Bezirksamt Kulmbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Kulmbach Deutschlandkarte, Position des Landkreises Kulmbach hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Verwaltungssitz: Kulmbach
Fläche: 656,41 km²
Einwohner: 76.817 (30. Sep. 2006)
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: KU
Kreisschlüssel: 09 4 77
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Konrad-Adenauer-Str. 5
95326 Kulmbach
Webpräsenz:
Landrat: Klaus Peter Söllner (Freie Wähler)
Lage des Landkreises Kulmbach in Bayern
Karte

Der Landkreis Kulmbach liegt in der Mitte des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Kronach und der Landkreis Hof, im Osten und Süden der Landkreis Bayreuth und im Westen der Landkreis Lichtenfels.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Gebiet des Landkreises Kulmbach hat im Nordosten Anteil am Frankenwald, im Osten am Fichtelgebirge, im Südwesten und Westen an der Fränkischen Schweiz und am Obermainischen Hügelland. Die größten Flüsse des Landkreises sind die beiden Quellflüsse des Mains, der Weiße Main (etwa in der Mitte des Kreises) und der Rote Main (im Süden), die sich am Westrand der Stadt Kulmbach zum Main vereinigen.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Kulmbach gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Bayreuth (Hohenzollern). 1810 kam das Gebiet an Bayern. Bereits 1804 wurde das Landgericht Stadtsteinach und 1812 dann das Landgericht Kulmbach errichtet. Beide gehörten zum Mainkreis bzw. ab 1817 Obermainkreis (ab 1838 Oberfranken). 1852 wurde das Landgericht Thurnau errichtet. Die beiden Landgerichte Kulmbach und Thurnau wurden 1862 zum Bezirksamt Kulmbach vereinigt. Gleichzeitig entstand das Bezirksamt Stadtsteinach aus dem gleichnamigen Landgericht. 1890 schied die Stadt Kulmbach aus dem Bezirksamt aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. Aus dem Bezirksämtern Kulmbach und Stadtsteinach wurden 1939 die Landratsämter bzw. aus den Bezirken die Landkreise Kulmbach und Stadtsteinach. 1940 wurde die Stadt Kulmbach in den Landkreis Kulmbach eingegliedert, doch wurde das 1945 wieder rückgängig gemacht.

Im Rahmen der Gebietsreform 1972 wurde der größte Teil des Landkreises Kulmbach mit der kreisfreien Stadt Kulmbach, dem Landkreis Stadtsteinach (ohne Markt Seibelsdorf) und dem Markt Wonsees des bisherigen Landkreises Ebermannstadt zum neuen Landkreis Kulmbach vereinigt. Die Stadt Kulmbach erhielt für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

Politik

Landrat

  • 1947–1970: Theodor Heublein (Wählergemeinschaft)
  • 1970–1984: Kurt Held CSU
  • 1984–1996: Herbert Hofmann CSU

Klaus Peter Söllner (Freie Wähler) ist seit 1. Mai 1996 Landrat des Landkreises Kulmbach.

Kreistag

CSU SPD FW Wählergemeinschaft Kulmbach Grüne/Offene Liste FDP Gesamt
2002 22 20 10 4 3 1 60
CSU SPD FW Wählergemeinschaft Kulmbach Grüne/Offene Liste FDP Gesamt
2008 23 16 12 3 4 2 60

Wappen

Durch eine gesenkte, eingeschweifte, von Schwarz und Silber gevierte Spitze, gespalten von Gold und Blau; vorne ein linksgewendeter, mit einer silbernen Schräglinksleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe, hinten ein rot bewehrter silberner Adler.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Landkreis Kulmbach ist drittwichtigster Lebensmittelstandort Bayerns. 30 % der Industriebeschäftigten sind in diesem Sektor tätig (Bier, Fleisch-/Wurstwaren, Backwaren, Gewürze). Kulmbach ist ein Standort der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, genauer der Bundesanstalt für Fleischforschung. Weitere wichtige Industriebranchen sind die Textilindustrie (20 % der Industriebeschäftigten) und der Maschinenbau (12 %).

Insgesamt sind im Landkreis Kulmbach 24.325 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte tätig (Stand: Dezember 2007).

Wichtigste gewerbliche Arbeitgeber sind (Stand: Oktober 2005):

  • IREKS GmbH
  • Klinikum Kulmbach
  • Kulmbacher Brauerei AG
  • Sparkasse Kulmbach-Kronach
  • Raps GmbH & Co. KG
  • Glen Dimplex Deutschland GmbH
  • Druckerei Töpfer GmbH Kulmbach

Verkehr

Die Ludwig-Ost-West-Bahn erreichte 1846 von Lichtenfels kommend über Kulmbach mainaufwärts den Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg und überquerte schon 1846 trotz der technischen Schwierigkeiten, unter anderem durch die Schiefe Ebene, die Höhenzüge des Fichtelgebirges bis zum Endpunkt Hof an der Saale. Von Neuenmarkt-Wirsberg aus wurde 1853 Bayreuth durch die Bahnstrecke Bayreuth–Neuenmarkt-Wirsberg an das Schienennetz angeschlossen.

Dieses wurde erst um die Jahrhundertwende durch die Bayerische Staatsbahn geringfügig vergrößert und erreichte mit folgenden Lokalbahnen einen Umfang von 84 Kilometern:

  • 1896: Neuenmarkt-Wirsberg–Lanzendorf–Bischofsgrün
  • 1908: Kulmbach–Thurnau (1909 weiter nach Bayreuth)
  • 1913: Untersteinach–Stadtsteinach

Es wurde später um die Hälfte, also um 42 Kilometer, reduziert:

  • 1956: Untersteinach–Stadtsteinach 5 km
  • 1973: Thurnau–Aichen–Bayreuth 12 km
  • 1974: Neuenmarkt-Wirsberg–Lanzendorf–Bischofsgrün 9 km
  • 1993: Kulmbach–Thurnau 16 km

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Kulmbach, Große Kreisstadt (27.202)
  2. Kupferberg (1070)
  3. Stadtsteinach (3409)

Märkte

  1. Grafengehaig (988)
  2. Kasendorf (2590)
  3. Ludwigschorgast (983)
  4. Mainleus (6687)
  5. Marktleugast (3465)
  6. Marktschorgast (1606)
  7. Presseck (2041)
  8. Thurnau (4460)
  9. Wirsberg (1986)
  10. Wonsees (1166)

Gemeinden

  1. Guttenberg (568)
  2. Harsdorf (1066)
  3. Himmelkron (3476)
  4. Ködnitz (1655)
  5. Neudrossenfeld (3952)
  6. Neuenmarkt (3098)
  7. Rugendorf (1051)
  8. Trebgast (1689)
  9. Untersteinach (1945)

Keine Gemeindefreien Gebiete

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Kasendorf
    (Märkte Kasendorf und Wonsees)
  2. Marktleugast
    (Märkte Grafengehaig und Marktleugast)
  3. Stadtsteinach
    (Stadt Stadtsteinach und Gemeinde Rugendorf)
  4. Trebgast
    (Gemeinden Harsdorf, Ködnitz und Trebgast)
  5. Untersteinach
    (Stadt Kupferberg, Markt Ludwigschorgast, Gemeinden Guttenberg und Untersteinach)

Bild:Map of Landkreis Kulmbach.png

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


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