Bibra (bei Meiningen)
Bibra
Gemeinde Grabfeld
Koordinaten: 50° 28′ N, 10° 26′ O50.46972222222210.438333333333365Koordinaten: 50° 28′ 11″ N, 10° 26′ 18″ O
Höhe: 365 m
Fläche: 9,7 km²
Einwohner: 597 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1. Dez. 2007
Postleitzahl: 98631
Vorwahl: 036944

Bibra ist ein Dorf im südlichen Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Seit dem 1. Dezember 2007 ist die ehemals politisch selbständige Gemeinde Ortsteil der Gemeinde Grabfeld.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bibra liegt ca. 12 km südlich von Meiningen im Tal des gleichnamigen Baches und bildet das Tor zur historischen Landschaft Grabfeld zwischen Thüringen und Bayern (Grabfeldpforte).

Geschichte

Ehemaliges Gemeindewappen von Bibra

Bibra wurde 825 erstmals in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt. 1486 wurde durch Kaiser Friedrich III. das Marktrecht verliehen.

Politik

Letzte Bürgermeisterin vor der Eingemeindung war Antje Vogler.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Geschichtsdenkmale

Denkmal am Oskar-Meyer-Platz
  • Der Oskar-Meyer-Platz erinnert seit 1992 an das letzte Mitglied der jüdischen Gemeinde, das 1943 in das KZ Theresienstadt deportiert wurde. Die 1846 erbaute Synagoge in der Hauptstraße 10 war beim Novemberpogrom 1938 geschändet worden und diente später der Firma Johannes Herbig als Warenlager. Bis 1938 gab es im Ort auch ein Hachschara-Lager, das jüdische Jugendliche auf die Auswanderung nach Palästina vorbereitete. Die Juden des Ortes emigrierten oder wurden der Vernichtung preisgegeben.
  • 2007 wurde am Oskar-Meyer-Platz in Erinnerung an die Juden, die in den Jahren 1933 bis 1945 vertrieben, verschleppt und ermordet wurden, ein Denkmal errichtet

Bauwerke

Der Grundstein für die auch heute noch sehenswerte einschiffige spätgotische St.-Leo-Kirche wurde 1492 gelegt, 1503 war sie fertiggestellt. In dieser Kirche befinden sich bedeutende Tilman Riemenschneider-Altäre: Apostelaltar, Kirchenväteraltar und Verkündigungsaltar.

Das Untere Bibraer Schloss wurde 1558 erbaut.

Siehe auch

Literatur

  • Wilhelm Freiherr von Bibra: Geschichte der Familie der Freiherrn von Bibra. 1870.
  • Wilhelm Freiherr von Bibra: Beiträge zur Familien Geschichte der Reichsfreiherrn von Bibra. (BD. 1), 1880; (BD. 2), 1882; (BD. 3), 1888.
  • Hartmann, Heinrich: Der Marktflecken Bibra. Eine Darstellung seiner politischen und kirchlichen Entwicklung. Festschrift zur 400 jährigen Jubelfeier der Grundsteinlegung der Kirche, den 17. Juli 1892, Vereins für Meiningische Geschichte und Landeskunde, 13. Heft., Meiningen 1892. L.v. Eyes Buchhandlung.
  • Hintzenstern, Herbert von: Die Altäre in Bibra. Aus Riemenschneiders Werkstatt, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1969
  • Hintzenstern, Herbert von: Von Würzburg nach Bibra, Riemenschneideraltäre in Thüringen, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1987
  • Martin Stingl: Reichsfreiheit und Fürstendienst : Die Dienstbeziehungen der von Bibra 1500 bis 1806. Neustadt a.d. Aisch: Degener 1994 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe IX ; 41)
  • Werner Wagenhöfer: Die Bibra: Studien und Materialien zur Genealogie und zur Besitzgeschichte einer fränkischen Niederadelsfamilie im Spätmittelalter. Verlag Degener & Co, 1998; ISBN 3-7686-9147-0.
  • Die Untersuchung und Restaurierung des Verkündigungsaltares und eines Corpus Christi aus der Evangelischen Kirche St. Leo in Bibra, Arbeitsheft des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege Neue Folge 3, E. Reinhold Verlag, Druckerei zu Altenburg, 2001, ISBN 3-910166-53-9, ISBN 978-3-910166-53-0

Weblinks


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