Bezirksamt Wunsiedel
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge Deutschlandkarte, Position des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Verwaltungssitz: Wunsiedel
Fläche: 606,4 km²
Einwohner: 79.986 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: WUN
Kreisschlüssel: 09 4 79
Kreisgliederung: 17 Gemeinden
Adresse der Kreisverwaltung: Jean-Paul-Straße 9
95632 Wunsiedel
Webpräsenz:
Landrat: Karl Döhler (CSU)
Lage des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge in Bayern
Karte

Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge, amtlich Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Hof, im Osten der tschechische Verwaltungsbezirk Karlsbad (Karlovarský kraj), im Süden der Landkreis Tirschenreuth und im Westen der Landkreis Bayreuth.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Landkreis hat hauptsächlichen Anteil am Fichtelgebirge, das hufeisenförmig den Norden, Westen und Süden des Kreises einnimmt. Dazwischen liegt die so genannte Wunsiedeler Hochfläche, eine flach wellige Landschaft in etwa 600 Meter Höhenlage. Im Osten des Kreises fällt die Landschaft auf etwa 440 Meter ab. Die höchste Erhebung des Fichtelgebirges, der Schneeberg, liegt im Westen des Kreises. Größter und längster Fluss des Kreises ist die Eger, die im Fichtelgebirge entspringt, dann in West-Ost-Richtung durch das Kreisgebiet fließt und bei Hohenberg in Richtung Tschechische Republik Deutschland verlässt.

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Kreises gehörte vor 1800 überwiegend zum Fürstentum Bayreuth bzw. zu dessen Rechtsnachfolger Preußen. Es war in die sechs Ämter

  • Hohenberg
  • Kirchenlamitz
  • Selb
  • Thierstein
  • Weißenstadt
  • Wunsiedel

gegliedert, weshalb es auch als Sechsämterland bezeichnet wird. 1810 kam das Gebiet zu Bayern. 1812 wurden die Landgerichte Wunsiedel und Kirchenlamitz sowie Rehau und Selb errichtet. Die Stadt Marktredwitz – ursprünglich im Besitz der freien Reichsstadt Eger – kam 1816 ebenfalls zu Bayern und wurde dem Landgericht Wunsiedel zugeordnet. Wunsiedel und die Landgerichte Kirchenlamitz, Rehau und Selb gehörten alle zum Mainkreis, ab 1817 zum Obermainkreis. Der Obermainkreis wurde 1838 in Oberfranken umbenannt. 1859 entstand aus zwölf Gemeinden des Landgerichts Wunsiedel und vier Gemeinden des Landgerichts Selb das neue Landgericht Thiersheim.

1862 wurde aus den Landgerichten Wunsiedel, Thiersheim und Kirchenlamitz das Bezirksamt Wunsiedel und aus den Landgerichten Selb und Rehau das Bezirksamt Rehau gebildet. 1879 gab das Bezirksamt Rehau einige Gemeinden an das Bezirksamt Hof ab. 1919 schieden die Städte Selb aus dem Bezirksamt Rehau und Marktredwitz aus dem Bezirksamt Wunsiedel aus und wurden kreisunmittelbare Städte. 1939 wurden die beiden Bezirksämter in Landratsämter, die zugehörigen Bezirke in Landkreise umbenannt. 1940 wurden die Städte Selb und Marktredwitz in ihre jeweiligen Landkreise eingegliedert, doch wurde dies 1948 rückgängig gemacht.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern 1972 wurden der Landkreis Wunsiedel, der südliche Teil des Landkreises Rehau sowie die bisher kreisfreien Städte Marktredwitz und Selb zu einem neuen Landkreis vereinigt, der zunächst Landkreis Wunsiedel hieß. Der neue Landkreis sollte eigentlich den Namen Landkreis Fichtelgebirge erhalten. Der Vorschlag stieß auf Widerspruch im Landkreis Bayreuth, der auch maßgeblichen Anteil am Fichtelgebirge hat. 1973 wurde dem Landkreis dann sein heutiger Name Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge verliehen. Die beiden Städte Marktredwitz und Selb erhielten nach dem Verlust der Kreisfreiheit jeweils den Status einer Großen Kreisstadt.

Politik

Landräte

  • 1945–1946: Benno Timper (kommissarisch)
  • 1946–1951: Heinrich Zeitler
  • 1952–1953: Erhard Gräbner
  • 1954–1972: Heinrich Drechsel, SPD
  • 1972–1990: Christoph Schiller, SPD
  • 1990–2008: Dr. Peter Seißer, SPD
  • ab 2008: Dr. Karl Döhler, CSU

Die Landratswahl am 2. März 2008 hat Dr. Karl Döhler gewonnen. Damit stellt die CSU zum ersten Mal seit ihrer Gründung nach dem Zweiten Weltkrieg den Landrat in Wunsiedel. Bei der Wahl unterlegen war die Bundestagsabgeordnete Petra Ernstberger von der SPD.

