Bezirksamt Landsberg am Lech
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Landsberg am Lech Deutschlandkarte, Position des Landkreises Landsberg am Lech hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Landsberg am Lech
Fläche: 804,49 km²
Einwohner: 112.499 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 140 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: LL
Kreisschlüssel: 09 1 81
Kreisgliederung: 31 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Von-Kühlmann-Straße 15
86899 Landsberg am Lech
Webpräsenz:
Landrat: Walter Eichner (CSU)
Lage des Landkreises Landsberg am Lech in Bayern
Karte

Der Landkreis Landsberg am Lech liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Aichach-Friedberg im Regierungsbezirk Schwaben, im Nordosten der Landkreis Fürstenfeldbruck, im Osten der Landkreis Starnberg, im Süden der Landkreis Weilheim-Schongau und im Westen die schwäbischen Landkreise Ostallgäu und Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Landkreis liegt im westlichen Oberbayern an der Grenze zu Schwaben und umfasst 31 Gemeinden mit einer Gesamtfläche von 804 km². Der Lech mit seinen zahlreichen Staustufen, der Ammersee, die im Süden bis an das Alpenvorland reichenden Landgemeinden und das, durch die A 96 München-Lindau und der B17 Romantische Straße sehr zentral gelegene Landsberg am Lech, bestimmen das Bild des Landkreises. Der niedrigste Punkt des Kreises liegt mit 525 Metern bei Unterbergen, der höchste mit 805 Metern im Stellerwald bei Schwabsoien.

Durch den Landkreis läuft, im wesentlichen entlang des Lechs, die bairisch - alemannische Sprachgrenze. Innerhalb weniger Kilometer sind oft deutliche Unterschiede im örtlichen Dialekt auszumachen.

Geschichte

Erste gesicherte Siedlungsspuren ca. 4000-1800 v. Chr. gibt es südlich von Pestenacker. Zahlreiche Grabhügelfelder und keltische Viereckschanzen sind aus der Bronzezeit (etwa 1550-1250 v. Chr.) und vor allem aus der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.) erhalten. Ab 15 v. Chr. gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Rätien. Westlich des Lechs führte die Via Claudia von Augsburg nach Verona. Epfach (Abodiacum) war eine bedeutende provinzialrömische Kleinsiedlung.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft erfolgte im 5./6. Jahrhundert die Landnahme durch Alemannen und Bajuwaren. Im Hochmittalter wurde das Gebiet von den Grafen von Dießen-Andechs und den Welfen beherrscht, die im 13. Jahrhundert von den Wittelsbachern beerbt wurden. Sie gründeten das herzogliche Landgericht Landsberg, das weit über die Grenzen des heutigen Landkreises nach Nordosten (Moorenweis, Jesenwang) und Süden (Wessobrunn, Rottenbuch) ausgriff.

Der Landrichter von Landsberg übte im Vertretung des Landesherrn die Hochgerichtsbarkeit, in zahlreichen Orten auch die niedere Gerichtsbarkeit aus. Daneben entstanden innerhalb des Landgerichts über 30 Hofmarken, in denen Adelige oder Klöster die niedere Gerichtsbarkeit unterhielten. Die letzten dieser Patrimonialgerichte und Hofmarken werden erst 1848 aufgelöst.

1803 wurden die Landgerichte neu geordnet bzw. teilweise auch neu errichtet. Das neu umschriebene Landgericht Landsberg umfasste danach die meisten Orte des heutigen Landkreises, doch wurden damals einige Orte im Süden das alten Landgerichts den Landgerichten Schongau und Weilheim zugeschlagen. Bei der Errichtung des Landgerichts Bruck (später Fürstenfeldbruck) 1823 musste das Landgericht Landsberg im Nordosten einige Gemeinden an das neue Landgericht abgeben.

1862 wurde ein neues Landgericht Dießen errichtet. Dieses bildete zusammen mit dem Landgericht Landsberg das Bezirksamt Landsberg als Verwaltungsbehörde unter einem "Kgl. Bezirksamtmann", doch wurde 1879 das Landgericht Dießen bereits wieder aufgelöst. Auf die Bezirksstruktur hatte dies keine Auswirkungen. Schon zwei Jahre vorher (1877) war die Stadt Landsberg am Lech aus dem Bezirksamt Landsberg ausgeschieden und eine kreisunmittelbare Stadt geworden. Die Umbenennung des Bezirksamts in Landratsamt bzw. des Bezirks in Landkreis erfolgte 1939. Der erste Landrat war Hermann Loew (bis 1942). 1940 wurde die Stadt Landsberg am Lech wieder in den Landkreis eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.

Im Zuge der Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Landsberg am Lech, die kreisfreie Stadt Landsberg am Lech sowie 14 Gemeinden der Nachbarlandkreise Fürstenfeldbruck, Schongau und Kaufbeuren zum neuen Landkreis Landsberg am Lech vereinigt. Die Stadt Landsberg am Lech erhielt durch den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt.

