Bezirksamt Bad Kissingen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Bad Kissingen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Bad Kissingen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Verwaltungssitz: Bad Kissingen
Fläche: 1.136,84 km²
Einwohner: 107.640 (30. Sep. 2006)
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KG
Kreisschlüssel: 09 6 72
Kreisgliederung: 26 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Obere Marktstr. 6
97688 Bad Kissingen
Webpräsenz:
Landrat: Thomas Bold (CSU)
Lage des Landkreises Bad Kissingen in Bayern
Karte

Der Landkreis Bad Kissingen liegt im Norden des Regierungsbezirks Unterfranken. Nachbarkreise sind im Norden der hessische Landkreis Fulda, im Nordosten der Landkreis Rhön-Grabfeld, im Südosten der Landkreis Schweinfurt, im Süden und Südwesten der Landkreis Main-Spessart und im Westen der hessische Main-Kinzig-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Landkreis Bad Kissingen hat Anteil an den Südausläufern der Rhön. Im Süden erstreckt sich eine flachwellige Landschaft mit Höhen bis 380 m. Das Kreisgebiet wird von der Fränkischen Saale durchflossen. Sie betritt im Nordosten, westlich von Bad Neustadt a.d.Saale, das Kreisgebiet, fließt dann in südwestlicher Richtung durch Bad Kissingen und Hammelburg, bevor sie im Südwesten, nordöstlich von Hammelburg das Kreisgebiet wieder verlässt, um dann bei Gemünden in den Main zu münden.

Geschichte

Das heutige Kreisgebiet gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstabtei Fulda und kam dann an Bayern. 1804 wurden die Landgerichtsbezirke Kissingen, Euerdorf und Münnerstadt errichtet. Sie gehörten ab 1808 zum Untermainkreis. 1819 wurden die Landgerichte Brückenau und Hammelburg gebildet. Alle Landgerichtsbezirke gehörten ab 1838 zum Kreis Unterfranken und Würzburg, dem späteren Regierungsbezirk Unterfranken. 1862 wurden die Bezirke Brückenau, Hammelburg und Kissingen gebildet, wobei die Landgerichte Hammelburg und Euerdorf zum Bezirk Hammelburg, die Landgerichte Münnerstadt und Kissingen zum Bezirk Kissingen gehörten und aus dem Landgerichtsbezirk Brückenau das gleichnamige Bezirksamt gebildet wurde. 1908 schied Kissingen aus dem Bezirksamt Kissingen aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Die drei Bezirke Bad Brückenau, Bad Kissingen und Hammelburg wurden 1939 als Landkreise bezeichnet. 1940 wurde Hammelburg vorübergehend in den Landkreis Bad Kissingen eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.

Bei der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus den drei Landkreisen Bad Kissingen, Bad Brückenau und Hammelburg, der kreisfreien Stadt Bad Kissingen und einzelnen Gemeinden der Landkreise Gemünden und Karlstadt der neue Landkreis Bad Kissingen gebildet, der den Beinamen Bäderlandkreis erhielt. Bad Kissingen musste damit seine Kreisfreiheit aufgeben, erhielt jedoch dafür den neu geschaffenen Status einer Großen Kreisstadt und blieb auch Sitz des neuen Landkreises.

Politik

Landräte

  • 1. Juli 1972–30. April 1978: Magnus Herrmann CSU
  • 1. Mai 1978–30. April 1990: Marko Dyga CSU
  • 1. Mai 1990–30. April 2002: Herbert Neder CSU
  • seit 1. Mai 2002: Thomas Bold CSU

Kreistag

CSU SPD CBB/FW FDP GRÜNE/BfU ödp/PU PWG Gesamt
2008 28 11 7 2 6 2 4 60

(Stand: Wahl am 2. März 2008)

Wappen

Beschreibung

Unter blauem Schildhaupt mit drei silbernen Schalenbrunnen gespalten: vorne über von Rot und Silber geschachtetem Schildfuß in Gold ein wachsender, schwarzer, rot bewehrter halber Adler am Spalt; hinten in Silber ein schwarzes Tatzenkreuz (Wappen-Verleihung 29. Mai 1973).

Bedeutung

Die drei Brunnen stehen für die drei Staatsbäder im Kreis (Bad Bocklet, Bad Brückenau und Bad Kissingen). Die vordere Schildhälfte zeigt das Wappen der Grafen von Henneberg, die den Adler über dem Schachfeld führten und das Tatzenkreuz steht für das Stift Fulda, welches das Gebiet der ehemaligen Kreise Brückenau und Hammelburg beherrschte.

