Bienenbüttel (Ort)
Bienenbüttel
Gemeinde Bienenbüttel
Koordinaten: 53° 9′ N, 10° 29′ O53.1510.48333333333330Koordinaten: 53° 9′ 0″ N, 10° 29′ 0″ O
Höhe: 30 m
Einwohner: 2.741 (2008)
Eingemeindung: 1972
Postleitzahl: 29553
Vorwahl: 05823

Der Ort Bienenbüttel ist der Kernort der Einheitsgemeinde Bienenbüttel inmitten der Lüneburger Heide im Norden des Landkreises Uelzen, Niedersachsen, an der Grenze zum Landkreis Lüneburg zwischen Hamburg und Hannover.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Bienenbüttel ist aufgrund seiner Nähe und guten Verkehrsanbindung an die Metropolen Hamburg und Hannover in den letzten Jahren durch zahlreiche Neubaugebiete stark gewachsen. Dadurch wuchs Bienenbüttel mit den Ortsteilen Hohenbostel im Norden, Wichmannsburg im Osten, Neu-Steddorf und Steddorf im Westen zusammen. Durch die Ausweisung von Gewerbegebieten wurden auch lokal vermehrt Arbeitsplätzen geschaffen, jedoch arbeiten die meisten Bienenbüttler noch außerhalb des Ortes.

Jahr Einwohner
1821 406
1939 728
1950 1.510
1961 1.767
1964 1.919
1966 2.174
2003 2.793
2008 2.741

Geographie

Der Ort wird durchzogen von der Ilmenau. Das Ilmenautal geht allmählich in eine sanfte Moränenlandschaft über.

Geschichte

Die Entstehung des Ortes wird auf die Furt durch die Ilmenau zurückgeführt, welche eine Verbindung ins Wendland ermöglichte, und eine gute Einnahmequelle (Zölle) für den Ort darstellte. Nach der Bienenbütteler Heimatforschung wird der Ortsname direkt aus Biangibudiburg hergeleitet, welches erstmals in einer Urkunde Heinrichs II. vom 2. November 1004 erwähnt wird. Dies spiegelt sich auch im Wappen des Ortes wider: Mit der Burg als Hinweis auf Biangibudiburg, mit der Waage als Zeichen der Gerichtsbarkeit, die der Vogtei Bienenbüttel bis Mitte des 18.Jh. beigegeben war, und dem Fisch als Merkmal für den Fluss Ilmenau und der früher vorhandenen Furt ins Wendenland. Ob an dieser Stelle tatsächlich einmal eine Burg vorhanden war, ist allerdings bisher nicht erwiesen. Ebenso fehlen Angaben zum möglichen Bauherrn und zur Zeit. Neben der vorgenannten Urkunde wird in drei weiteren Urkunden das Gut Biangibudiburg als Besitz der Schwestern Imma und Frederuna bestätigt, die diesen Besitz dem Kloster Kemnade stifteten und unter den Schutz des Kaisers stellten.

1252 erste Erwähnung als „Binebutle“ in einem Verzeichnis der Tafelgüter des Bistums Verden.

Bienenbüttel war bis 1795 die einzige Gerichtsbarkeit (Vogtei) zwischen Lüneburg und Braunschweig.

Am 1. Mai 1847 wurde die Bahnstation mit den Verladeeinrichtungen für landwirtschaftliche Produkte in Bienenbüttel eröffnet, die Verladeeinrichtungen sind heute nur noch teilweise erhalten und werden nicht mehr genutzt.

Seit 1978 ist Bienenbüttel ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Verkehr

Der Ort liegt an der Bundesstraße 4. Der Bahnhof Bienenbüttel an der Eisenbahnstrecke Hamburg-Uelzen-Hannover ist Haltestation für Regionalzüge. Die derzeitige Planung der A 39 von Lüneburg nach Wolfsburg sieht eine Trassenführung im Nordosten der Gemeinde Bienenbüttel entlang des Elbe-Seitenkanal vor.

Wirtschaft und Gesundheit

Bienenbüttel verfügt als Grundzentrum über mehrere Supermärkte und Discounter und eine Drogerie. Im Ort sind außerdem drei Allgemeinmediziner, drei Zahnärzte sowie ein Tierarzt und eine Apotheke angesiedelt.

