Gründerzeit, in Mahlsdorf, Hultschiner Damm 333.

Prominente und Künstler wie beispielsweise Petra Zieger, Maybrit Illner, Wolfgang Berghofer und Frank Schöbel haben ihren Wohnsitz in Marzahn-Hellersdorf und tragen aktiv zum kulturellen und politischen Leben bei. Ilka Bessin alias Cindy aus Marzahn stammt aus Luckenwalde und wohnt in Berlin-Wilmersdorf.

Wanderrouten

Landschaft

Erhebungen

Durch Ablagerung von Schutt des Zweiten Weltkriegs und durch den Aushub beim Bau von Wohnhäusern entstanden mehrere Erhebungen.

Gewässer

Wappen

Wappen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf

Das Wappen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf greift auf die Gestaltungselemente des Wappens des alten Bezirks Marzahn zurück. Der Bezirk Hellersdorf mit seinen Ortsteilen war vor seiner Gründung Bestandteil des Bezirkes Marzahn. Dennoch wollte die BVV nicht das alte Wappen von Marzahn für den neuen Bezirk übernehmen. Das Bezirksamt bildete eine Wappenkommission, die den Heraldiker Lutz Döring mit dem Entwurf des neuen Wappens beauftragte. Die Korngarbe mit Ähren symbolisiert die jahrhundertelange landwirtschaftliche Prägung aller Ortsteile des Bezirkes, und die fünf Ähren verweisen auf die fünf Ortsteile Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn, aus denen der Bezirk besteht. Der Wellenbalken steht für die Wuhle, die den Bezirk von Nord nach Süd durchfließt, und die vielen Gewässer des Bezirks. Die grüne Tingierung des Schildes steht für die großzügigen Grünflächen und Parks. Das Zahnrad symbolisiert wie im alten Wappen von Marzahn die starke Industrialisierung des Bezirkes im 20. Jahrhundert.

Das heutige Wappen wurde am 7. Oktober 2003 durch den Senat verliehen, dabei steht „in grünem Schild ein schräglinker silberner Wellenbalken, darüber eine goldene Korngarbe mit fünf Ähren, darunter ein silbernes Zahnrad. Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.“[5] Die Mauerkrone ist dabei das verbindende Elemente aller Berliner Bezirke.

Städtepartnerschaften

Über den Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein e.V. unterhält der Bezirk folgende Städtepartnerschaften:

Flag of Hungary.svg Budapest, IV. (Újpest) und XV. Stadtbezirk (Rákospalota), Ungarn
Flag of the United Kingdom.svg Halton, Großbritannien
Flag of Germany.svg Lauingen, Deutschland
Flag of Belarus.svg Minsk Stadtbezirke Partizan und Oktjabr, Weißrussland
Flag of Poland.svg Tichau (Tychy), Polen

Weblinks

 Commons: Marzahn-Hellersdorf – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kriminalitätsstatistik 2009 für Berlin aufgeteilt nach Bezirken
  2. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2011, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 17. November 2011 (PDF-Datei).
  3. a b Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 20. September 2011
  4. Webseite des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises e.V.
  5. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen Marzahn-Hellersdorf

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