Bezirksamt Pforzheim
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Nordbaden
Verwaltungssitz: Pforzheim
Fläche: 279 km²
Einwohner: 75.847 (27. Mai 1970)
Bevölkerungsdichte: 271 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PF
Kreisgliederung: 34 Gemeinden
Karte
Bild:BW-AlteLandkreise-PF.png

Der Landkreis Pforzheim war ein Landkreis in Baden-Württemberg, der im Zuge der Kreisreform am 1. Januar 1973 aufgelöst wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Landkreis Pforzheim lag im Westen Baden-Württembergs. Seine Nachbarkreise waren im Uhrzeigersinn beginnend im Westen Karlsruhe, Vaihingen, Leonberg und Calw. Kreissitz war die kreisfreie Stadt Pforzheim, die somit nicht zum Kreisgebiet gehörte. Sie teilte das Kreisgebiet in einen größeren Teil im Nordwesten Pforzheims und einen kleineren Teil im Südosten der Stadt.

Geografisch hatte er Anteil am Kraichgau im Norden und an den Ausläufern der nördlichen Schwarzwalds.

Geschichte

Das Gebiet des Landkreises Pforzheim gehört zu den ältesten Gebietsteilen des Landes Baden, das 1806 zum Großherzogtum erhoben wurde. Aus dem alten Amt Pforzheim wurde unter Einbeziehung einer Gemeinden zunächst ein Stadt und Erstes Landamt sowie ein Zweites Landamt gebildet, das 1813 unter Ausschluss der Stadt Pforzheim wieder vereinigt wurde. 1819 wurden auch die Stadt Pforzheim wieder eingegliedert und dadurch das Oberamt Pforzheim gebildet. Im Norden des Kreisgebiets gab es ferner das Amt Stein, das jedoch bereits 1821 aufgelöst wurde. Seine Gemeinden wurden auf die Ämter Pforzheim, Bretten und Durlach aufgeteilt. Das somit noch bestehende Oberamt Pforzheim (ab 1864 Bezirksamt), das zum Landeskommissärbezirk Karlsruhe gehörte, bestand in seinen Grenzen bis 1920 unverändert. Dann wurde die Gemeinde Stein vom Amt Bretten eingegliedert und bei der Auflösung des Amtes Bretten 1936 erhielt es noch die Gemeinde Nußbaum. Wie alle badischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Pforzheim 1939 aufgrund des "Gesetzes über die Landkreisselbstverwaltung" die Bezeichnung Landkreis Pforzheim.

Nach der Bildung des Landes Baden-Württemberg 1952 gehörte der Landkreis Pforzheim zum Regierungsbezirk Nordbaden. Durch die Gemeindereform ab 1970 veränderte sich das Kreisgebiet in drei Fällen. Am 1. September 1971 wurde die Gemeinde Ittersbach dem Landkreis Karlsruhe zugeordnet, weil sie am gleichen Tag Teil der neu gebildeten Gemeinde Karlsbad wurde. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Würm in den Stadtkreis Pforzheim eingegliedert. Ebenso erging es der Gemeinde Hohenwart am 1. April 1972.

Mit Wirkung vom am 1. Januar 1973 wurde der Landkreis Pforzheim aufgelöst und seine Gemeinden wurden Teil des neu gebildeten Enzkreises, der damit Rechtsnachfolger des Landkreises Pforzheim wurde. Doch gab dieser am 1. Januar 1974 noch die Gemeinde Büchenbronn, am 1. Januar 1975 die Gemeinde Huchenfeld und am 20. September 1975 die Gemeinde Eutingen an der Enz, die alle zum Landkreis Pforzheim gehörten, an den Stadtkreis Pforzheim ab.

Einwohnerentwicklung

Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Jahr Einwohnerzahlen
17. Mai 1939 43.067
13. September 1950 55.930
Jahr Einwohnerzahlen
6. Juni 1961 63.080
27. Mai 1970 75.847

Politik

Landrat

Die Oberamtmänner bzw. Landräte des Bezirksamts bzw. Landkreises Pforzheim 1807- 1972:

Wappen

Der Landkreis Pforzheim besaß kein eigenes Wappen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führte von West nach Ost die Bundesautobahn A 8 Karlsruhe-Stuttgart. Ferner führten die Bundesstraßen B 10, B 294 und B 463.

Städte und Gemeinden

Zum Landkreis Pforzheim gehörten ab 1938 zunächst 34 Gemeinden. Städte gab es im Kreisgebiet nicht.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang machte am 1. Juli 1971 die Gemeinde Dietenhausen, die in die Gemeinde Ellmendingen eingegliedert wurde, die wiederum am 30. März 1972 Teil der neuen Gemeinde Keltern wurde. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig, bis der Landkreis Pforzheim schließlich 1973 im Enzkreis aufging.

Größte Gemeinde des Landkreises war Eutingen an der Enz, kleinste Gemeinde war Dietenhausen.

Die Gemeinden des Landkreises Pforzheim vor der Gemeindereform. Alle Gemeinden - mit Ausnahme von Ittersbach - gehören heute zum Enzkreis bzw. zum Stadtkreis Pforzheim ¹); Ittersbach gehört als Teil der Gemeinde Karlsbad zum Landkreis Karlsruhe:

frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohnerzahl am 6. Juni 1961
Bauschlott Neulingen 987
Bilfingen Kämpfelbach 1.561
Büchenbronn ¹ Pforzheim 3.231
Dietenhausen Keltern 201
Dietlingen Keltern 2.876
Dürrn Ölbronn-Dürrn 1.046
Eisingen Eisingen 1.425
Ellmendingen Keltern 1.836
Ersingen Kämpfelbach 3.039
Eutingen an der Enz ¹ Pforzheim 6.129
Göbrichen Neulingen 1.197
Hamberg Neuhausen 699
Hohenwart ¹ Pforzheim 745
Huchenfeld ¹ Pforzheim 2.354
Ispringen Ispringen 4.111
Ittersbach Karlsbad 1.941
Kieselbronn Kieselbronn 1.731
Königsbach Königsbach-Stein 3.765
Langenalb Straubenhardt 880
Lehningen Tiefenbronn 346
Mühlhausen Tiefenbronn 734
Neuhausen Neuhausen 940
Niefern Niefern-Öschelbronn 5.644
Nöttingen Remchingen 1.351
Nußbaum Neulingen 729
Öschelbronn Niefern-Öschelbronn 1.892
Schellbronn Neuhausen 623
Singen Remchingen 1.819
Stein Königsbach-Stein 2.395
Steinegg Neuhausen 392
Tiefenbronn Tiefenbronn 1.293
Weiler Keltern 962
Wilferdingen Remchingen 2.885
Würm ¹ Pforzheim 1.321

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