Bezirksamt Rosenheim
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Rosenheim Deutschlandkarte, Position des Landkreises Rosenheim hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Rosenheim
Fläche: 1.439,4 km²
Einwohner: 246.828 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 171 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: RO
Kreisschlüssel: 09 1 87
Kreisgliederung: 46 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Wittelsbacherstr. 53
83022 Rosenheim
Webpräsenz:
Landrat: Josef Neiderhell (CSU)
Lage des Landkreises Rosenheim in Bayern
Karte

Der Landkreis Rosenheim liegt in Oberbayern und grenzt (im Uhrzeigersinn beginnend im Westen) an die Landkreise Miesbach, München, Ebersberg, Mühldorf am Inn und Traunstein sowie im Süden an das österreichische Bundesland Tirol mit dem Bezirk Kufstein. Die Kreisstadt Rosenheim wird ganz vom Landkreis umschlossen, gehört als kreisfreie Stadt selbst aber nicht dazu und ist in den einzelnen Daten des Landkreises deshalb auch nicht enthalten.

Zum Landkreis Rosenheim gehören die Städte Kolbermoor, Bad Aibling und Wasserburg am Inn, sowie 43 weitere Gemeinden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Landkreis Rosenheim liegt im Alpenvorland sowie im bayerischen Teil des Unterinntals. Landschaftlich interessant ist die vom würmeiszeitlichen Inngletscher hinterlassene Moränenlandschaft mit vielen Seen. Die im Tegernsee entspringende Mangfall fließt bei Rosenheim in den Inn. Zum Kreisgebiet gehört ein kleiner Teil des Chiemsees (Schafwaschen) und die Chiemseeinseln Frauen- und Herrenchiemsee. Der weitaus größte Teil des Chiemsees, auch der die Inseln umgebende Teil, gehört zum Nachbarlandkreis Traunstein. Im Süden liegen das Mangfallgebirge (der Wendelstein ist mit 1838 m die auffälligste (aber nicht höchste) Erhebung im Landkreis) und die Chiemgauer Alpen. Der höchste Berg ist der Große Traithen mit 1852 m.

Geschichte

Im 1. Jahrhundert befand sich bei Rosenheim eine Brücke über den Inn (römisch aeni, somit pons aeni genannt), der die Grenze zwischen den römischen Provinzen Raetien und Noricum bildete. Diese Brücke lag wahrscheinlich zwischen den beiden Orten Leonhardspfunzen und Langenpfunzen, wobei das Wort „pfunzen“ von röm-lat. "pont" = Brücke kommt. Im zwölften Jahrhundert ging das Gebiet in den Besitz der Wittelsbacher über, die alten Stammesherzogtümer wurden durch die landesherrlichen Gerichte und Ämter ersetzt. 1803 wurde das Gericht Aibling errichtet, doch bereits 1807 wieder aufgelöst. Gleichzeitig wurde das Landgericht Rosenheim neu umschrieben. Ferner gab es im Norden des heutigen Landkreises das Landgericht Wasserburg. Alle Landgerichte gehörten ab 1810 zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Neben den Landgerichten gab es im heutigen Kreisgebiet noch Herrschafts- bzw. Patrimonialgerichte und Hofmarken, die erst 1848 aufgelöst wurden. 1838 wurde das Landgericht Aibling wieder errichtet. Ferner entstand das Landgericht Haag. 1853 wurde noch das Landgericht Prien anstelle des 1848 aufgelösten Herrschaftsgerichts errichtet. 1862 bildeten die Landgerichte Rosenheim, Prien und Aibling das Bezirksamt Rosenheim als Verwaltungsbehörde unter einem „Kgl. Bezirksamtmann“. Die Landgerichte Wasserburg und Haag bildeten das Bezirksamt Wasserburg. Im Jahr 1864 erhielt die Gemeinde Rosenheim durch den Bayerischen König Ludwig II. die Stadtrechte. 1870 wurde sie eine kreisunmittelbare Stadt.

