Bhargava
Manjul Bhargava in Oberwolfach, 2005

Manjul Bhargava (* 1974 in Hamilton (Ontario), Kanada) ist ein Mathematiker indischer Herkunft, der bedeutende Beiträge zur Zahlentheorie geleistet hat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bhargava wurde als Kind indischer Immigranten aus der Region Jaipur in Kanada geboren. Aufgewachsen ist er auf Long Island im US-Bundesstaat New York (Bundesstaat). Sein Vater ist Chemiker, seine Mutter Professorin für Mathematik an der Hofstra University auf Long Island. In der Schule fiel er einerseits durch vielseitige Begabungen auf, hatte aber andererseits Schwierigkeiten, weil er Kurse einfach nicht besuchte, wenn sie ihm nichts Neues brachten. Stattdessen zog er es vor, sich bei der Schülerzeitschrift zu engagieren, in der Tennis- und der Bowlingmannschaft seiner Schule zu spielen, Bücher über Mathematik zu lesen und zu lernen, wie man Sitar, Gitarre, Violine und vor allem Tabla spielt. Nach dem neunten Schuljahr hatte er bereits alle Mathematik- und Informatikkurse seiner High School abgeschlossen. Die zweite Hälfte des zehnten Schuljahrs verbrachte er bei seinen Großeltern in Indien. Sein Großvater Purushottam Lal Bhargava, ein in Indien berühmter Gelehrter, unterrichtete ihn in Sanskrit und indischer Geschichte. Außerdem vertiefte er sich in das Spiel der Tabla. Nach seiner Rückkehr belegte er 1992 den ersten Platz bei der ersten New York State Science Talent Search, was ihm ein Studium der Mathematik an der Harvard University ab 1992 ermöglichte.

Nach nur einem Jahr wurde Bhargava für seine herausragenden Studienleistungen mit dem Detur Prize der Harvard University ausgezeichnet. Bereits im Alter von 19 Jahren wurde er als Teaching Fellow eingesetzt. Für seine Erfolge in der Lehre erhielt er 1993 bis 1995 dreimal den Derek Bok Award der Harvard University. 1996 hat er sein Studium an der Harvard University mit dem Bachelor of Arts und der Note summa cum laude abgeschlossen. Für seine exzellenten Leistungen wurde er durch die Verleihung des Hoopes Prize der Harvard University geehrt.

Ab 1996 hat Bhargava Mathematik an der Princeton University studiert, wo er 2001 bei Andrew Wiles mit einer Arbeit zum Thema Higher Composition Laws mit summa cum laude promovierte. Zwei Jahre später erhielt er (noch im Alter von 28 Jahren) eine Professur für Mathematik an der Princeton University (full professor with tenure). Er ist damit einer der jüngsten Wissenschaftler, die jemals auf eine derartige Professur in Princeton berufen wurden.

Neben der Mathematik gehört das Spielen der Tabla zu den großen Leidenschaften Bhargavas. Er wurde mehrfach von Zakir Hussain unterrichtet, einem der bekanntesten und profiliertesten Tabla-Spieler unserer Zeit. In Harvard und in Princeton tritt Bhargava gelegentlich bei öffentlichen Konzerten auf. 2003 hat er sich am GigaPop Ritual beteiligt, einem verteilten Live-Konzert für digitale Dholaks, elektronische Didgeridoos, elektronische Violinen, Rbow, Sitar, Tabla und Bassgitarre, das von Musikern und Wissenschaftlern der McGill University und der Princeton University jeweils vor Ort gespielt wurde.

Leistungen

Bereits während seines Studiums in Harvard hat Bhargava vier originelle Arbeiten verfasst, in denen er etliche Resultate berühmter Mathematiker vereinheitlichte und verallgemeinerte [1] und mehrere bekannte Probleme löste [2]. Schlagartig berühmt wurde er durch seine Dissertation, in der er der seit 1801 bekannten Gauss'schen Komposition quadratischer Formen 13 weitere Kompositionen hinzufügte und eine gemeinsame Erklärung für deren Gültigkeit fand. Diese bahnbrechenden und völlig überraschenden Resultate wurden 2004 bis 2008 in einer aus vier Arbeiten bestehenden Serie in den Annals of Mathematics veröffentlicht. Stark beachtet wurde auch sein einfacher Beweis des sogenannten 15 Theorem von John Horton Conway und William Schneeberger. Inzwischen hat er gemeinsam mit Jonathan P. Hanke auch die als 290 Theorem bekannte Vermutung von Conway bewiesen.

Ehrungen

Für die während seines Studiums in Harvard geschriebenen Arbeiten wurde Bhargava 1996 mit dem gemeinsam von der American Mathematical Society, der Mathematical Association of America und der Society for Industrial and Applied Mathematics verliehenen Frank and Brennie Morgan Prize ausgezeichnet. 2003 erhielt er den Merten M. Hasse Prize der Mathematical Association of America und 2004 den Leonard M. and Eleanor B. Blumenthal Award. 2005 wurde er mit dem Clay Research Award und dem SASTRA Ramanujan Prize geehrt. 2008 hat er den bedeutenden Frank Nelson Cole Prize für Zahlentheorie der American Mathematical Society erhalten.

Einzelnachweise

  1. P-orderings and polynomial functions on arbitrary subsets of Dedekind rings, Journal für Reine und Angewandte Mathematik 490 (1997) 101 - 127
  2. Generalized factorials and fixed divisors over subsets of a Dedekind domain, J. Number Theory 72 (1998) 67-75

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