Bibelschule Wiedenest
Das Missionshaus der Bibelschule Wiedenest

Das Missionshaus Bibelschule Wiedenest ist ein christlich-evangelikales Werk innerhalb der Brüdergemeinden, das auch mit anderen Gemeinderichtungen zusammenarbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Bibelschule Wiedenest wurde 1905 in Berlin-Steglitz als „Allianz-Bibelschule“ gegründet. Noch im selben Jahr zog sie in die Räume der „Christlichen Gemeinschaft“ in der Hohenstaufenstraße in Berlin-Schöneberg um. Erste Leiter und Dozenten waren die ehemaligen Pfarrer Christoph Köhler und Johannes Warns.

Da nach Ende des Ersten Weltkrieges die Versorgung der Schüler in der Großstadt ein immer größeres Problem darstellte, zog die Bibelschule im Jahr 1919 nach Wiedenest bei Bergneustadt um, wo sie zunächst eine ehemalige Gaststätte für ihre Zwecke erwarb. Bereits in den ersten Wochen konnte zusätzlich ein weiteres Haus direkt gegenüber erworben werden, wodurch die Grundlage für ein Missionshaus und die Bibelschule gelegt war. Am 5. Oktober 1919 fand die Einweihungsfeier statt. Bis zum Jahr 1928 hatten bereits einige hundert Brüder vor allem aus Russland und Deutschland, aber auch aus zahlreichen anderen europäischen Ländern am Unterricht der Bibelschule teilgenommen. Ausgesandt wurden die Absolventen in den Missionsdienst in Länder auf allen Kontinenten der Welt.

1930 wurde ein neues Brüderhaus für die Unterbringung der Bibelschüler eingeweiht. 1938 begann die Bibelschule – neben der zwei- bis dreijährigen Ausbildung – Bibelwochen durchzuführen. Ab 1943 war das ausgebombte baptistische Predigerseminar für einige Jahre zu Gast in den Räumen der Wiedenester Bibelschule.

1952 wurde das neue Missionshaus gegründet, ein Jahr später begann die Bibelschule auch Schülerinnen auszubilden. 1958 wurde ein neues Unterrichts- und Versammlungshaus mit 900 Sitzplätzen eingeweiht. 1970 entstand ein neues Schülerinnenwohnheim, 1977 ein neues Brüderwohnheim. 1982 begann der Neubau eines neuen Unterrichts- und Tagungshauses, 1999 wurde das neue Schulungs- und Begegnungszentrum eingeweiht.

Seit der Gründung der Bibelschule werden alljährlich Glaubens-, Jugend- und Missionskonferenzen durchgeführt.

Abschluss

In Deutschland besitzt die Bibelschule keine staatliche Akkreditierung, doch ist der Abschluss bei der Europäischen Evangelikalen Akkreditierungsvereinigung anerkannt.[1] Des Weiteren ist es möglich, über die Universität von Südafrika einen anerkannten Master of Theology (MTh) zu bekommen.[2]

Leiter der Bibelschule

  • 1905 – 1919: Christoph Köhler
  • 1919 – 1937: Johannes Warns
  • 1937 – 1952: Heinz Koehler
  • 1952 – 1959: Erich Sauer
  • 1959 – 1980: Ernst Schrupp
  • 1980 – 1990: Arnim Riemenschneider
  • 1990 – 2002: Hartwig Schnurr
  • seit 2002: Ulrich Neuenhausen

Sommerlager

Ein bekannter Arbeitszweig ist das Sommerlager, besser bekannt als Sola. Das sind Ferienlager, die Kinder (Jungscharler) und Jugendliche als Mitarbeiter für Mission gewinnen sollen, und die von christlichen Gemeinden oder Missionswerken durchgeführt werden. Dazu werden zum einen christliche und säkulare Kinder spielerisch unter einem christlichen Thema zusammengebracht und andererseits die Quote von Teilnehmern zu Mitarbeitern (mit ca. 2:1) sehr günstig gehalten, damit die Schwelle zur Mitarbeit niedrig gehalten wird. Das Sola ist ähnlich einem Pfadfinderlager, jedoch muss man keine besonderen Fingerfertigkeiten beherrschen, sondern darf mit Hammer und Säge, Beil und Holz kreativ bauen[3].

Das erste Sola dieser Art wurde 1988 von Hans Brandt als Mitarbeiter[4] des Missionshauses durchgeführt. Es waren 30 Mitarbeiter und 80 Teilnehmer dabei. Inzwischen gibt es in Deutschland jedes Jahr über 30 Lager, die auch unabhängig von Wiedenest stattfinden.[5].

Weblinks

Quellen

  1. Siehe: http://www.wiedenest.de/channel.php?channel=45
  2. Siehe: http://www.wiedenest.de/channel.php?channel=9
  3. Bibelschule Wiedenest: Sola stellt sich vor, gesehen 10. Juli 2008.
  4. Missionshaus Bibelschule Wiedenest: Mitarbeiterliste, gesehen 10. Juli 2008.
  5. Missionshaus Bibelschule Wiedenest: Sola-Deutschland - Startseite, gesehen 10. Juli 2008.

51.0091857.6266927Koordinaten: 51° 0′ 33″ N, 7° 37′ 36″ O


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