1900 wurde für den Raum Aibling ein eigenes Bezirksamt errichtet. Hierfür gab das Bezirksamt Rosenheim 22 Gemeinden ab, bekam jedoch vier Gemeinden des Bezirksamtes Traunstein. Die Bezirksämter wurden ab 1939 in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde aus dem Landkreis Rosenheim, dem Großteil des Landkreises Bad Aibling (die Gemeinde Grosshelfendorf im Nordwesten kam zum Landkreis München) sowie dem südlichen Teil des Landkreises Wasserburg am Inn der heutige Landkreis Rosenheim gebildet. Das restliche Gebiet des Landkreises Wasserburg kam an die Landkreise Mühldorf am Inn, Erding und Ebersberg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 279 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 8.890 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523).

Die bewirtschaftete Fläche dient vor allem der Milchviehhaltung. In Kolbermoor, Wasserburg und Raubling sind größere Industriebetriebe angesiedelt.

Der Chiemgau und das Inntal sind beliebte Fremdenverkehrsgegenden; große Kur- und Rehabilitationseinrichtungen befinden sich in Bad Aibling, Bad Feilnbach, Bad Endorf, Prien und Vogtareuth.

Nachbarlandkreise des Landkreis Rosenheim

Verkehr

Die kreisfreie Stadt Rosenheim ist ein wichtiger Eisenbahnknoten im Voralpenland, der schon 1857 durch die Bayerische Maximiliansbahn mit München über Holzkirchen–Bad Aibling verbunden wurde (Mangfalltalbahn). Sie wurde noch im selben Jahr über Kiefersfelden nach Kufstein in Tirol weitergeführt; seit 1860 besteht auch die Strecke über Prien–Traunstein–Freilassing nach Salzburg.

Erst 1871 eröffnete die Bayerische Staatsbahn die Direktverbindung von München über Grafing nach Rosenheim und von hier 1876 die Bahn innabwärts nach Mühldorf. In Wasserburg Bf zweigten seit 1902 die Verbindungsbahn nach Wasserburg Stadt und 1905 die Linie nach Ebersberg ab.

Weitere staatliche Lokalbahnen kamen hinzu: 1878 die Strecke Prien–Aschau (Chiemgaubahn) und 1908 Endorf–Obing (Chiemgauer Lokalbahn), eingestellt in den 80er Jahren und 2006 wieder als Wochenendbahn von privater Seite in Betrieb genommen, ferner 1897 die elektrische Bahn Bad Aibling–Bad Feilnbach der AG für E-Werke vorm. O.L. Kummer & Co, Dresden. (ca. 90 Jahre später eingestellt)

Die jüngste, 1914 erbaute Bahn von Rosenheim nach Frasdorf verlässt die Salzburger Hauptstrecke in Landl. Die Teilstrecke Rohrdorf-Frasdorf ist eingestellt worden, die Strecke Rosenheim-Rohrdorf ist eine reine Güterverkehrsbahnstrecke.

Fast ausschließlich dem Fremdenverkehr dienen zwei Schmalspurbahnen:

  • die Chiemseebahn, eine 1887 eröffnete, heute noch privat betriebene Zubringerlinie der Firma Ludwig Feßler vom Bahnhof Prien zur Schiffsstation Stock
  • Die Zahnradbahn der Wendelsteinbahn GmbH, die seit 1912 von Brannenburg aus den über 1700 m hohen Aussichtsberg erklimmt.

Die „Wachtl-Bahn“ ist eine elektrische Werksbahn, die von Kiefersfelden aus in den Steinbruch des ehem. Zementwerkes auf 7 km auch touristische Züge einsetzt.

