Biancograt
Piz Bernina
Piz Bernina bei Sonnenaufgang, gesehen von der Bovalhütte, ganz rechts der Biancograt

Piz Bernina bei Sonnenaufgang, gesehen von der Bovalhütte, ganz rechts der Biancograt

Höhe 4'048,6 m ü. M.
Lage Graubünden, Schweiz
Gebirge Berninagruppe
Geographische Lage (790026 / 139939)46.3838888888899.90916666666674048.6Koordinaten: 46° 23′ 2″ N, 9° 54′ 33″ O; CH1903: (790026 / 139939)
Piz Bernina (Schweiz)
DEC
Piz Bernina
Erstbesteigung 13. September 1850 durch Johann Coaz, Jon und Lorenz Ragut Tscharner
Normalweg Spallagrat von Rif. Marco e Rosa (II)
Piz Bernina von der Diavolezza aus
Piz Bernina und Scerscengletscher
Refugio Marinelli Bombardieri
Scerscengletscher

Der Piz Bernina ist der einzige Viertausender der Ostalpen. Die Landeskarte der Schweiz, Ausgabe 2001, gibt seine Höhe mit 4'048,6 m ü. M. an. Der Piz Bernina gehört wie seine kaum weniger berühmten Nachbarn Piz Palü, Piz Roseg und Bellavista zur Berninagruppe oder einfach der Bernina. Über den Bergstock verläuft die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Berg besteht aus drei Gipfeln, deren mittlerer der höchste ist. Etwas niedriger und kaum vom Hauptgipfel abgesetzt ist der Südgipfel Spalla (La Spedla, 4'020 m). Über dessen Südwest- und Südostgrat verläuft die Staatsgrenze. Der Hauptgipfel liegt also – auch wenn dies von italienischer Seite oft anders dargestellt wird – ganz auf Schweizer Gebiet. Nördlich des Hauptgipfels steht jenseits der markanten Berninascharte der Nordgipfel (Piz Bianco bzw. romanisch: Piz Alv). Der Nordgipfel ist Endpunkt des firnigen Teils des Nordgrats (Biancograt, romanisch: Crast' Alva). Letzterer gilt vielen als der schönste Eisgrat der Alpen.

Der Piz Bernina ist im Südwesten über die Scerscen-Scharte mit dem 3'971 m hohen Piz Scerscen verbunden. Im Südosten ist er durch die vergletscherte Fuorcla Crast' Agüzza (3'591 m) von der Crast' Agüzza (3'854 m) getrennt. Im Norden endet der Biancograt in der Fuorcla Prievlusa (3'430 m), hinter der der Kamm wieder bis zum Piz Morteratsch (3'751 m) ansteigt.

Der Berg entwässert in der Hauptsache über Morteratsch- und Tschiervagletscher in die Flaz und später in den Inn. Die Südseite der Spalla entwässert über die Val Scerscen via Lanterna und Mallero zur Adda.

Tourismus

Alpine Stützpunkte

Schweiz

Unterkünfte auf Schweizer Seite sind die beiden Alpenvereinshütten des SAC Chamanna da Tschierva (2'583 m) im Rosegtal und Chamanna da Boval (2'495 m) im Morteratschtal. Die Tschiervahütte ist Ausgangspunkt für die Besteigung der Bernina über den Biancograt.

Italien

Auf der italienischen Seite erfolgt der übliche Aufstieg über das Rifugio Carate (2.662 m s.l.m.) und das Rifugio Marinelli (2.813 m s.l.m.). Ferner befindet sich dort oberhalb des Oberen Scerscen-Gletschers am Fusse des Spallagrats ein vorgeschobener, nur mit Gletscherausrüstung zugänglicher Stützpunkt auf 3'597 m Höhe, das Rifugio Marco-e-Rosa des CAI.

Talorte

Talorte sind Pontresina – auf der Nordseite – und Chiesa in Valmalenco sowie Lanzada – auf der Südseite.

Erstbesteigung

Die Erstbesteigung erfolgte am 13. September 1850 durch den Vermesser Johann Coaz und die beiden Bündner Jon und Lorenz Ragut Tscharner. Die erfolgreiche Seilschaft stieg über den Morteratschgletscher und den heute ungebräuchlichen Ostgrat des Hauptgipfels zum Gipfel.

Biancograt

Routen

Die einfachste Route führt vom Rifugio Marco-e-Rosa über den Spallagrat auf den Berninagipfel (Firn- und Felsgrat, Schwierigkeiten im Fels bis UIAA II). Eine weitere Möglichkeit bietet der viel begangene Biancograt, eine kombinierte Kletterroute über die markante Firnschneide des Nordgrates (Eis bis 50°, am Übergang zum Gipfel UIAA III).

Literatur

  • Daniel Anker (Hrsg.): Piz Bernina – König der Ostalpen. AS Verlag & Buchkonzept AG, Zürich 1999, ISBN 3-905111-45-4 (Reihe: Bergmonografien, Band 4)
  • Helmut Dumler und Willi P. Burkhardt: Viertausender der Alpen. Bergverlag Rother, München 2001, ISBN 3-7633-7427-2.

Weblinks


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