Bierbaum (Lüdenscheid)
Bierbaum
Koordinaten: 51° 12′ N, 7° 39′ O51.2016388888897.6535277777778452Koordinaten: 51° 12′ 6″ N, 7° 39′ 13″ O
Höhe: 452–470 m ü. NN
Fläche: 2 km²
Einwohner: 881 (2007)
Eingemeindung: 1. Jan. 1969
Postleitzahl: 58515
Vorwahl: 02351
Bierbaum (Lüdenscheid)
Bierbaum

Lage von Bierbaum in Lüdenscheid

Bierbaum ist der Name eines Stadtteils von Lüdenscheid in Nordrhein-Westfalen. Er befindet sich im Südosten der zusammenhängend bebauten Kernstadt und an der Grenze zum Außenbereich. Der Name des Stadtteils wurde auch für einen kommunalen statistischen Bezirk übernommen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliches

Der Ortsname entstand aus einem altertümlichen Wort für Schlagbaum/Hebebaum (Böerbaum).[2] Ein solcher befand sich bereits vor Jahrhunderten am alten Verbindungsweg von Lüdenscheid und Herscheid im heutigen Bereich Bierbaums. Die Kontrollstelle diente den Landesherren, den Grafen von der Mark zur Erhebung von Wegezöllen an der Weichbildgrenze von Lüdenscheid, welche hier verlief. 1832 wurde eine regelmäßige Postkutschenverbindung von Lüdenscheid über Herscheid nach Plettenberg eingerichtet und 1846/1847 die heutige Herscheider Landstraße über etwa 15 km bis in den Nachbarort als Chaussee ausgebaut.[3] Das heißt, es fand eine Befestigung nach den seinerzeit neuesten Erkenntnissen des Straßenbaus und eine Bepflanzung mit einer Allee statt. Bis zum Ersten Weltkrieg entwickelte sich in Bierbaum eine Straßensiedlung mit mehreren einzeln stehenden Wohngebäuden. Ferner wurde die Volksschule Bierbaum errichtet, deren Gebäude noch erhalten ist. Sie diente den umliegenden Höfen und Weilern in der Gemeinde Lüdenscheid-Land als Landschule.

In den frühen 1950er Jahren wurde auf dem Brutenberg südöstlich des alten Bierbaum eine größere Siedlung gleichen Namens angelegt, welche heute hauptsächlich mit dem Ortsnamen in Verbindung gebracht wird. Bis 1969 war Bierbaum Bestandteil der Gemeinde Lüdenscheid-Land, Amt Lüdenscheid, und wurde dann mit dieser in die Stadt Lüdenscheid eingemeindet. Nach dem Bau der BAB 45 durch das südliche Stadtgebiet wurde die Herscheider Landstraße zum Autobahnzubringer. Als Folge kam es Mitte der 1970er Jahre zu einem teils mehrspurigen Ausbau und zur Fällung der historischen Allee. Die Straßensiedlung Bierbaum blieb jedoch erhalten.

Bierbaum von Norden (Höh), im Hintergrund rechts die Homert

Lage und Siedlungsstruktur

Die Siedlung Bierbaum befindet sich auf der regelmäßig längsovalen Kuppe des Brutenberges, welche weiter unterhalb an drei Seiten teils steil zum oberen Elspetal und dem Räther-Siepen abfällt. Lediglich zur hier auf einem Höhensattel verlaufenden Herscheider Landstraße läuft die Kuppe verhältnismäßig flach aus; hier befindet sich auch die Straßenzufahrt zur Siedlung. Diese besitzt nicht nur wegen ihrer ursprünglich von der Kernstadt isolierten Lage die Struktur einer Gartenstadt, auch die städtebauliche Binnengliederung entspricht einer solchen. Eine zentrale angerförmige Fläche auf der Bergkuppe wird von den öffentlichen Bauten eingenommen und von einem Ring zweigeschossiger Mietshäuser umgeben. Weiter außen schließen sich weitere ringförmige Straßen mit Siedlungs- und Einfamilienhäusern auf großen Gartengrundstücken an. Abgesehen vom Zufahrstsbereich von der Herscheider Landstraße besteht ein allseitiger Waldgürtel an den unteren Berghängen an. In der umgebenden Landschaft ist oft nur der Turm der Apostelkirche als attraktive Landmarke zu erkennen.

Infrastruktur

Apostelkirche Bierbaum von Westen

Bereits mit der Anlage der Siedlung wurden auf der zentralen angerförmigen Fläche die evangelische Apostelkirche mit Gemeindezentrum und die Gemeinschaftsgrundschule Bierbaum errichtet. Mitte der 1950er Jahre folgte eine Turnhalle und etwa zwanzig Jahre später ein Kindergarten. Eine kleine Platzanlage östlich vor dem Haupteingang der Kirche wurde mit mehreren Einzelhandelsgeschäften und gastronomischen Einrichtungen als Einkaufszentrum gestaltet, so dass die Siedlung Bierbaum die ersten Jahrzehnte ihres Bestehens ein Unterzentrum bildete. In den 1980er Jahren wurden die Läden und ein Café jedoch geschlossen. Die Verbindung zur Kernstadt wird im Öffentlichen Personenverkehr durch die Buslinien 52, 54 und 252 (Wanderbuslinie an Sonntagen) der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) gewährleistet.

Einzelnachweis

  1. [1] Fläche und Bevölkerungszahl des Bezirks gemäß Statistischem Jahrbuch 2007
  2. vgl. Wilhelm Sauerländer / Günther Deitenbeck (1989): "Geschichte der Stadt Lüdenscheid von den Anfängen bis zum Jahre 1813", S. 33
  3. Willy Zuncke (1951): "Geschichtstafel 1800-1950", in: Kulturamt Lüdenscheid/Hrsg.: "Buch der Bergstadt Lüdenscheid", S. 86

Literatur

  • Kulturamt der Stadt Lüdenscheid/Hrsg. (1951): "Buch der Bergstadt Lüdenscheid", Lüdenscheider Verlagsgesellschaft W. Berg KG
  • J. F. Ziegler KG, Druckerei und Verlag, Remscheid/Hrsg. (1986): "Höhenflug - Der Märkische Kreis in Luftbildern", S. 26

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