Bezirksamt Günzburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Günzburg Deutschlandkarte, Position des Landkreises Günzburg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Verwaltungssitz: Günzburg
Fläche: 762,52 km²
Einwohner: 122.119 (30. Sep. 2006)
Bevölkerungsdichte: 160 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: GZ
Kreisschlüssel: 09 7 74
Kreisgliederung: 34 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: An der Kapuzinermauer 1
89312 Günzburg
Webpräsenz:
Landrat: Hubert Hafner (CSU)
Lage des Landkreises Günzburg in Bayern
Karte

Der Landkreis Günzburg gehört zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Dillingen an der Donau, im Osten der Landkreis Augsburg, im Süden der Landkreis Unterallgäu, im Westen der Landkreis Neu-Ulm und im Nordwesten die baden-württembergischen Landkreise Alb-Donau-Kreis und Heidenheim.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Donau trennt den kleinen Riedbereich im Norden mit den Ortschaften Riedhausen und Riedheim von der südlich gelegenen Iller-Lech-Schotterplatte, auf der die übrigen Ortschaften und Gemeinden des Kreises liegen. Dieses Gebiet wird von den beiden rechten Nebenflüssen der Donau Günz und Mindel sowie von der Kammel durchzogen. Die Günz mündet bei Günzburg, die Mindel weiter stromabwärts westlich von Gundremmingen. Die Kammel mündet südlich von Offingen in die Mindel, kurz bevor diese in die Donau mündet.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Günzburg gehörte vor 1800 zu verschiedenen Herrschaften, darunter Vorderösterreich und das Hochstift Augsburg, dann kam das Gebiet an Bayern. 1804 wurden die Landgerichte Wettenhausen und Ursberg sowie 1806 das Landgericht Günzburg errichtet. 1808 wurde der Sitz des Landgerichts Wettenhausen nach Burgau verlegt. Das Landgericht Burgau gehörte zum Oberdonaukreis, die Landgerichte Günzburg und Ursberg zum Illerkreis. Ab 1817 gehörten alle drei Landgerichte zum Oberdonaukreis (ab 1838 Schwaben und Neuburg, später nur noch Schwaben). 1837 wurde der Sitz des Landgerichts Ursberg nach Krumbach verlegt und dieses entsprechend umbenannt. 1862 entstand aus den Landgerichtsbezirken Burgau und Günzburg das Bezirksamt Günzburg und aus dem Landgerichtsbezirk Krumbach das gleichnamige Bezirksamt. Letzteres wurde 1880 durch einige Gemeinden der Bezirksämter Illertissen und Mindelheim vergrößert. Bereits 1872 war Günzburg eine kreisunmittelbare Stadt geworden.

Die beiden Bezirksämter wurden 1939 in Landratsämter, die Bezirke in Landkreise umbenannt. 1940 wurde Günzburg wieder in den Landkreis Günzburg eingegliedert, doch wurde dies 1949 wieder revidiert.

Altes Wappen

Im Rahmen der Gebietsreform entstand am 1. Juli 1972 aus dem bisherigen Landkreis Günzburg und dem Landkreis Krumbach (Schwaben) sowie der bislang kreisfreien Stadt Günzburg ein neuer Landkreis, der zunächst "Günzkreis" genannt wurde, am 1. Mai 1973 jedoch in "Landkreis Günzburg" umbenannt wurde. Die Stadt Günzburg erhielt für den Verlust ihrer Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft des Landkreises Günzburg zeichnet sich durch seine stabil gewachsene und fest im Landkreis verankerte heterogene Wirtschaftsstruktur aus. Die Wirtschaftsstruktur, ist geprägt von klein und mittelständischen Betrieben. Aber auch zahlreiche Weltmarktführer haben die Region als Standort gewählt und schätzen insbesondere die zentrale Lage des Standortes. Im Umkreis von 400 Kilometern Entfernung leben rund 25% der gesamten europäischen Bevölkerung. Das produzierende und verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor bilden mit rund 43% bzw. 41% aller Arbeitsplätze die tragenden Säulen. Besonders ausgeprägt ist hierbei vor allem der Bereich "Gesundheit und Soziales". Die Vielfalt aus Technologie und Handwerk, Industrie, Gewerbe und Dienstleistung sorgt für Synergieeffekte. Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen und des Arbeitsplatzangebotes war zuletzt durch eine herausragende Dynamik gekennzeichnet. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Zuletzt erhielt die Region besondere Aufmerksamkeit, als sie sich bei der Standortentscheidung für einen neuen "Legoland Freizeitpark" gegen den Mitbewerber Tokio durchsetzen konnte.