Es gibt Fachgeschäfte z. B. für Bekleidung, Buchhandel, Elektroartikel, Papierwaren, Biokost etc. Darüber hinaus gibt es Handwerker aller Art z. B. Bäckerei, Elektriker, Sanitär, Tischler, Floristen, KfZ, Kosmetiker, Fahrschulen, Friseure, Sägewerk u. a.

Im Hotel- und Gaststättenbereich der Einheitsgemeinde gibt es diverse Gaststätten (teilweise mit Kegelbahnen) mit „deutscher Küche“, Pensionen und Hotels, eine italienische Eisdiele sowie italienische und griechische Restaurants und zwei Fast-Food Anbieter (Imbissbuden). Außerdem gibt es in Bienenbüttel einen Verleih von Baumaschinen und zwei Kanu-Verleiher. Bienenbüttel besitzt Außenstellen der Sparkasse und Volksbank sowie einen Post-Shop.

Es gibt auch produzierende Industriebetriebe z. B. der Automatisierungstechnik oder Werkzeugtechnik. Die bekanntesten und größten Unternehmen vor Ort sind die Graefke Fleischwaren GmbH, ein überregionaler Hersteller von Wurstwaren, der bis nach Japan liefert, sowie die APT GmbH, die u. a. Elektronikkomponenten und Schaltanlagen herstellt. Darüber hinaus ist die pm Service & Wartungs GmbH, ein Dienstleister im Halbleitermarkt.

Freizeit

Die Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel ist im Herren- und Damenbereich mehrmaliger Gold- und Silbermedaillengewinner bei der Feuerwehrolympiade. Auch die Jugendfeuerwehr ist bereits Preisträger.

In Bienenbüttel gibt es ein beheiztes Freibad mit Riesenrutsche (40 m), Sprunganlagen (1 m und 3 m), 50-Meter-Wettkampfbahnen, großem Nichtschwimmerbereich und einer Wasser-Matsch-Erlebniswelt für die Kleinen. Der Tennis-Sportverein verfügt über einen Tennisanlage mit fünf Plätzen. Es gibt einen weiteren Sportverein mit verschiedenen Sportangeboten, darunter Fußball, Handball und Kampfsport. Genutzt werden die Sporthalle der Grundschule und die Ilmenauhalle, außerdem besteht ein Sportplatz mit zwei Groß- und einem Kleinspielfeld sowie einer Leichtathletikanlage mit 100 m-Aschenbahn, Weitsprung und Kugelstoßen.

Die Ilmenauhalle dient des Weiteren als Veranstaltungshalle und ist zugelassen bis max. 900 Personen, durch Trennwände ist eine Drittelung der Halle möglich.

Des Weiteren gibt es in Bienenbüttel eine Minigolfanlage, ein Internetcafe, Jugendzentrum und zwei Reiterhöfe.

Die waldreiche, leicht hügelige Umgebung ermöglicht ausgedehnte Wander- oder Radtouren.

Bienenbüttel ist beliebter Halte- und Einsetzpunkt für Wasserwanderer auf der Ilmenau. Der Einsetzpunkt befindet sich am rechten Ufer in Höhe der Brücke über die Ilmenau. Im Sommer steht hier auch ein Bauwagen mit abschließbaren Einzelfächern für bis zu acht Boote. Hier kann man die Boote – wie in einem Gepäckschließfach- einschließen und den Ort erkunden.

Erziehung und Bildung

Vor Ort gibt es drei Kindergärten und eine Grundschule. Der Bau einer weiterführende Schule wurde durch den Kreistag abgelehnt, obwohl durch die Gemeinde viele Zugeständnisse (Bauland, Kredit) gemacht wurden, stattdessen wurde die Gesamtschule in Bad Bevensen mit knapp 2000 Schülern in ihren Kapazitäten erweitert. Daher müssen die Kinder aus Bienenbüttel nach der 4. Klasse entweder nach Bad Bevensen oder alternativ nach Lüneburg fahren. Diese Entscheidung hat die Diskussion um eine Abtrennung vom Landkreis Uelzen und einen Anschluss an den Landkreis Lüneburg weiter angeheizt. Die nächstgelegenen Berufsbildenden Schulen sind in Uelzen oder Lüneburg.

Literatur

  • Behnke, Eberhard / Porth, Heinrich: Die Familien und Einwohner des Kirchspiels Wichmannsburg 1663–1920. Hrsg.: Museums- und Heimatverein des Kreises Uelzen, 2009.

Weblinks


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