Biburg (Diedorf)
Biburg
Marktgemeinde Diedorf
Koordinaten: 48° 23′ N, 10° 46′ O48.37510.761111111111506Koordinaten: 48° 22′ 30″ N, 10° 45′ 40″ O
Höhe: 506 m
Einwohner: 1.350
Eingemeindung: 1. Mai 1978

Biburg ist ein Pfarrdorf mit ca. 1350 Einwohnern im schwäbischen Landkreis Augsburg. Seit der Gebietsreform vom 1. Mai 1978 ist Biburg ein Ortsteil der Gemeinde Diedorf. Das Dorf liegt auf einer Höhe von 506 m ü. NN.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das im Jahre 1178 erstmals urkundlich erwähnte Biburg befindet sich schon um diese Zeit als bischöfliches Lehen in den Händen des Augsburger Kollegiatstifts St. Moritz. Entlang des Biberbächlein lagen die wahrscheinlich ersten Dotationsgüter des Kollegiatsstiftes, welches seinen Besitz allmählich so sehr vergrößern konnte, dass er im Jahre 1643 fast das ganze Dorf umfasste.[1] Die Biburger Mühle an der Schmutter (auch Schlipsheimer Mühle oder Kreppenmühle genannte) ist ebenfalls schon 1178 erwähnt. Die Lage an der Straße Augsburg-Günzburg-Ulm (Zoll im Durchgangsverkehr, Postwesen) brachte der Ortschaft wirtschaftliche Vorteile. Deshalb war Biburg auch ehedem das größte Dorf unter den jetzt zur Einheitsgemeinde Diedorf zählenden Ortschaften. Im Ort saß ein Vogt in einem eigenen Vogt- oder Zoll- und Schützenhaus, der zugleich Zolleinnehmer war. Am 4. Januar 1516 zog hier Kaiser Maximilian I. durch. Bei der letzten Schlacht des Dreißigjährigen Krieges am 17. Mai 1648 flackerten bei Biburg noch einmal die Kämpfe zwischen dem sich von Zusmarshausen nach Augsburg zurückziehenden kaiserlich-bairischen Heer und der nachstoßenden schwedisch-französischen Armee auf. Zwischen Biburg und Horgau soll der kaiserliche Feldmarschall Graf Peter Melander von Holzappel tödlich verwundet worden sein.

Das Biburger Schlösschen, in dem sich jetzt das staatliche Forstamt befindet, gehörte in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts dem Augsburger Finanzmann Thomas Claudius Carli. Dort lebte zeitweise der für die Augsburger Geschichte bedeutsame Bibliograph und Historiker Georg Wilhelm Zapf (1747 bis 1810). Eine Bräustatt und drei weitere Wirtshäuser fanden früher ihren Unterhalt durch die zahlreichen Fuhrleute und Reisenden. Nach der Eröffnung der Bahnstrecke Augsburg–Ulm im Jahre 1853 nahm der Durchgangsverkehr ab. In der Biburger Kirche St. Andreas hat sich eine alte Bauweise erhalten, bei der sich der Chor im Erdgeschoss des Turmes befindet. In den Wäldern nördlich des Ortes wurde im Frühmittelalter Brauneisenerz in Trichtergruben gewonnen.

Ortsname

Der Name der Gemeinde lautete ursprünglich "Biberin" und geht auf das Biberbächlein zurück, das in der Gemeindeflur entspringt. Die Vermutung, der Ortsname gehe auf eine Burg oder Wallanlage zurück, lässt sich durch urkundliche Notizen oder archäologische Funde nicht belegen.[2]

Wappen und Flagge der ehemals selbstständigen Gemeinde

Wappen

Blasonierung: In Blau ein durchgehendes silbernes Andreaskreuz, belegt mit einem goldenem Schild, darin ein schmaler blauer Schildhauptwellenbalken über grünem Dreiberg.[3]

Die ortsgeschichtliche Entwicklung wird mit dem Herzschild symbolisiert. Der schmale Wellenbalken steht für das ortsnamenstiftende Biberbächlein und wurde dem im Herzschild wiedergegebenen Wappen von St. Moritz aufgelegt. Das Andreaskreuz ist das Attribut des hl. Andreas, der der Patron der Pfarrkirche ist.[4]

Flagge

Die dreistreifige Gemeindefahne zeigt die Farben Blau/Gelb/Grün.[5]

Einzelnachweise

  1. Quelle: Hermann Kornhammer, "Gemeindewappen des Landkreises Augsburg", Augsburg 1965
  2. Quelle: Hermann Kornhammer, "Gemeindewappen des Landkreises Augsburg", Augsburg 1965
  3. Ministerialentschließung vom 12. Dezember 1963 (Nr. 1 B 1-3000/29 B 2); Quelle: Hermann Kornhammer, "Gemeindewappen des Landkreises Augsburg", Augsburg 1965
  4. Quelle: Hermann Kornhammer, "Gemeindewappen des Landkreises Augsburg", Augsburg 1965
  5. Quelle: Hermann Kornhammer, "Gemeindewappen des Landkreises Augsburg", Augsburg 1965

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