Bieszczady

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Bieszczady
Lage Bieszczady

Lage Bieszczady

Typische Landschaft der Bieszczady (Der Krzemień, 1335 m., Polen)

Typische Landschaft der Bieszczady (Der Krzemień, 1335 m., Polen)

Höchster Gipfel Tarnica (1.346 m)
Lage Slowakei, Polen
Koordinaten 49° 10′ N, 22° 17′ O49.1722.291346Koordinaten: 49° 10′ N, 22° 17′ O

Die Bieszczady [bʲɛ'ʃtʃadɨ] sind eine Mittelgebirgslandschaft in Südostpolen und den angrenzenden Gebieten in der Slowakei und der Ukraine. Im engeren Sinne sind sie ein Teil der zu Polen und der Slowakei gehörenden Ostbeskiden (Bieszczady in Polen und Bukovské vrchy in der Slowakei, russisch Бещады). Die Ostbeskiden werden auch als Waldkarpaten bezeichnet. Die höchste Erhebung ist (abhängig von der Definition der Ostgrenze) der Gipfel Tarnica (Tarnitza) mit 1346 m ü. M. in Polen.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Das Wort Bieszczad ist mit dem Wort běščad/beščad verwandt, das in der Form Beščad(y) noch in der Ostslowakei (z. B. der Berg Beščad) und in der Form Bieszczady in Südpolen verwendet wird. In der albanischen Sprache gibt es das verwandte Wort bjeshkë, das für eine Hochweide (Alp) steht (so z. B. Karol Dobrowolski, 1938). Unwahrscheinlich ist die Abstammung vom germanischen Wort mnd. beshêt, beskēt „Scheide, Wasserscheide“ (Rozwadowski 1914).[1]

Geschichte

1269 wird die Landschaft als Beschad Alpes Poloniae erwähnt. Die Landschaft wurde im 15. und 16. Jahrhundert auch als Beyszkod, Byesczad, Byeskad, Byesczad und im 17. Jahrhundert als Poloniae Alpe Biesczade, bezeichnet. Historisch gesehen wurden die Begriffe Bieszczady und Beskid jahrhundertelang benutzt, um die Berge zu beschreiben, die Polen von Ruthenien und dem Königreich Ungarn trennen.

Naturausstattung

Geologie

Der oberflächennahe geologische Untergrund wird überwiegend von tertiären Sandsteinen und Flysch gebildet.

Nationalpark

Der Bieszczady-Nationalpark ist Teil des 1992 geschaffenen UNESCO Biosphärenreservats Ostkarpaten (Biosphärenreservat Karpaten). Der Nationalpark ist mit einer Fläche von über 29.000 Hektar der größte polnische Gebirgs-Nationalpark.

Klima

Die Jahresmitteltemperaturen reichen von 6 °C im San-Tal bis zu 2 °C in den Gipfellagen. Die gemittelten Jahresniederschlagssummen reichen von 900 mm bei Lutowiska bis hin zu 1200 mm in den Kammlagen. Das Klima ist geprägt von atlantischen Tiefausläufern, die im Winter für viel Schneefall und im Sommer für ergiebige Regenfälle sorgen. Die Täler sind häufig von Nebel erfüllt, der bis in die Hochlagen hinauf reichen kann.

Vegetation

In den Tälern bestehen Auenwiesen und Bachauenwälder, die v. a. von Grauerlen gebildet werden. An den Berghängen sind Buchen- und Weißtannen-Buchenwälder entwickelt, die in etwa 1100 bis 1200 m Höhe als Krummholz die Waldgrenze bilden können. Häufig wird sie aber von Latschenkiefern und Grünerlen gebildet. Die subalpine Zone wird von artenreichen Borstgrasrasen und Felsfluren geprägt. Dort finden sich auch die Standorte endemischer Pflanzenarten der Karpaten wie z. B. Weißer Wachtelweizen (Melampyrum saxosum), Dichtblütige Nelke (Dianthus compactus), Ostkarpaten-Eisenhut (Aconitum lasiocarpum), Rosa Schwarzwurzel (Scorzonera rosea), Waldsteins Kratzdistel (Cirsium waldsteinii) und Viola dacica. Auf großer Fläche wurden die Buchenwälder seit langem nicht mehr genutzt und weisen daher urwaldartige Strukturen und hohe Anteile an Alt- und Totholz auf.

Poloninen

Eine Besonderheit der Bieszczady sind die Poloninen. Damit bezeichnet man die unbewaldeten Kammlagen der Höhenzüge, die hauptsächlich mit Gräsern bewachsen sind. Einige Poloninen wurden früher als Hochweide genutzt.

