Bezirksamt Passau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Passau Deutschlandkarte, Position des Landkreises Passau hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Verwaltungssitz: Passau
Fläche: 1.530,04 km²
Einwohner: 188.462 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PA
Kreisschlüssel: 09 2 75
Kreisgliederung: 38 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Domplatz 11
94032 Passau
Webpräsenz:
Landrat: Franz Meyer (CSU/Bürgerunion)
Lage des Landkreises Passau in Bayern
Karte

Der Landkreis Passau liegt im bayerischen Regierungsbezirk Niederbayern. Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Freyung-Grafenau, im Osten der Bezirk Rohrbach und im Süden der Bezirk Schärding, welche beide zum österreichischen Bundesland Oberösterreich gehören, im Westen der Landkreis Rottal-Inn und im Nordwesten der Landkreis Deggendorf. Die kreisfreie Stadt Passau schiebt sich von Osten wie ein Keil in das Kreisgebiet, so dass sich der Landkreis halbkreisförmig um diese Stadt erstreckt. Flächenmäßig liegt er in Bayern auf Platz 3 der Landkreise und bevölkerungsmäßig auf Platz 5.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Durch das Kreisgebiet fließt von Nordwesten nach Südosten die Donau. Im Osten des Kreises bildet diese die Grenze zu Österreich (Oberösterreich). Die Donau teilt das Kreisgebiet in zwei unterschiedliche Landschaften. Im Norden ziehen sich die Ausläufer des Bayerischen Waldes bis zu Höhen von nahezu 1.000 m hinauf. Am Rande des Bayerischen Waldes fließt die Ilz, ein linker Nebenfluss der Donau, die in Passau mündet. Südlich der Donau dehnt sich eine Hügellandschaft aus, die sich bis zum Rottal erstreckt. Die Rott ist ein linker Nebenfluss des Inns, durchzieht das südliche Kreisgebiet von West nach Ost und mündet bei Neuhaus am Inn. Im Westen des Kreises fließt noch auf einige Kilometer die Vils, bevor diese in Vilshofen in die Donau mündet.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Passau gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Passau und kam 1806 an Bayern. Dann wurden die Landgerichte Passau und Wegscheid errichtet. Bereits 1803 waren die Landgerichte Griesbach im Rottal und Vilshofen errichtet worden. Die Stadt Passau wurde 1809 eine kreisunmittelbare Stadt. Diese gehörte ebenso wie alle Landgerichte zum Unterdonaukreis, der 1838 in Niederbayern umbenannt wurde. Gleichzeitig wurde das Landgericht Passau in die Landgerichte Passau I und Passau II geteilt, vom Landgericht Griesbach das Landgericht Rottalmünster und vom Landgericht Vilshofen das Landgericht Osterhofen abgetrennt. Veränderungen gab es auch beim Landgericht Wegscheid. Ab 1862 bildeten die Landgerichte Passau I und Passau II das Bezirksamt Passau, die Landgerichte Griesbach im Rottal und Rottalmünster das Bezirksamt Griesbach im Rottal und die Landgerichte Vilshofen und Osterhofen das Bezirksamt Vilshofen. Ferner wurde aus dem Landgericht Wegscheid und dem neu gebildeten Gericht Waldkirchen das Bezirksamt Wegscheid gebildet. Dieses gehörte von 1880 bis 1888 zum Bezirksamt Passau, wurde dann aber wieder neu errichtet. 1939 wurden die vier Bezirksämter (Griesbach im Rottal, Passau, Vilshofen und Wegscheid) in Landratsämter und die dazugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde der heutige Landkreis Passau errichtet. Dabei wurden ihm der Landkreis Wegscheid, der Landkreis Griesbach im Rottal (bis auf drei Gemeinden) und der östliche Teil des Landkreises Vilshofen zugeteilt. Der westliche Teil des Landkreises Vilshofen (Raum Osterhofen) kam zum vergrößerten Landkreis Deggendorf. Passau blieb eine kreisfreie Stadt, erhielt aber einige Gemeinden des Landkreises Passau und blieb auch Sitz des vergrößerten Landkreises Passau.

Sitzverteilung im Kreistag 2008

Politik

Das Landratsamt am Passauer Domplatz

Landrat des Landkreises Passau ist Franz Meyer von der CSU, der nach der Kommunalwahl 2008 den langjährigen Landrat Hanns Dorfner ablöst. Mit 66,7 % der Stimmen siegte er vor Jella Teuchner von der SPD (12 %) und Marieluise Erhard von den Freien Wählern.

Religion

Der Landkreis ist mehrheitlich katholisch geprägt. Lediglich die Gemeinde Ortenburg ist historisch bedingt evangelisch geprägt. Insgesamt sind 84% der Bevölkerung sind römisch-katholisch, 8,1% sind evangelisch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bildung

Im Landkreis existieren neben 58 Haupt- und Grundschulen mit 12.235 Schülern:

  • Gymnasien in Fürstenzell, Pocking, Untergriesbach und Vilshofen mit insgesamt 3.545 Schülern
  • Realschulen in Bad Griesbach, Hauzenberg, Ortenburg, Tittling und Vilshofen mit insgesamt 3.601 Schülern
  • Acht berufliche Schulen mit insgesamt 6.889 Schülern
  • Vier Sonderschulen in Hauzenberg, Pocking und Vilshofen mit insgesamt 595 Schülern

Schülerzahlen Stand Schuljahr 2008/09

Daneben nutzen viele Schüler das Bildungsangebot der angrenzenden kreisfreien Stadt Passau, sowie die weiterführenden Bildungsangebote der benachbarten Landkreise.

