Bierschnegel
Bierschnegel
Bierschnegel (Limax flavus)

Bierschnegel (Limax flavus)

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Familie: Egelschnecken (Limacidae)
Gattung: Limax
Art: Bierschnegel
Wissenschaftlicher Name
Limax flavus
Linnaeus 1758
Das Eigelege eines Bierschnegels

Der Bierschnegel (Limax flavus, oder synonym Limacus flavus), oft auch als Kellerschnecke bezeichnet, ist eine in Europa einheimische Nacktschneckenart aus der Familie der Egelschnecken (Limacidae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Bierschnegel hat einen gelblichen bis orangefarbenen Körper, der mit einem unregelmäßig angeordneten dunklen Muster überzogen ist. Farbe und Muster können je nach Fundort erheblich variieren. Das Tier ist dämmerungs- und nachtaktiv und verbringt den Tag meist verborgen an geschützten Stellen. Es erreicht in ausgewachsenem Zustand eine Körperlänge von circa 80 mm, ausnahmsweise auch bis 120 mm und kann drei bis fünf Jahre alt werden.

Vorkommen und Lebensraum

Früher war der Bierschnegel nur in Südeuropa und im südwestasiatischen Raum beheimatet. Das ursprüngliche Areal – vermutlich Südeuropa – lässt sich allerdings nicht mehr genau feststellen.[1] Heutzutage umfasst das Verbreitungsgebiet ganz Europa. Inzwischen ist er auch in andere Regionen anthropogen verschleppt worden (Nord- und Südamerika, Japan, Australien[2] und Madagaskar[3]).

Der Bierschnegel lebt in der Regel in der Nähe von menschlichen Siedlungen in feuchten Kellern (daher auch Kellerschnecke genannt), Gärten und Nebengebäuden. Dadurch, dass Keller und Nebenräume heute meist in trockenem und sauberen Zustand sind, wird dem Bierschnegel zunehmend der Lebensraum entzogen.[4] In Deutschland gehört der Bierschnegel zu den gefährdeten Arten (Kategorie 1 = vom Aussterben bedroht).[5] In Niedersachsen wurde die Art 90 Jahre lang nicht mehr gefunden. 2007 entdeckte man in Einbeck wieder einige Exemplare.[6]

Nahrung

Zur Nahrung des Bierschnegels gehören Salate, Kohl, Karotten, Rüben, Kartoffeln, Blumenzwiebeln und ähnliche Pflanzen. Da er diese Nahrung häufig in seinem Lebensraum (Keller, Nebenräume) findet, gilt er in der Bevölkerung als Vorratsschädling. Wie viele Nacktschnecken wird der Bierschnegel durch den Geruch von Bier angezogen, was ihm auch seinen deutschen Namen gab. Besonders häufig kam er früher in Bierkellern vor, wo er durch ausgelaufenes oder verschüttetes Bier angelockt wurde.

Fortpflanzung

Der Bierschnegel paart sich meist im Sommer. Als Zwitter (Hermaphrodit) kann die Paarung mit jedem anderen Artgenossen erfolgen. Das Sperma wird außerhalb des Körpers übertragen. Die Kopula dauert nur wenige Minuten. Zwei bis drei Wochen nach der Paarung kommt es zur Ablage von 20 bis 50 Eiern; häufig an verschiedenen Stellen. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa vier Wochen und sind nach rund 90 Tagen geschlechtsreif. Erfolgt die Paarung im Herbst, so können die Eier im Gelege bis zum Frühjahr überwintern.

Einzelnachweise

  1. Wiktor A et.al., Slugs of the Greek southern Aegean islands (Mollusca Gastropoda nuda: Milacidae, Agriolimacidae et Limacidae)., in Malakologische Abhandlungen, 17/1994, S.1-36.
  2. Cecilia Smith-Ramírez, Juan J. Armesto, Claudio Valdovinos: Historia, biodiversidad y ecología de los bosques costeros de Chile. 708 S., Universitaria, Santiago de Chile 2005, S.305
  3. A. J. De Winter: Limax flavus L. synanthropical in Madagascar (Gastropoda Pulmonata: Limacidae). Basteria, 61(1-3): 40, Leiden 1997 ISSN 0005-6219
  4. Limacus flavus (Linnaeus 1758) - Bierschnegel, in Verbreitungsatlas Schleswig-Holstein 1991
  5. Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands (BINOT et al. 1998) - Register
  6. nabu.de, Bierschnegel nach 90 Jahren wiederentdeckt, abgerufen am 9. Februar 2008

Literatur

  • H. Kobialka und R. Kirch: Zum aktuellen Vorkommen von Limacus flavus (Linnaeus 1758) in Nordrhein-Westfalen (Gastropoda: Limacidae). In Mitteilungen der Deutschen Malakozoologischen Gesellschaft, 67/2002, S.1-8.
  • Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Weichtiere. 287 S., München, Mosaik-Verlag 1990 (Steinbachs Naturführer 10) ISBN 3-570-03414-3

Weblinks

 Commons: Limacus flavus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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