Biberbach (Schwaben)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Biberbach
Biberbach (Schwaben)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Biberbach hervorgehoben
48.51666666666710.816666666667464
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 464 m ü. NN
Fläche: 36,9 km²
Einwohner:

3.361 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86485
Vorwahl: 08271
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 121
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
86485 Biberbach
Webpräsenz: www.biberbach.de
Bürgermeister: Wolfgang Jarasch (FWV/Bürgerblock)
Lage des Marktes Biberbach im Landkreis Augsburg
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Über dieses Bild

Biberbach ist ein Markt im Landkreis Augsburg, der zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben gehört.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Biberbach liegt etwa 20 km nördlich von Augsburg am westlichen Rand des Lech-Schmuttertales. Die Ortsteile Feigenhofen und Affaltern, einige Kilometer vom Hauptort entfernt, liegen im „Naturpark Augsburg-Westliche Wälder“.

Ortsteile

  • Affaltern, Pfarrdorf
  • Biberbach, Hauptort und Pfarrdorf
    • Albertshofen, Dorf
    • Furtmühle, Einöde
    • Kleemeisterhaus, Weiler
  • Eisenbrechtshofen, Dorf
    • Zollsiedlung (Zollhaus), Siedlung
  • Feigenhofen, Kirchdorf
    • Baletshof, Einöde
    • Dennhof, Einöde
    • Dennhofmühle, Einöde
  • Markt, Kirchdorf
    • Ehekirchmühle, Einöde

Geschichte

Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1070. Im Jahre 1514 wurde die Ortschaft zum Besitz von Jakob Fugger. Die ehemalige Herrschaft Biberbach bildete nun ein Fuggersches Oberamt mit Sitz auf der Burg Markt und gehörte den späteren Fürsten Fugger-Babenhausen. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Die Grund- und Ortsherrschaft in Affaltern und im Weiler Salmannshofen übte das Domstift Augsburg aus

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 2.499, 1987 dann 2.758, im Jahr 2000 3.424 und schließlich zum 31. Dezember 2006 3.488 Einwohner gezählt.

Politik

Gemeinderat

Sitzverteilung im 16-köpfigen Marktgemeinderat (Stand Kommunalwahl 2008):

  • CSU: 6 Sitze
  • Freie Wählervereinigung: 5 Sitze
  • SPD: 2 Sitz
  • Junge Liste: 1 Sitz
  • Unabhängige Frauenliste: 1 Sitz
  • Freie Frauenliste: 1 Sitz

Bürgermeister

Bürgermeister ist Wolfgang Jarasch [Freie Wähler]. Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Alois Pfaffenzeller (FWV-BB/FFL/JL). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Anton Fischer (CSU).

Finanzen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.396.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 180.000 €.

Wappen

Blasonierung: Geteilt, oben in Rot eine blau bedachte silberne Kirche mit integriertem Glockenturm in perspektivischer Darstellung von Nordosten auf der Teilung, unten gespalten von Silber und Blau, vorne ein nach links aufgerichteter schwarzer Biber, hinten ein silberner schräg nach rechts verlaufender Fluss.

Die abgebildete Kirche ist die Wallfahrtskirche "Zum Heiligen Kreuz" und weist auf die Wallfahrtstradition des Ortes hin, der aufgerichtete schwarze Biber und der schräg verlaufenden Bach sprechen als Wappenteile für sich und stellen bildlich den Ortsnamen dar (sog. „Redendes Wappen“).

Städtepartnerschaften

Am 18. Juni 1994 wurde ein Partnerschaftsvertrag mit der deutschen Gemeinde Straußfurt in Thüringen abgeschlossen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 79 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 66 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.108. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 55 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1.319 ha, davon waren 994 ha Ackerfläche und 325 ha Dauergrünfläche.

St. Jakobus und Laurentius von der Ostseite

Sehenswürdigkeiten, Kultur und Tourismus

Innenraum der Wallfahrtskirche St. Jakobus und Laurentius.
  • Die Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und zum Heiligen Kreuz: Der Grundstein für die reich im Rokoko-Stil ausgestattete Wallfahrtskirche wurde am 16. Mai 1684 in Anwesenheit von Bischof Johann Christoph von Freyberg, von Pfarrer Anton Ginther (dem Initiator der Biberbacher Wallfahrt) und von Baumeister Valerian Brenner gelegt. Am Fest Kreuzauffindung, dem 3. Mai 1681, wurde zum ersten Mal die Heilige Messe vor dem Gnadenbild, einem großen romanischem Kruzifix, gefeiert. Das Gnadenbild ist im Volksmund als „Liebes Herrgöttle von Biberbach“ bekannt (siehe Abbildung links). Am 15. September 1697[2] [3] erfolgte die feierliche Einweihung des fertigen Kirchenneubaus. Die Ausstattung besorgte zum Teil Dominikus Zimmermann.
  • Am 6. November 1766 kam es in der Wallfahrtskirche zu einem Orgelwettspiel zwischen dem damals zehnjährigen Wolfgang Amadeus Mozart und dem zwölfjährigen Enkel des Biberbacher Organisten, Joseph Eugen Sigmund Bachmann (1754-1825), der später in ein Prämonstratenserkloster eintrat und dort unter dem Ordensnamen Pater Sixtus Bachmann auch als Komponist wirkte.
  • Im Jahre 1632 wurde der Biberbacher Pfarrer Ulrich Zusamschneider in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges von schwedischen Soldaten grausam gequält und bei Achsheim erschossen.

