Bibergau

Bibergau
Ortsteil von Dettelbach

Koordinaten 49° 47′ 50″ N, 10° 6′ 20″ O49.79722222222210.105555555556Koordinaten: 49° 47′ 50″ N, 10° 6′ 20″ O
Einwohner 650
Postleitzahl 97337

Bibergau ist mit 650 Einwohnern der größte Ortsteil von Dettelbach. Bibergau liegt mit Anschluss an die Bundesstraße 22 westlich von Dettelbach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Haufendorf Bibergau wurde im 9. Jahrhundert gegründet.

Die Jüdische Gemeinde

In Bibergau bestand eine jüdische Gemeinde bis 1907. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. 1691 waren die Juden von Bibergau und Schernau im Verdacht eines Ritualmordes. Der Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg schützte allerdings die Juden der beiden Orte vor ungerechtfertigten Übergriffen von Seiten der christlichen Bevölkerung. Die Bluttat gegen das Kind blieb unaufgeklärt. Die Blütezeit der jüdischen Gemeinde war im 18. und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Folgende Zahlen jüdischer Einwohner liegen vor: 1816 131 jüdische Einwohner (26,2 % der Gesamtbevölkerung von 499 Personen), 1833 33 jüdische Familien, 1867 91 Personen (16,6 % von 549 Personen), 1871 77, 1880, 46, 1890 26, 1900 12. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts war die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder durch Aus- und Abwanderung stark zurückgegangen. Zum Zeitpunkt der Auflösung der jüdischen Gemeinde (1907) waren nur noch wenige jüdische Personen in Bibergau (1910: 6, d.h. 1,2 % der Gesamtbevölkerung von etwa 500 Einwohnern, 1925 gleichfalls 6). Zu Beginn der NS-Zeit lebten in Bibergau noch fünf jüdische Personen. Sie gehörten zur jüdischen Gemeinde in Dettelbach. Einer verließ das Dorf vor 1939, zwei wurden am 24. April 1942 über Würzburg in das Ghetto Izbica bei Lublin deportiert. Am 10. September 1942 wurden die beiden letzten jüdischen Einwohner in das KZ Theresienstadt deportiert. Von den in Bibergau geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Alfred Hennochstein (*1910), Lina Hennochstein (*1878), Moritz Laubheim (*1866), Rosa Laubheim (*1872) und David Maij (*1912).

Sehenswürdigkeiten

In Bibergau befindet sich ein Wasserschloss, welches im 16. Jahrhundert von den Johannitern erbaut wurde.

Ebenso sehenswert ist die Pfarrkirche St. Simon und Judas mit ihrer anmutigen Rokokoausstattung.

Das kleine Dorf beherbergt sogar einen Flugplatz - allerdings nicht für Flugzeuge, sondern für Ultraleicht-Gleitschirme.

Veranstaltungen

Jeder in Bibergau ansässige Verein veranstaltet einmal im Jahr ein Fest. Highlights sind hier das alljährliche Sommerfest des Sportvereins VfR im Juli und das im ganzen Umkreis bekannte Bergfest, welches jedes Jahr im September vom Musikverein Bibergau und "Die Bibergauer".

Die Freiwillige Feuerwehr Bibergau trägt mit zwei Festen zum Gelingen des Dorflebens bei, dies sind: am 1. Mai das Aufstellen des Maibaums, neuerdings als Abschluss im September das Kesselfleischessen.


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