Altes Landkreiswappen

Blasonierung

Altes Landkreiswappen von 1963 - 1974

Unter dem Schildhaupt mit den Bayerischen Rauten, gespalten, vorne in Gold auf grünem Dreiberg, ein Schwarzer Hahn mit roten Füßen und rotem Kamm Hinten in Rot drei silberne Spitzen.

Wappengeschichte

Im Wappen sind Hinweise auf die drei früher im Kreisgebiet überwiegend regierenden Herrschaften enthalten. Im Schildhaupt steht das Wappen von Bayern, da der Landkreis ein Teilgebiet Bayerns ist. Der Hahn auf dem Dreiberg ist ein sprechender Hinweis auf die Grafen von Henneberg, jedoch nicht ihr Wappen. Das Wappen der Grafen ist im neuen Landkreiswappen von 1973 unter dem Schildhaupt im gespaltenen Teil vorne enthalten, Sie beherrschten den Hauptteil des Kreises bis in das 14. Jahrhundert. Die silbernen Spitzen auf Rot (der Fränkische Rechen) sind das Wappen der Fürstbischofe von Würzburg, die nach und nach den größten Teil des Kreises zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert beherrschten. Das Wappen wurde am 12. Februar 1963 verliehen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft im Landkreis ist stark vom Fremdenverkehr geprägt. Maßgeblichen Anteil daran haben die drei Staatsbäder Bad Kissingen, Bad Brückenau und Bad Bocklet, die ganzjährig Gäste beherbergen.

Größere Industriebetriebe sind im Bad Kissinger Ortsteil Albertshausen (Takata-Petri PlasTec GmbH, Kunststoffteile für die Fahrzeugindustrie), in Münnerstadt (MGlas AG, Primärpackmittel und Injektionssysteme für die pharmazeutische Industrie), Oerlenbach (Hegler Plastik GmbH, Kunststoffrohrsysteme für den Hoch- und Tiefbau), Wildflecken (Kunert, Wellpappe), Bad Brückenau (GKN, Sintermetall sowie Staatlicher Mineralbrunnen, Getränke) und Hammelburg (Lutz, Fleischwaren) angesiedelt. Ansonsten prägen kleinere Unternehmen und das Handwerk das Bild. Die Landwirtschaft spielt als Arbeitgeber nur eine untergeordnete Rolle, dies gilt auch für den Weinbau im Saaletal.

Wie viele andere Räume, kämpft auch der Landkreis Bad Kissingen mit der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote war in den letzten Jahren immer höher als im Durchschnitt Bayerns, allerdings auch niedriger als im Bundesdurchschnitt. Arbeitsplatzverluste standen in den 1990er Jahren vor allem im Zusammenhang mit einer veränderten Gesetzgebung im Gesundheitsbereich und der Krise der Wälzlagerindustrie im nahen Schweinfurt. Neue Impulse für die Wirtschaft und damit neue Jobs soll das Rhön-Saale-Gründerzentrum in Bad Kissingen bringen. Es wird gemeinsam mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld, der Stadt Bad Kissingen sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) betrieben und ist als Starthilfe für junge Unternehmen gedacht. Zahlreiche weitere Initiativen zur Ankurbelung der regionalen Wirtschaft stehen im Zusammenhang mit dem Biosphärenreservat Rhön.

Verkehr

Straße

Der Landkreis wird von der A 7, einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands, durchquert. Die Anschlussstellen sind Bad Brückenau-Volkers, Bad Brückenau/Wildflecken, Bad Kissingen/Oberthulba und Hammelburg. Eine weitere Autobahnverbindung ist die A 71 von Schweinfurt nach Erfurt. Sie führt auf einer Länge von rund 15 Kilometern durch den Landkreis.

Schiene

Die Bayerischen Staatseisenbahnen erbauten im Kreisgebiet im Jahre 1871 zuerst eine Bahn von Schweinfurt nach Bad Kissingen. Bald darauf wurde auch Münnerstadt an das Netz angeschlossen, als 1874 die Hauptbahn nach Meiningen hinzukam, die in Ebenhausen abzweigt. Die eingleisige Strecke wurde nach der Wiedervereinigung wieder für den durchgängigen Verkehr nach Thüringen geöffnet.