2002 wurde die Schreibweise des Namens von „Landsberg a.Lech“ in „Landsberg am Lech“ geändert.

Politik

Landrat

  • 1945-1958: Otto Gerbl (CSU)
  • 1958-1984: Bernhard Müller-Hahl (CSU)
  • 1984-2002: Erwin Filser (CSU)
  • seit 2002: Walter Eichner (CSU)

Als stellvertretende Landräte amtieren seit 2002 Peter Ditsch (CSU) und Ruth Sobotta (SPD).

Kreistag

Die Sitzeverteilung im Kreistag.
Jahr CSU SPD Grüne FDP FW UBV ÖDP BP gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 27 8 8 2 6 4 2 3 60 63,9
2002 30 11 5 1 5 4 2 2 60 68,4

UBV = Unabhängige Bürgervereinigung

Die ÖDP und die FDP bilden eine Ausschussgemeinschaft.

Wappen

Unter einem von Weiß und Blau gerauteten Schildhaupt, gespalten von Rot und Silber, vorne ein goldener Adler, hinten ein aufsteigender roter Löwe.

Wirtschaft und Infrastruktur

Neben der Landwirtschaft ist das Handwerk einen wichtiger Faktor der gewerblichen Wirtschaft. Betriebe mit überregionaler Bedeutung sind im Landkreis Landsberg ebenfalls ansässig, so zum Beispiel die Firma Hilti in Kaufering, die Firma Hirschvogel in Denklingen, die Rational AG (Heißluftgeräte), die Pannenhilfezentrale Süddeutschland und das Technikzentrum des ADAC in Landsberg am Lech sowie Webasto in Utting am Ammersee und Landsberg am Lech oder Klausner Holz Bayern.

Verkehr

Die beiden Knotenpunkte des Eisenbahnnetzes in diesem Kreis - Kaufering und Geltendorf - liegen an der 1872/73 eröffneten Staatsbahnlinie München - Buchloe, auf der auch die Fernzüge in die Schweiz verkehren.

Von Kaufering führte schon 1872 eine Strecke nach der Kreisstadt Landsberg, die 1886 lechaufwärts bis Schongau weitergebaut wurde. Nach Norden entstand bereits 1877 die Verbindung nach Augsburg.

In Geltendorf kreuzt seit 1898 die Ammerseebahn Augsburg - Weilheim mit der Ostwestlinie München - Buchloe.

Von den 90 Streckenkilometern, die das Netz umfasst, wurden 23 km der Linie Landsberg - Schongau (Fuchstalbahn) für den regulären Personenverkehr stillgelegt; den Güterverkehr auf dieser Strecke bedient die Augsburger Localbahn GmbH.

Die in Ost-West-Richtung verlaufende Bundesautobahn 96 verbindet das Allgäu mit München. Die B 17 (teilweise als Romantische Straße) führt von Augsburg in den Raum Füssen und Tirol.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Stadt

  1. Landsberg am Lech, Große Kreisstadt (27.568)

Märkte

  1. Dießen am Ammersee (10.154)
  2. Kaufering (9905)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Fuchstal
    (Gemeinden Fuchstal und Unterdießen)
  2. Igling
    (Gemeinden Hurlach, Igling und Obermeitingen)
  3. Prittriching
    (Gemeinden Prittriching und Scheuring)
  4. Pürgen
    (Gemeinden Pürgen, Hofstetten und Schwifting)
  5. Reichling
    (Gemeinden Apfeldorf, Kinsau, Reichling, Rott, Thaining und Vilgertshofen)
  6. Schondorf am Ammersee
    (Gemeinden Eching am Ammersee, Greifenberg und
    Schondorf am Ammersee)
  7. Windach
    (Gemeinden Eresing, Finning und Windach)


Gemeindefreies Gebiet

  1. Ammersee (47,42 km²)

Gemeinden

  1. Apfeldorf (1060)
  2. Denklingen (2475)
  3. Eching am Ammersee (1625)
  4. Egling an der Paar (2238)
  5. Eresing (1794)
  6. Finning (1685)
  7. Fuchstal (3443)
  8. Geltendorf (5604)
  9. Greifenberg (2083)
  10. Hofstetten (1775)
  11. Hurlach (1606)
  12. Igling (2398)
  13. Kinsau (1026)
  14. Obermeitingen (1562)
  15. Penzing (3693)
  16. Prittriching (2391)
  17. Pürgen (3241)
  18. Reichling (1621)
  19. Rott (1505)
  20. Scheuring (1811)
  21. Schondorf am Ammersee (3900)
  22. Schwifting (900)
  23. Thaining (927)
  24. Unterdießen (1360)
  25. Utting am Ammersee (4161)
  26. Vilgertshofen (2489)
  27. Weil (3675)
  28. Windach (3636)

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Literatur

  • Bernhard Müller-Hahl: Heimatbuch Stadt- und Landkreis Landsberg a.Lech
  • Bernhard Müller-Hahl: Landsberg a.Lech - Sagen und Legenden zwischen Lech und Ammersee

Weblinks


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