Biesenbach (Leverkusen)

Biesenbach ist ein Dorf auf dem Gebiet des Leverkusener Stadtteils Bergisch Neukirchen. Es liegt zwischen Neukirchen und Lützenkirchen, etwa 2 km östlich des großen Stadtteils Opladen und 5 km nordöstlich der Leverkusener Innenstadt.

Geschichte

Biesenbach wurde von jeher durch eine Grenze geteilt. Diese Grenze zeigt sich heute noch in verschiedenen Bereichen, wie z. B. dem Einzugsgebiet für Grundschulen, Wahlbezirken und Kirchenzugehörigkeit. So befassen sich alte Adressbücher, Katasterlisten, Flurbücher und ähnliches immer nur mit einem Teil der Biesenbach. Die unsichtbare Grenze stellt der heutige Biesenbacher Weg dar, er teilte die Biesenbach einerseits zum Kirchspiel (Pfarrei) Luzelenkerke (Lützenkirchen) und andererseits zum Kirchspiel Nuweenkirgen (Neukirchen).

Das Kirchspiel Luzelenkerke wurde erstmals 1155 in der Deutzer Handschrift erwähnt. In dieser Handschrift ging es um Geld- und Sachspenden, die der im Jahre 1003 gegründeten Benediktinerabtei St. Heribert in Deutz zugute kamen. Es folgten in den weiteren Jahren dann immer mehr schriftliche Erwähnungen, meistens kirchlichen Ursprungs, die aber hier nicht weiter verfolgt werden.

In der näheren Umgebung der Biesenbach wurden dann auch die für die damalige Zeit typischen Einzelhofsiedlungen immer häufiger erwähnt. 1209 tauchte zum ersten Mal Quettingheim (Quettingen) auf, und im Jahre 1216 ist ein Franco de Quettingheim als Zeuge in einer Urkunde des Grafen Adolf III. von Berg aufgeführt.

Weitere, auch heute noch bekannte, Siedlungsnamen sind Lippia (Ersterwähnung 1217), Kindehusen (1303), Clivo (1303), Seipenhove (1303), sowie auch Maashof / Mebushof (1377). In der weiteren Geschichte Neukirchens werden dann auch immer wieder Einzelhöfe und Siedlungen erwähnt, die uns heute noch bekannt sind. Um 1300 wurden in der Neukirchner Zehntrolle (Abgabeliste für Kirchenabgaben) 95 Abgabepflichtige aufgeführt, daraus ergibt sich eine Ersterwähnung von 1299, z.B. für die Rittersitze Atzlenbach und Diepental, die Siedlungen Imbach, Hüscheid, Pattscheid, Romberg und die freien Höfe Bruch, Oberölbach, Grund, Claasbruch und Unterölbach.

Biesenbach wird erstmals in einer Kölner Stiftungsurkunde vom 11. Dezember 1515 erwähnt: Kerstgen von der Kaltenherberge, rector oder pastor zu Neuwenkirchen, stiftet eine Vikarie. Kerstgen (Christian) von der Kaltenherberge war Pfarrer von 1487 bis 1515 in dem Kirchspiel (Pfarrbezirk) Neuwenkirchen. Sein Vermögen vermachte er der Kirche zur Stiftung einer Vikarie. Somit konnte ein Vikar (Hilfsgeistlicher) aus den Einnahmen des Besitzes unterhalten werden. Aufgabe des Vikares war es, die Kinder des Kirchspiels zu unterrichten. Somit lässt sich sagen, dass aus dieser Stiftung die Schule von Bergisch Neukirchen hervorging. Pfarrer Kerstgen vermachte der Kirche in seinem Testament insgesamt 23 Rentbriefe (Pachtverträge) über Grundstücke die zum Teil weit auswärts lagen, z. B. in Haan und Hilden. In einem Rentbrief dieser Stiftungsurkunde heißt es: Rentbrief von 5 Mark aus einer Wiese im Kirchspiel Lützenkirchen von Johann, Evert und Emunden Hennessen Kinder in der Biesenbach und seine Frau Katharina, Kirchspielleute zu Lützenkirchen für eine jährliche Rente von 5 Mark Pachten sie eine Wiese im Kirchspiel Lützenkirchen. Somit ist der Rentbrief vom 11. November 1506 der zurzeit erste bekannte schriftliche Hinweis auf die Biesenbach. Vermutlich existierte die Biesenbach aber schon früher, da z.B. Claasbruch und Ölbach bereits 1299 erstmals erwähnt wurden.

Brauchtum

Im Jahre 1956 wurde die Dorfgemeinschaft Biesenbach gegründet. Heute hat diese 259 Mitglieder und zeichnet sich durch verschiedene jährlich wiederkehrende Aktivitäten aus. Dazu gehören das Maibaumsetzen und die Wahl einer Maikönigin, das Dorffest im Juni, das Pfingsteiersingen, ein Martinsfeuer und eine Nikolausfeier. Auf dem Dorffest werden jedes Jahr ein Dorfkönig und -prinz ausgeschossen. Die Verantwortung für die Dorfgemeinschaft trägt der von den Mitgliedern gewählte Vorstand.

Weblinks

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