Verkehr

Die Hauptachsen des Verkehrs im Landkreis Passau sind die in Passau zusammenlaufenden Autobahnen und Bundesstraßen.
Die wichtigste Verbindung ist die Autobahn A 3 die von Regensburg kommend den Landkreis von Nordwesten nach Südosten durchquert und am Grenzübergang Suben in die österreichische Innkreis Autobahn A 8 nach Linz übergeht.
Parallel zu dieser Autobahn verläuft die Bundesstraße 8.
In Nord - Süd Richtung durchquert die Bundesstraße 12 den Landkreis. Diese hat im Norden Anschluss an die tschechische Schnellstraße 4 und verbindet in ihrem Südast Passau mit München. Für diesen Ast ist ein Ausbau zur Autobahn A 94 geplant.
Neben diesen Straßen verbindet die Bundesstraße 85 Passau mit den größeren Städten des Bayerischen Waldes wie Grafenau, Regen und Cham.
Insgesamt sind im Landkreis 34 km Autobahn, 122 km Bundesstraßen, sowie 4229 km weitere Straßen (Stand 31. Dezember 2007).

Eine weitere wichtige Verkehrsachse des Landkreises ist die Haupteisenbahnstrecke Nürnberg - Passau - Linz. Welche stündlich von Regionalzügen, zweistündig von Fernverkehrszügen, sowie von Güterzügen befahren wird. Auf dieser Strecke liegen mit dem Bahnhof in Vilshofen an der Donau lediglich ein Bahnhof im Landkreisbereich.
Neben dieser Hauptstrecke existiert noch eine Nebenstrecke in Richtung Rottal, welche täglich von neun Zugpaaren befahren wird. Auf dieser Strecke befinden sich im Landkreisgebiet sieben Haltestellen, sowie der Bahnhof Pocking.
Neben diesen beiden noch aktiv betriebenen Strecken, gab es noch weitere Bahnstrecken von Passau nach Freyung, Haidmühle, Hauzenberg und Wegscheid. Sowie eine Verbindungsstrecke von Kalteneck nach Deggendorf und zwei Stichstrecken von Vilshofen nach Aidenbach und Ortenburg. Diese Strecken werden heute nicht mehr aktiv im Personenverkehr betrieben und wurden zum Teil abgerissen.

Alle Bahn- und Busverbindungen innerhalb des Landkreises Passaus sind im Tarif der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau integriert.

Neben mehreren Sportflugplätzen existiert in Vilshofen an der Donau ein Verkehrsflughafen.

Durch den Fall des Eisernen Vorhangs und den Bau des Main-Donau-Kanals wurde die den Landkreis durchziehende Donau zu einem immer bedeutenderen internationalen Wasserweg.

Gesundheitswesen

Der Landkreis betreibt mit seiner Tochter der Passau Krankenhaus gGmbH insgesamt vier Krankenhäuser in Rotthalmünster, Vilshofen, Wegscheid und Bad Füssing. Daneben existiert ein medizinisches Versorgungszentrum in Hauzenberg mit einer Filiale in Füstenzell. Weitere Einrichtungen sind das geriatrische Rehazentrum in Aidenbach und eine Spezialeinrichtung für Wachkomapatienten in Obernzell.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Bad Griesbach i.Rottal (8478)
  2. Hauzenberg (12.269)
  3. Pocking (14.918)
  4. Vilshofen an der Donau (16.337)

Märkte

  1. Aidenbach (3138)
  2. Eging a.See (3960)
  3. Fürstenzell (7809)
  4. Hofkirchen (3599)
  5. Hutthurm (5924)
  6. Kößlarn (1935)
  7. Obernzell (3883)
  8. Ortenburg (7130)
  9. Rotthalmünster (5023)
  10. Ruhstorf a.d.Rott (7074)
  11. Tittling (3717)
  12. Untergriesbach (6287)
  13. Wegscheid (5715)
  14. Windorf (4768)

Gemeinden

  1. Aicha vorm Wald (2466)
  2. Aldersbach (4311)
  3. Bad Füssing (6729)
  4. Beutelsbach (1129)
  5. Breitenberg (2162)
  6. Büchlberg (4101)
  7. Fürstenstein (3473)
  8. Haarbach (2581)
  9. Kirchham (2354)
  10. Malching (1294)
  11. Neuburg a.Inn (4155)
  12. Neuhaus a.Inn (3560)
  13. Neukirchen vorm Wald (2703)
  14. Ruderting (3074)
  15. Salzweg (6582)
  16. Sonnen (1474)
  17. Tettenweis (1702)
  18. Thyrnau (4192)
  19. Tiefenbach (6684)
  20. Witzmannsberg (1772)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Aidenbach
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Aidenbach (Markt) und Beutelsbach
  2. Rotthalmünster
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Malching und Rotthalmünster (Markt)
  3. Tittling
    mit den Mitgliedsgemeinden
    Tittling (Markt) und Witzmannsberg

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


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