Das Eisenbahnnetz von über 220 km Ausdehnung wurde durch die Stilllegung einiger Nebenstrecken um 45 km Länge reduziert:

  • 1968: Endorf–Amerang–Obing, 12 km
  • 1970: Landl–Rohrdorf–Frasdorf, 16 km
  • 1973: Bad Aibling–Bad Feilnbach, 12 km
  • 1987: Wasserburg Bf–Wasserburg Stadt, 5 km

(sh. aber die Anmerkungen zur Teileinstellung bzw. Freizeitbahn)

Politik

Landräte

  • 1948 - 1978: Georg Knott, (CSU)
  • 1978 - 1984: Josef Neiderhell sen., (CSU)
  • 1984 - 2008: Max Gimple, (CSU)
  • seit Mai 2008: Josef Neiderhell jun. (CSU)

Kreistag

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2002 2008
CSU 41 34
SPD 12 10
Freie Wähler/Überparteiliche Wählergemeinschaften 6 9
GRÜNE 4 8
Ödp/Parteifreie Umweltschützer 3 3
Die Republikaner 2 2
FDP 1 2
Bayernpartei 1 2
Gesamt 70 70

Wappen

Das Landkreiswappen zeigt oben die bayerischen weiß-blauen Rauten. Sie wurden vom Wappen des ehemaligen Landkreises Bad Aibling, dem ältesten Herrschaftsgebiet der Wittelsbacher, übernommen. Die beiden Seeblätter auf der linken Seite sind dem Wappen des Inselklosters Frauenchiemsee entnommen, und stehen für den Chiemgau, der den Osten des Landkreises bildet. Der rote Löwe auf der rechten Seite kommt vom Wappen der Stadt Wasserburg. Das Wappen wurde am 14. Mai 1976 in seiner heutigen Form eingeführt.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Bad Aibling (18.007)
  2. Kolbermoor (17.859)
  3. Wasserburg a.Inn (12.293)

Märkte

  1. Bad Endorf (7744)
  2. Bruckmühl (16.197)
  3. Neubeuern (4183)
  4. Prien a.Chiemsee (10.231)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Breitbrunn
    (Gemeinden Breitbrunn a.Chiemsee, Chiemsee und Gstadt a.Chiemsee)
  2. Halfing
    (Gemeinden Halfing, Höslwang und Schonstett)
  3. Pfaffing
    (Gemeinden Albaching und Pfaffing)
  4. Rott a.Inn
    (Gemeinden Ramerberg und Rott a.Inn)

Gemeindefreie Gebiete (10,37 km²)

  1. Rotter Forst-Nord (7,33 km²)
  2. Rotter Forst-Süd (3,04 km²)

Gemeinden

  1. Albaching (1602)
  2. Amerang (3608)
  3. Aschau i.Chiemgau (5661)
  4. Babensham (2831)
  5. Bad Feilnbach (7359)
  6. Bernau a.Chiemsee (6957)
  7. Brannenburg (5696)
  8. Breitbrunn a.Chiemsee (1461)
  9. Chiemsee (317)
  10. Edling (4168)
  11. Eggstätt (2912)
  12. Eiselfing (2933)
  13. Feldkirchen-Westerham (10.153)
  14. Flintsbach a.Inn (2939)
  15. Frasdorf (2974)
  16. Griesstätt (2606)
  17. Großkarolinenfeld (6916)
  18. Gstadt a.Chiemsee (1372)
  19. Halfing (2715)
  20. Höslwang (1255)
  21. Kiefersfelden (6865)
  22. Nußdorf a.Inn (2607)
  23. Oberaudorf (4898)
  24. Pfaffing (3886)
  25. Prutting (2461)
  26. Ramerberg (1368)
  27. Raubling (11.404)
  28. Riedering (5358)
  29. Rimsting (3688)
  30. Rohrdorf (5440)
  31. Rott a.Inn (3669)
  32. Samerberg (2626)
  33. Schechen (4564)
  34. Schonstett (1206)
  35. Söchtenau (2622)
  36. Soyen (2631)
  37. Stephanskirchen (9816)
  38. Tuntenhausen (6863)
  39. Vogtareuth (3126)

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen)

Weblinks


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