Kreistag

Die Kommunalwahlen 2002 und 2008 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

CSU SPD Freie Wähler Wunsiedel Grüne Gesamt
2002 28 23 7 2 60
CSU SPD Freie Wähler Wunsiedel Grüne Gesamt
2008 25 23 10 2 60

Wappen

Unter von Silber und Schwarz geviertem Schildhaupt gespalten von Gold und Rot.
Vorne am Spalt ein rotbewehrter schwarzer Adler, hinten ein silbernes Hirschgeweih.

Die drei Teile des Wappens stehen für den alten Landkreis Wunsiedel (oben) sowie die beiden ehemaligen kreisfreien Städte Marktredwitz (links) und Selb (rechts).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der im Sechsämterland am Ostrand des Fichtelgebirges gelegene Landkreis Wunsiedel umfasst heute auch den Bahnhof von Marktredwitz. Hier kreuzen sich die 1877/78 von Hof aus nördlicher Richtung kommende und 1882 nach Wiesau–Weiden weitergeführte Strecke der Bayerischen Staatseisenbahnen mit der 1878/79 eröffneten Ost-West-Strecke von Nürnberg nach Schirnding, die 1883 Eger erreichte.

Vorher war der Nord-Süd-Verkehr zwischen Hof und Wiesau mehr als zehn Jahre lang über Eger–Waldsassen verlaufen, nachdem 1865 die Hof-Egerer Eisenbahn ihren Betrieb aufgenommen hatte. 1894 wurde die Stadt Selb über eine Lokalbahn erschlossen. Die Strecke führte vom Bahnhof Selb-Plößberg an der Strecke Hof–Eger zum Bahnhof Selb Stadt. Im Jahr 1914 wurde die Lokalbahn über Thiersheim nach Holenbrunn an der Strecke Hof–Marktredwitz verlängert.

Die Bayerischen Staatsbahnen schlossen 1877 die Stadt Wunsiedel über eine Lokalbahn an die Hauptbahn bei Holenbrunn an, 1913 folgte die Verlängerung der Strecke nach Leupoldsdorf.

Schließlich kamen 1899 noch die Lokalbahnstrecke Kirchenlamitz–Weißenstadt hinzu.

Das Eisenbahnnetz war damit genau 100 Kilometer lang. Heute werden davon nur noch 59 Kilometer mit Personenzügen bedient, davon 47 Kilometer überwiegend von der Vogtlandbahn.

Nach der Einstellung des grenzüberschreitenden Personenverkehrs Selb-Plößberg–Asch im Jahre 1945 fanden weitere Stilllegungen statt:

  • 1972: Kirchenlamitz Ost–Weißenstadt, zwölf Kilometer
  • 1975: Holenbrunn–Wunsiedel–Leupoldsdorf, elf Kilometer
  • 1986: Selb Stadt–Höchstädt–Thierstein–Thiersheim–Holenbrunn, zwölf Kilometer

Nach der Stilllegung des Wunsiedler Stadtbahnhofs für den Personenverkehr wurde der Bahnhof Holenbrunn umbenannt in Bahnhof Wunsiedel-Holenbrunn.

Eisenbahnknotenpunkt des Landkreises ist der Bahnhof Marktredwitz, wo sich die Strecken Nürnberg–Eger und Hof–Regensburg kreuzen. Der Landkreis Wunsiedel ist am Bahnhof Marktredwitz an den Franken-Sachsen-Express (Franken-Sachsen-Magistrale) angeschlossen.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2007[1])

  1. Hohenberger Forst (13,91 km²)
  2. Kaiserhammer Forst-Ost (8,01 km²)
  3. Martinlamitzer Forst-Süd (8,47 km²)
  4. Meierhöfer Seite (2,97 km²)
  5. Neubauer Forst-Süd (3,13 km²)
  6. Selber Forst (17,97 km²)
  7. Tröstauer Forst-Ost (9,71 km²)
  8. Tröstauer Forst-West (14,46 km²)
  9. Vordorfer Forst (9,71 km²)
  10. Weißenstadter Forst-Nord (5,45 km²)
  11. Weißenstadter Forst-Süd (15,11 km²)

  • Verwaltungsgemeinschaften
    • Schirnding
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Hohenberg a.d.Eger (Stadt) und Schirnding (Markt)
    • Thiersheim
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Höchstädt i.Fichtelgebirge, Thiersheim (Markt) und Thierstein (Markt)
    • Tröstau
      mit den Mitgliedsgemeinden
      Bad Alexandersbad, Nagel und Tröstau

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - Einwohnerzahlen

Weblinks


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