Bezirksamt Traunstein
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Traunstein Deutschlandkarte, Position des Landkreises Traunstein hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Verwaltungssitz: Traunstein
Fläche: 1.533,92 km²
Einwohner: 170.440 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: TS
Kreisschlüssel: 09 1 89
Kreisgliederung: 35 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Ludwig-Thoma-Str. 2
83278 Traunstein
Webpräsenz:
Landrat: Hermann Steinmaßl (CSU)
Lage des Landkreises Traunstein in Bayern
Karte

Der Landkreis Traunstein liegt im Südosten des Regierungsbezirks Oberbayern und ist der zweitgrößte Landkreis in Bayern. Er gehört zur Euregio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

An Traunstein grenzen im Norden die Landkreise Mühldorf am Inn und Altötting, im Osten die österreichischen Bundesländer Oberösterreich und Salzburg sowie der oberbayerische Landkreis Berchtesgadener Land, im Süden nochmals das Bundesland Salzburg sowie das Bundesland Tirol und im Westen der Landkreis Rosenheim an.

Das Kreisgebiet umfasst im Süden die Chiemgauer Alpen und im Norden die See-, Fluss- und Hügellandschaft des Chiemgaus. Von der südlichsten Landkreisgemeinde Reit im Winkl bis nach Engelsberg im Norden sind es rund 65 Kilometer, von Seebruck am Chiemsee im Westen bis Kirchanschöring im Osten rund 40 Kilometer. Der Chiemsee gehört außer den Inseln fast vollständig zum Kreisgebiet. Die höchste Erhebung ist das Sonntagshorn (1.961 m.ü.M.), der tiefste Punkt findet sich im Salzachtal bei Tittmoning (370 m. ü. M.). Die größten Flüsse sind die Alz, die dem Chiemsee im Norden entspringt und das nördliche Kreisgebiet in Richtung Inn durchfließt, deren rechter Nebenfluss, die Traun, die das Kreisgebiet von Süden nach Norden durchfließt, sowie die Tiroler Achen, die das südwestliche Kreisgebiet bis zu ihrer Mündung in den Chiemsee durchfließt. Im Osten bildet die Salzach die Grenze zu Österreich.

Geschichte

In Bayern entstanden 1802 die Landgerichte. Sie waren zuständig für Verwaltung und Rechtsprechung. Auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Traunstein gab es die Landgerichte Traunstein und Trostberg sowie ab 1810 Laufen und Tittmoning. Sie gehörten zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde.

1862 kam es zur Gründung des Bezirksamtes Traunstein, das verwaltungstechnisch die Landgerichtsbezirke Traunstein und Trostberg umfasste. Die Landgerichte Laufen und Tittmoning bildeten das Bezirksamt Laufen. 1876 wurde die Stadt Traunstein eine kreisunmittelbare Stadt und schied aus dem Bezirksamt Traunstein aus.

1939 wurden die Bezirke in Landkreise und die Bezirksämter in Landratsämter umbenannt. 1940 wurde die kreisfreie Stadt Traunstein in den Landkreis Traunstein eingegliedert, doch wurde dies 1948 wieder rückgängig gemacht.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurde dem Landkreis Traunstein der Großteil des Landkreises Laufen (mit den Zentren Waging und Tittmoning des Rupertiwinkels), drei Gemeinden des Landkreises Mühldorf am Inn sowie die bisher kreisfreie Stadt Traunstein angegliedert. Die Stadt Traunstein erhielt im Ausgleich für den Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Der Rest des Landkreises Laufen kam an den Landkreis Berchtesgadener Land, Tyrlaching im Norden an den Landkreis Altötting.

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaft, Industrie und Handel, Dienstleistung und Tourismus sind die Hauptsäulen der Wirtschaft im Landkreis. Industrielle Zentren sind die nördlich von Traunstein gelegenen Städte Traunreut und Trostberg, während der Fremdenverkehr eher im Süden des Landkreises angesiedelt ist.

Verkehr

Im Jahre 1860 wurde der über Traunstein führende Abschnitt Rosenheim - Salzburg der Bayerischen Maximiliansbahn eröffnet. Einige Jahrzehnte später wurden von der Stadt Traunstein aus mehrere Lokalbahnen der Bayerischen Staatsbahn in die Umgebung errichtet:

  • 1891 nach Trostberg, ab 1910 weiter bis Mühldorf,
  • 1895 nach Ruhpolding
  • 1902 nach Waging am See

Eine weitere Hauptstrecke verbindet seit 1894/1908 Mühldorf und Freilassing. Von ihr zweigte in Wiesmühl ab 1894 eine Stichbahn zur Stadt Tittmoning an der Salzach ab.

An die Fernbahn Rosenheim - Salzburg wurden ferner 1908 bzw. 1885 die Lokalbahnen Endorf - Obing und Übersee - Marquartstein angeschlossen.