Verkehr

Im Kreis Günzburg eröffnete die Bayerische Staatsbahn schon 1853/54 die Hauptbahn Augsburg - Ulm über Burgau - Günzburg. In der Station Neuoffingen mündet seit 1876 die Donautalbahn von Donauwörth her ein.

Von der Kreisstadt Günzburg führt im Tal der Günz nach Ichenhausen und weiter im Kammeltal nach Krumbach hinauf die Mittelschwabenbahn, die 1910 nach Mindelheim verlängert worden ist.

Die Stadt Thannhausen an der Mindel erhielt 1894 durch eine - ebenfalls staatliche - Lokalbahn nach Dinkelscherben den Anschluss an die Hauptstrecke. Hier wurde der Personenverkehr 1966 eingestellt, Teile der Strecke sind inzwischen abgetragen.

Politik

Landrat ist seit 1996 Hubert Hafner (CSU). Er wurde Nachfolger von Georg Simnacher (CSU), der von 1967 bis 1996 Landrat und von 1974 bis 2003 Bezirkstagspräsident in Schwaben war.

Kreistag

Die Kreistagswahl 2008 ergab folgende Sitzverteilung:

2008
CSU 32
SPD 11
Freie Wähler des Landkreises e. V. 10
FDP 4
Grüne 3
Gesamt 60


Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Liste der kommunalen Wappen im Landkreis Günzburg

Städte

  1. Burgau (9384)
  2. Günzburg (19.722)
  3. Ichenhausen (8442)
  4. Krumbach (Schwaben) (12.562)
  5. Leipheim (6741)
  6. Thannhausen (6036)

Märkte

  1. Burtenbach (3247)
  2. Jettingen-Scheppach (6739)
  3. Münsterhausen (1997)
  4. Neuburg a.d.Kammel (3123)
  5. Offingen (4196)
  6. Waldstetten (1228)
  7. Ziemetshausen (2978)

Gemeindefreie Gebiete (3,26 km²)

  1. Ebershauser-Nattenhauser Wald
    (2,10 km²)
  2. Winzerwald (1,16 km²)

Gemeinden

  1. Aichen (1150)
  2. Aletshausen (1122)
  3. Balzhausen (1213)
  4. Bibertal (4717)
  5. Breitenthal (1234)
  6. Bubesheim (1446)
  7. Deisenhausen (1561)
  8. Dürrlauingen (1698)
  9. Ebershausen (623)
  10. Ellzee (1159)
  11. Gundremmingen (1555)
  12. Haldenwang (1834)
  13. Kammeltal (3360)
  14. Kötz (3237)
  15. Landensberg (676)
  16. Rettenbach (1629)
  17. Röfingen (1103)
  18. Ursberg (3479)
  19. Waltenhausen (701)
  20. Wiesenbach (1010)
  21. Winterbach (789)


Verwaltungsgemeinschaften

  1. Haldenwang
    (Gemeinden Dürrlauingen, Haldenwang, Landensberg, Röfingen und Winterbach)
  2. Ichenhausen
    (Stadt Ichenhausen, Markt Waldstetten und Gemeinde Ellzee)
  3. Kötz
    (Gemeinden Bubesheim und Kötz)
  4. Krumbach (Schwaben)
    (Gemeinden Aletshausen, Breitenthal, Deisenhausen, Ebershausen, Waltenhausen und Wiesenbach)
  5. Offingen
    (Markt Offingen und Gemeinden Gundremmingen und Rettenbach)
  6. Thannhausen
    (Stadt Thannhausen, Markt Münsterhausen und Gemeinde Balzhausen)
  7. Ziemetshausen
    (Markt Ziemetshausen und Gemeinde Aichen)

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Bezirksamt Zusmarshausen — Basisdaten[1] Regierungsbezirk Schwaben Verwaltungssitz Zusmarshausen Fläche 321 km² (1910) Einwohner 16.872 (1910) Bevölkerungsdichte 53 Einw./km …   Deutsch Wikipedia

  • Günzburg — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Günzburg [1] — Günzburg, unmittelbare Stadt im bayr. Regbez. Schwaben, am Einfluß der Günz in die Donau, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Ulm München Simbach und G. Krumbach, 479 m ü. M., hat 5 kath. Kirchen, ein altes Schloß, Gymnasium, Englisches… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Bezirksamt Augsburg — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Neu-Ulm — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Dillingen an der Donau — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Kronach — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Kitzingen — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Bezirksamt Neustadt an der Waldnaab — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”