Biernatzki

Johann Christoph Biernatzki (* 17. Oktober 1795 in Elmshorn; † 11. Mai 1840) war ein deutscher Schriftsteller.

Biernatzki wurde in Elmshorn als Sohn eines Militärarztes geboren.Nach seiner Schulzeit in Altona studierte seit 1816 Theologie, zunächst in Kiel, dann in Jena und Halle. Im Dezember 1821 übernahm er die Predigerstelle auf der Hallig Nordstrandischmoor und erlebte dort die große Sturmflut in der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 1825. Noch im gleichen Jahr übernahm er das Pastorat an der lutherischen Gemeinde des Holländerstädtchens Friedrichstadt an der Eider, wo er bis zu seinem frühen Tode am 11. Mai 1840 lebte.

Am ehemaligen Pastorat am Mittelburgwall erinnert eine Gedenktafel mit einer goldenen Feder daran, dass Biernatzki nicht nur „Predigten und Casualreden“ schrieb, sondern sich auch weltlichen Themen widmete. So dichtete er beispielsweise im Jahre 1829 „Das Bürgerlied“, eine Huldigung an Friedrichstadt, die Hermann Hansens Büchlein über die Stadt einleitet. Als Hauptwerk des Geistlichen gilt jedoch „Die Hallig oder die Schiffbrüchigen auf dem Eiland in der Nordsee“ aus dem Jahre 1836, in dem er die Sturmflut von 1825 beschrieb.

Vier Jahre nach seinem Tode kamen in Altona seine Gesammelten Schriften in acht Bänden heraus, in denen u.a. „Bienatzkis Biographie. Wege zum Glauben oder die Liebe aus der Kindheit“ nachzulesen ist.

Weiter Werke: „Die Überschwemmung“ (1825), „Der braune Knabe oder die Gemeinden in der Zerstreuung“ (1939), „Des letzten Matrosen Tagebuch“.

Als Theologe gehörte Biernatzki entsprechend seiner poetischen Natur zu der Vermittlungspartei, die zwischen Supranaturalismus und theologischem Rationalismus seiner Zeit den friedlichen Ausgleich suchte. Diese Vermittlung strebte er auch in seinen persönlichen Verhältnissen zwischen pastoraler Würde und allgemein menschlicher Berechtigung an, Sinn und Gemüt von geistlichem Rigorismus sich frei erhaltend.

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