Bialogorzyno
Białogórzyno
Wappen von Białogórzyno
Białogórzyno (Polen)
DEC
Białogórzyno
Białogórzyno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Białogard
Gmina: Białogard
Geographische Lage: 54° 5′ N, 16° 5′ O54.08333333333316.0833333333337Koordinaten: 54° 5′ 0″ N, 16° 5′ 0″ O
Postleitzahl: 78-211
Telefonvorwahl: (+48) 94
Kfz-Kennzeichen: ZBI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Nosowo (DK 6)-Żeleźno-Białogard (DW 163)
Schienenweg: PKP-Linie Nr. 202: Stargard Szczeciński-Gdańsk, Bahnstation: Nosówko
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów

Białogórzyno (deutsch Bulgrin) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es liegt 13 Kilometer nordöstlich von Białogard (Belgard) und gehört zur Landgemeinde Białogard im Powiat Białogardzki.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Białogórzyno liegt zwischen der Kreisstadt Białogard und Koszalin (Köslin) unmittelbar an der Grenze zwischen dem Powiat Białogardzki und dem Powiat Koszaliński, die hier von dem Fluss Radew (Radüe) gebildet wird. Der Ort ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die von Nosowo (Nassow) an der Europastraße 28 über Nosówko (Bahnhof Nassow) nach Żeleźno (Silesen) und weiter nach Białogard führt. Bahnstation ist das vier Kilometer entfernte Nosówko an der Strecke Stettin - Danzig.

Geschichte

Bulgrin und Umgebung in 1891

Dem pommerschen Dorf Bulgrin an der östlichen Grenze des ehemaligen Kreis Belgard waren die Vorwerke Klempenkaten, Bahnhof Nassow (heute polnisch: Nosówko) sowie Krähenberg (Wronie Gniazdo), Biniack und Krausenkaten vorgelagert. Zum ersten Male fand der Ort Erwähnung in einer Urkunde von 1289. Im Jahre 1456 wird es als Lehnbesitz eines Geschlechtes namens Klankespar oder Kranksparn erwähnt. 1606 wird das Gut von Herzog Bogislaw XIII. der Familie von Ramel überlassen. 1773 kam es in den Besitz von Joachim von Kleist-Nemitz, danach an die Familie von Bonin und an noch andere Eigentümer, bis es im Jahr 1863 schließlich Ehrenfried Rossow kaufte.

Im Jahre 1867 hatte Bulgrin 580 Einwohner und 56 Wohngebäude aufzuweisen, 1939 waren es 614 Einwohner in 160 Haushaltungen.

Bulgrin bildete vor 1945 einen eigenen Amts- uznd Standesamtsbezirk. Letzter Bürgermeister der Gemeinde war Paul Blödorn, letzter Amtsvorsteher Wilhelm Lobek, und letzter Standesbeamter Albert Wendt. Bulgrin gehörte zum Amtsgerichtsbezirk Belgard.

Bei der Besetzung des Dorfes durch die Rote Armee im März 1945 gab es keinerlei Kämpfe. Das Dorf kam in Folge des Krieges zu Polen, und die angestammte Bevölkerung wurde 1947 aus dem Dorf vertrieben. Heute ist Białogórzyno Teil der Landgemeinde Białogard.

Kirche

Kirchspiel

Bulgrin war seit alten Zeiten ein Pfarrort. Zum Kirchspiel gehörten noch die Orte Butzke (heute Buczek), Pustchow (Pustkowo) und Silesen (Żeleźno). Das Kirchenpatronat hatten zuletzt die 90 Teilbesitzer des Gutes Bulgrin inner, vertreten durch den geschäftsführenden Gutsbesitzer Schroeder.

Im Jahre 1940 zählte das Kirchspiel Bulgrin 1762 Gemeindeglieder. Damals gehörte es zum Kirchenkreis Belgard in der Kirchenprovinz Pommern der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union.

Heute ist Białogórzyno Teil der Parafia (Parochie) Koszalin (Köslin) der polnischen Kościół Ewangelicko-Augsburski (Luterański) (evangelische Kirche Augsburgischer (lutherischer) Konfession).

Pfarrkirche

Die Bulgriner Dorfkirche war ein schlichter Fachwerkbau, der 1838 an Stelle der 1836 abgebrannten massiven Kirche errichtet worden war. Das Gotteshaus wurde 1935 innen und außen renoviert und erhielt einen Turm.

Pfarrer seit der Reformation bis 1945

  1. Martin Seefeldt
  2. Urban Wilcke, bis 1597
  3. Adrian Kroske, ab 1605
  4. Johann Lassenius, 1634-1635
  5. Johann Fürstenow, ab 1635
  6. Joachim Bremer, 1661-1674
  7. Johann Henning, 1712-1761
  8. Anton Gottlob Blaurock, 1761-1806
  9. Johann Gottfried Wilehlm Schelle, 1807-1847
  10. Albert Johann Gottfried Mühlenbeck, 1848-1855
  11. Berthold Hermann Hasenjäger, 1856-1893
  12. Paul Friedrich Karl Clericus, 1894-1899
  13. Christian Gerhard Leo Stephani, 1899-1910
  14. Otto Krüger, 1911-1929
  15. Paul Käding, 1930-1943

Schule

Die zuletzt zweiklassige Dorfschule ist eng verbunden mit dem Namen des Lehrers und Kantors Karl Abraham, der über einen Zeitraum von drei Generationen hier unterrichtete und das Organistenamt versah. Als der letzte Schulleiter Mattausch im Jahre 1942 einberufen wurde, übernahm er noch als Ruheständler den Schuldienst, unterstützt vom Lehrer Lämmerhirt aus Pustchow (heute: Pustkowo).

Weblinks

Literatur

  • Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich auf Grund der Volkszählung 1939, hg. vom Statistischen Reichsamt, Berlin, 1941²
  • Der Kreis Belgard. Aus der Geschichte eines pommerschen Heimatkreises, Hg.: Heimatkreis Belgard-Schivelbein, Celle, 1989
  • Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart, 2. Teil: Der Regierungsbezirk Köslin, bearb. von Ernst Müller, Stettin, 1912
  • Glaeser-Swantow, Hans, Das Evangelische Pommern, 2. Teil: Behörden, Kirchen, Pfarrstellen, Geistliche, Anstalten und Vereine, Stettin, 1940

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