Besondere Wallfahrtstage sind die Dekanatswallfahrt des Dekanates Meitingen am 3. Sonntag der Fastenzeit (Laetare), die Sternwallfahrt der Ortsteile Biberbachs am Sonntag um den 14. September (Fest der Kreuzerhöhung und Gedächtnis der Kirchweihe[4]) und die Jugendwallfahrt des Dekanates Meitingen am 3. Oktober. Kleinere und auch größere Pilgergruppen kommen das ganze Jahr über zu Fuß oder mit dem Bus. An der Wallfahrtskirche Biberbach wirkt seit 1. September 2008 H. H. Dr. theol. Joseph Moosariet aus Indien als Pfarradministrator.

  • Am Aufgang zu St. Jakobus und Laurentius befindet sich eine Kalvarienberggruppe. Sie umfasst neben dem gekreuzigten Herrn auch zwei weitere Kreuze mit den Schächern. Unter dem Kreuz stehen die Figuren von Maria, Maria Magdalena und Johannes. Die Gruppe wird vervollständigt durch einen römischen Soldaten zu Pferd, der von einer leicht hangabwärts gelegenen Position zum Gekreuzigten aufblickt. Es handelt sich um Zinkguß-Figuren, gegossen etwa gegen 1910.[5]
  • Durch Biberbach führt der im Jahr 2003 ausgeschilderte Bayerisch-Schwäbische Jakobusweg von Donauwörth über Augsburg nach Lindau.
  • Burg Markt: Über dem Ortsteil Markt erheben sich auf einem Bergrücken, der zu drei Seiten abfällt die Reste der Burg Markt. Die Burg ist bereits im 14. Jahrhundert nachgewiesen, die ältesten erhaltenen Gebäudeteile stammen jedoch von 1525, als die Fugger die Burg als Schloß wieder aufbauen ließen. Aus dieser Zeit stammt der Bergfried, die Ringmauern und der Onoldsbacher Turm. Im Hof befindet sich die katholische Schloßkapelle St. Johannes der Täufer. Sie wurde 1738/39 im Stile des Barocks von Simon Rothmiller erbaut Der Hof wird umrandet von Gutshofsgebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Diese sind heute von einem Reiterhof genutzt[6]. Der oben erwähnte Jakobsweg führt über den Burgberg.

Weblinks

 Commons: Biberbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Stefanie Justus, Wolf-Christian von der Mülbe: Biberbach. Katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus, St. Laurentius und Heiliges Kreuz. Schnell & Steiner, Regensburg 1997. ISBN 3-7954-1091-6

Quellenangaben

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. Anton Ginther: "Relatio SS. Crucifixo in Biberbach.", §. VIII. Abs. 3 in: Currus Israel, et auriga ejus, ducens hominem Christianum per vias rectas, & in sacra scriptura fundatas in coelum. Georg Schlüter und Martin Happach, Augsburg 1717, ed. 1 (Si parva licet componere magnis; Pari ferè modo & hæc Baſilica SS. Crucifixi in Biberbach DEO T.O.M. conſecrata & dedicata eſt, dum anno 1697. die verò 15. Septembris non dumtaxat à Reverendiſſimo & Illuſtriſſimo D.D. Euſtachi Egolpho Epiſcopo Dioclenſi (...))
  3. [Anonym]: Ausführliche und vollständige Beschreibung von Biberbach, und der Wallfahrt des heil. Kreuzes allda. Moy, Augsburg 1826, Kap. 3, § 23, S. 50 (Die neuerbaute Pfarr- und Wallfahrtskirche wurde i. J. 1697 den 15. September von Eustach Egolph (...) feyerlich eingeweiht (...))
  4. Moy, Augsburg 1826 (siehe Ref. 2), Kap. 2, § 11, S. 25f (Als nach 296 Jahren nämlich i.J. 1484 diese Kirche so ziemlich zu Grunde gieng, so hat der Augsburgische Suffragan (Weihbischof), und General=Vikar Ulrich Geislinger Bischof zu Adramyt, aus dem Orden des heil. Franziskus, eine abermal neu erbaute Kirche den 30. May wieder förmlich eingeweiht, und das alljährige Kirchweihfest an dem folgenden Sonntag, nach Erhöhung des heil. Kreuzfestes, welches den 14. Sept. fällt, abzuhalten verordnet. So bezeugen alle schriftliche Dokumenten.)
  5. Bernd-Peter Schaul: Schwaben: Ensembles, Bandenkmäler, archäologische Geländedenkmäler
  6. Bernd-Peter Schaul: Schwaben: Ensembles, Bandenkmäler, archäologische Geländedenkmäler

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