Bekannteste „Poloninas“:

in Bieszczady (Polen):

  • Połonina Caryńska (Gipfel 1297 m; Teil der Bieszczady)
  • Połonina Wetlińska (höchste Erhebung: „Roh“ 1255 m; Teil der Bieszczady)
  • Połonina Bukowska (höchste Erhebung: „Halicz“ 1333 m; Teil der Bieszczady)
  • Połonina Dźwiniacz (höchste Erhebung: „Bukowe Berdo“-Buchenspitze 1312 m; Teil der Bieszczady)
Blick von der Połonina Caryńska

Tierwelt

Die wild lebende Tierwelt der Bieszczady beherbergt alle großen Tierarten Mitteleuropas wie Braunbär, Wolf, Luchs, Wildkatze, Wisent, Rothirsch, Biber und Fischotter in lebensfähigen Populationen. Unter den Vogelarten sind allen voran Steinadler, Schreiadler und Schwarzstorch zu nennen. Bemerkenswert ist auch der Karpatenmolch (Triturus montandoni), der in allen Kleingewässern angetroffen werden kann. Das Wisent wurde in den 1920er Jahren wieder eingebürgert und lebt in den Bieszczady-Bergen seit 1952 wieder wild. Für den Braunbären sind die Bieszczady-Berge eines der wichtigsten Rückzugsgebiete in Polen. Seine Population wird dort mit 50 Tieren angegeben. Die großen Säuger sind insgesamt sehr scheu und nur selten zu Gesicht zu bekommen. Allenfalls Spuren sind öfter anzutreffen oder das Heulen der Wölfe ist zu vernehmen.

Wichtigste Flüsse und Bäche

in Bieszczady:

  • San
  • Wisłok (Weisslog)
  • Osława (Oslawa)
  • Halicz
  • Solinka
  • Osławica
  • Wetlinka
  • Czarny
  • Jasieńka
  • Królówka
  • Dołżyca
  • Strwiąż
  • Mszanka

in den Ostbeskiden (Ukraine)

Tourismus

Im Gegensatz zur Tatra sind die Bieszczady noch nicht sehr stark vom Tourismus geprägt. Die früher zahlreiche Bevölkerung der Bieszczady wurde 1947 in der sogenannten Aktion Weichsel zu einem großen Teil zwangsumgesiedelt. Danach blieb die Region viele Jahre sich selbst überlassen. Auch heute ist trotz des Tourismus das menschliche Einwirken in die Natur gering. Das Reservat des Bieszczady-Nationalparks ist zu 80 % mit Wald bedeckt, enthält eines der am wenigsten gestörten Ökosysteme und bietet die wichtigste Zuflucht für große Tiere urzeitlicher Lebensräume in Europa. Es wird deshalb auch als der polnische Wilde Osten bezeichnet. Darüber hinaus bewahrt das Gebiet Elemente kultureller Erbschaft der zum größten Teil vertriebenen Lemken und Bojken wie zum Beispiel hölzerne Sakral-Architektur und traditionelle Landwirtschaft.

Größere Orte

  • Lesko
  • Ustrzyki Górne
  • Ustrzyki Dolne
  • Solina
  • Baligród
  • Cisna
  • Polańczyk
  • Wetlina
  • Smerek
  • Lutowiska
  • Czarna

Liste der wichtigsten Erhebungen

Tarnica, 1346 m.
  • Tarnica 1346 m
  • Krzemień 1335 m
  • Halicz 1333 m
  • Bukowe Berdo 1312 m
  • Wielka Rawka 1307 m
  • Polonina Crynska 1297 m
  • Roh 1255 m
  • Smerek 1222 m
  • Krzemieniec 1221 m
  • Wołosań 1071 m
  • Przysłup 1006 m
  • Chryszczata 998 m
  • Jaworne 992 m
  • Matragona 990 m
  • Krąglica 943 m
  • Kopa 943 m
  • Wysoki Groń 905 m
  • Głęboki Wierch 890 m
  • Maguryczne 884 m
  • Rydoszowa 880 m
  • Gmyszów Wierch 876 m
  • Pasika 848 m

Siehe auch

Benutzte Quellen

  1. Zbigniew Gołąb. The Origins of the Slavs: A Linguist's View. Slavica Publishers, Inc., 1992 p. 342. "The Germanic etymology of Bieszczad // Beskid was proposed by prof. Jan Michał Rozwadowski (1914:162, etc). He derives the variant beščad from Germc. biskaid, wchich is represented by MLG besche (beskêt) Trennung and by Scandinavian bêsked, borrowed from [...]

Weblinks

 Commons: Bieszczady – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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