Auf der während des Zweiten Weltkrieges erbauten Güterbahn Hörpolding - Traunreut fuhren einige Jahre auch Personenzüge. Seit dem 10. Dezember 2006 fahren die Regionalzüge der Südost­Bayern­Bahn von 6 bis 21 Uhr im angenäherten Stundentakt zwischen Traunstein und Traunreut.

Eine Besonderheit stellte die schmalspurige Staatliche Waldbahn Ruhpolding–Reit im Winkl dar, die aber nur wenige Jahre in Betrieb war.

Der wesentliche Teil des Bahnnetzes mit 108 km Länge ist noch heute in Betrieb. Stillgelegt wurden 46 km Nebenbahnen; davon entfällt die Hälfte auf die Waldbahn Ruhpolding - Reit i.W.

  • 1931: Ruhpolding - Reit im Winkl 23 km (Meterspur)
  • 1964: Hörpolding - Traunreut 3 km
  • 1968: Endorf - Aindorf - Obing 6 km und Übersee - Marquartstein 8 km
  • 1969: Wiesmühl - Tittmoning 6 km

Die Bahnstrecke Endorf - Obing wird seit 2005 allerdings wieder als Chiemgauer Lokalbahn betrieben. Ebenso wird die Strecke Hörpolding - Traunreut seit 2007 durch die zur DBAG gehörende Südostbayernbahn wieder im Personenverkehr betrieben.

Dazu kommen rund 40 Buslinien.

Durch den Landkreis Traunstein führen:

  • 24 km Autobahn (A 8 München – Salzburg)
  • 168 km Bundesstraßen
  • 226 km Staatsstraßen
  • 378 km Kreisstraßen
  • 2.239 km Gemeindestraßen

Politik

Landrat

  • 1952 - 1958: Hans Unnützer (CSU)
  • 1958 - 1970: Josef Kiene (SPD)
  • 1970 - 1990: Leonhard Schmucker (CSU)
  • 1990 - 2002: Jakob Strobl (CSU)
  • seit 1. Mai 2002: Hermann Steinmaßl (CSU)

Kreistag

Im Landkreis Traunstein gibt es im Kreistag aufgrund der hohen Einwohnerzahl 70 Kreisräte.

Sitzverteilung nach den Kommunalwahlen 2008:

Wappen

Das Wappenbild des Landkreises Traunstein zeigt auf seiner linken Hälfte einen blauen Panther auf silbernem Grund. Es ist das Wappen der Grafen von Spanheim, die bereits im 12. Jahrhundert den Chiemgau beherrschten. Die rechte obere Hälfte des Wappens zeigt einen rotbewehrten schwarzen Adler auf goldenem Grund - das Wappen des einstigen Bistums Chiemsee. Die rechte untere Hälfte zeigt auf rotem Grund eine weiße Burg und einen grünen Baum - das Wappen des Klosters Baumburg - und repräsentiert den nördlichen Teil des Landkreises.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

Städte

  1. Tittmoning (6097)
  2. Traunreut (21.062)
  3. Traunstein, Große Kreisstadt (18.707)
  4. Trostberg (11.655)

Märkte

  1. Grassau (6400)
  2. Waging a.See (6379)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Bergen
    (Gemeinden Bergen und Vachendorf)
  2. Marquartstein
    (Gemeinden Marquartstein und Staudach-Egerndach)
  3. Obing
    (Gemeinden Kienberg, Obing und Pittenhart)
  4. Waging a.See
    (Markt Waging a.See und Gemeinden Taching a.See und Wonneberg)

Gemeindefreie Gebiete (86,84 km²)

  1. Chiemsee (77,86 km²)
  2. Waginger See (8,98 km²)

Gemeinden

  1. Altenmarkt a.d.Alz (4276)
  2. Bergen (4815)
  3. Chieming (4462)
  4. Engelsberg (2680)
  5. Fridolfing (4129)
  6. Grabenstätt (4258)
  7. Inzell (4343)
  8. Kienberg (1395)
  9. Kirchanschöring (3115)
  10. Marquartstein (3144)
  11. Nußdorf (2417)
  12. Obing (3941)
  13. Palling (3328)
  14. Petting (2330)
  15. Pittenhart (1637)
  16. Reit im Winkl (2354)
  17. Ruhpolding (6351)
  18. Schleching (1778)
  19. Schnaitsee (3558)
  20. Seeon-Seebruck (4556)
  21. Siegsdorf (8025)
  22. Staudach-Egerndach (1116)
  23. Surberg (3110)
  24. Tacherting (5574)
  25. Taching a.See (1934)
  26. Übersee (4889)
  27. Unterwössen (3431)
  28. Vachendorf (1832)
  29. Wonneberg (1468)

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


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