Mit der Saaletalbahn konnte man seit 1884 vom Knotenpunkt Gemünden bis Hammelburg fahren; erst 40 Jahre später wurde die Lücke nach Bad Kissingen durch die Deutsche Reichsbahn geschlossen.

Bad Brückenau erhielt 1891 in Jossa einen Anschluss an die Hauptbahn FuldaWürzburg; diese Strecke wurde 1908 wegen des Truppenübungsplatzes bis Wildflecken verlängert.

Von der Hauptbahn Schweinfurt–Meiningen stellte man im Jahre 1900 in Rottershausen einen Abzweig nach Stadtlauringen her, der einige kleinere Gemeinden im Südosten des Kreises berührte.

Nach der Stilllegung des Personenverkehrs auf den beiden Strecken

  • 1959: Rottershausen–Stadtlauringen und
  • 1988: Jossa–Bad Brückenau-Wildflecken

wird noch ein Netz von 56 Kilometern bedient. Die Regionalbahnfahrten werden von Triebwagen der Erfurter Bahn ausgeführt.

Luft

Im Landkreis gibt es keine bedeutenden Flughäfen. Die nächstgelegenen befinden sich in Frankfurt am Main, Nürnberg und Erfurt. Der zumindest regional bedeutsame Verkehrslandeplatz Haßfurt befindet sich ebenfalls nicht auf dem Landkreisgebiet. Allerdings gibt es mehrere Flugplätze für kleine Motor- und Segelflugzeuge.

Städte und Gemeinden

(Einwohnerzahlen vom 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Bad Brückenau (7116)
  2. Bad Kissingen, Große Kreisstadt (21.035)
  3. Hammelburg (11.728)
  4. Münnerstadt (7932)

Märkte

  1. Bad Bocklet (4574)
  2. Burkardroth (7817)
  3. Elfershausen (2949)
  4. Euerdorf (1611)
  5. Geroda (933)
  6. Maßbach (4784)
  7. Oberthulba (5111)
  8. Schondra (1743)
  9. Sulzthal (940)
  10. Wildflecken (3224)
  11. Zeitlofs (2178)

Gemeinden

  1. Aura a.d.Saale (897)
  2. Fuchsstadt (1844)
  3. Motten (1874)
  4. Nüdlingen (4217)
  5. Oberleichtersbach (2085)
  6. Oerlenbach (5147)
  7. Ramsthal (1205)
  8. Rannungen (1199)
  9. Riedenberg (1045)
  10. Thundorf i.UFr. (1158)
  11. Wartmannsroth (2282)

Gemeindefreie Gebiete
(123,55 km², alle unbewohnt)

  1. Dreistelzer Forst (0,85 km²)
  2. Eckartser Hart und Fondsberg (0,80 km²) (aufgelöst am 1. Januar 2006)
  3. Forst Detter-Süd (11,38 km²)
  4. Geiersnest-Ost (19,63 km²)
  5. Geiersnest-West (2,42 km²)
  6. Großer Auersberg (4,68 km²)
  7. Kälberberg (2,35 km²)
  8. Mottener Forst-Süd (5,05 km²)
  9. Neuwirtshauser Forst (20,73 km²)
  10. Omerz und Roter Berg (6,52 km²)
  11. Römershager Forst-Nord (12,92 km²)
  12. Römershager Forst-Ost (3,76 km²)
  13. Roßbacher Forst (21,15 km²)
  14. Waldfensterer Forst (11,31 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Bad Brückenau
    (Märkte Geroda und Schondra, Gemeinden Oberleichtersbach und Riedenberg)
  2. Elfershausen
    (Markt Elfershausen und Gemeinde Fuchsstadt)
  3. Euerdorf
    (Märkte Euerdorf und Sulzthal, Gemeinden Aura a.d.Saale und Ramsthal)
  4. Maßbach
    (Markt Maßbach und Gemeinden Rannungen und Thundorf i.UFr.)

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Literatur

  • Bayer. Statist. Landesamt: Kreisdaten Bad Kissingen Bad Kissingen 1980.
  • Werner Eberth: Die Kommunalwappen im Landkreis Bad Kissingen Bad Kissingen 2006.
  • Landkreis Bad Kissingen (Hg.): Bäderlandkreis Bad Kissingen – Kleinod der Mitte Nordhorn 2006.

Siehe auch

Weblinks


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