Big Lebowski
Filmdaten
Deutscher Titel: The Big Lebowski
Originaltitel: The Big Lebowski
Produktionsland: USA, UK
Erscheinungsjahr: 1998
Länge: 112 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK ab 12
Stab
Regie: Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Produktion: Ethan Coen
Musik: Carter Burwell
Kamera: Roger Deakins
Schnitt: Tricia Cooke
Roderick Jaynes
Besetzung

The Big Lebowski ist ein Spielfilm der Coen-Brüder aus dem Jahr 1998. Nachdem der Film in die Kinos kam, avancierte er schnell zu einem Kultfilm.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film spielt in Los Angeles Anfang der 1990er. Der Alt-Hippie Jeffrey Lebowski, der sich selbst nur der Dude nennt, schiebt im wahrsten Sinne des Wortes eine ruhige Kugel als Bowler: Er entspannt sich zwischen den regelmäßigen Bowlingrunden mit seinen Freunden Walter Sobchak und Donny Kerabatsos, mit dem Lauschen von Walgesängen, dem Trinken von White Russians und dem Rauchen von Joints in der Badewanne.

Dieses beschauliche Leben ändert sich schlagartig, als zwei Schlägertypen bei ihm eindringen, weil sie ihn für einen Millionär gleichen Namens halten, dessen Frau Bunny Lebowski ihrem Boss Geld schuldet. Um ihn einzuschüchtern, taucht ihn der eine kopfüber in die Toilette, und der andere uriniert auf seinen Lieblingsteppich.

Der Dude fühlt sich als Opfer einer Verwechslung und verlangt Schadensersatz von seinem Namensvetter für den ruinierten Teppich. Der Millionär Lebowski hält den Dude für einen faulen „Penner“ und schickt ihn weg, aber durch eine Lüge gegenüber dem Assistenten des Millionärs wird ihm doch noch ein Teppich übergeben. Wenig später lässt der Millionär den Dude nochmals kommen. Seine junge Frau Bunny ist entführt worden und er nimmt an, dass die Entführer mit den Schlägertypen identisch sind. Deshalb soll der Dude das Lösegeld von einer Million Dollar übergeben und dabei, falls möglich, die Entführer identifizieren.

Der Dude willigt ein, vermutet aber, dass Bunny Lebowski ihre Entführung nur vorgetäuscht hat. Das erzählt er seinem Freund Walter. Dieser reißt die Geldübergabe an sich und versucht die Entführer zu überlisten. Er erreicht aber nur, dass das Lösegeld nicht übergeben wird. Anschließend gehen sie zum Bowling und lassen das Geld im Auto. Während sie bowlen, wird das Auto gestohlen.

Jetzt meldet sich die Tochter des Millionärs Lebowski, die feministische Künstlerin Maude Lebowski, beim Dude. Sie erklärt dem Dude, dass sowohl das Lösegeld als auch der Teppich ihr gehören, und nimmt diesen an sich. Zugleich bietet sie dem Dude hunderttausend Dollar, falls er es schaffen sollte, das verloren gegangene Lösegeld zurückzubringen. Während des Gesprächs erklärt sie die Hintergründe der „Entführung“ und zeigt eine Schallplatte der 1970er-Jahre-Band „Autobahn“, bestehend aus den „Nihilisten“.

Das gestohlene Auto wird zwischenzeitlich zwar von der Polizei gefunden, aber das Geld fehlt. Im Auto findet der Dude dafür die Schularbeit eines gewissen Larry, den er für den Autodieb hält und der folglich das Geld haben muss. Walter und der Dude suchen den Jungen auf, können aber nichts herausbringen – das Geld bleibt verschwunden.

Der Millionär Lebowski stellt den Dude wegen des verloren gegangenen Lösegeldes zur Rede und präsentiert ihm eine abgeschnittene Zehe, die ihm von den Entführern zugeschickt worden ist. Auch die Schläger aus der ersten Szene suchen den Dude abermals auf und bringen ihn zu ihrem Auftraggeber, dem Pornofilm-Produzenten Jackie Treehorn. Treehorn meint, dass Bunny Lebowski ihm Geld schulde und setzt den Dude unter Drogen, um von ihm zu erfahren, wo Bunny zu finden ist, aber der Dude weiß nichts.

Es stellt sich heraus, dass die Entführung tatsächlich vorgetäuscht war (Bunny hat in Wirklichkeit Freunde in Palm Springs besucht), und zwar von einer Gruppe angeblicher Nihilisten aus Deutschland: Uli Kunkel (Peter Stormare), Franz (Torsten Voges), Dieter (Mike „Flea“ Balzary) und Kunkels Freundin (Aimee Mann), von der die abgetrennte Zehe stammt. Als den vermeintlichen Entführern klar wird, dass der Dude das Lösegeld haben muss, überfallen sie ihn und seine Freunde auf dem Parkplatz vor der Bowlingbahn. Bei dem anschließenden Kampf erleidet Donny einen Herzinfarkt und stirbt. Nach dem Verstreuen seiner Asche gehen der Dude und Walter wie gewohnt zum Bowling.

Der Film enthält mehrere Anspielungen auf den Golfkrieg. So äußert Walter, der nicht müde wird zu betonen, dass er selbst am Vietnamkrieg teilgenommen hat, in einer Szene seine Meinung: Im Gegensatz zum Vietnamkrieg habe man es im Irak nicht mit einem ernst zu nehmenden Gegner zu tun. In der Anfangsszene im Supermarkt vernimmt man eine Rede von Präsident George H. W. Bush. Und in einer Traumszene („Gutterballs“) tritt ein Double von Saddam Hussein auf und überreicht dem Dude ein Paar Bowlingschuhe.

Kritiken

„Ein ausgesprochen witziger Film voller skurriler Späße, der neben seinem immensen Einfallsreichtum auf das pointiert-zurückgenommene Spiel der Darsteller aufbauen kann. Die gelungene Variante eines modernen Schelmenromans, geprägt von Fabulierlust und überbordender Fantasie.“

Lexikon des internationalen Films

„Wenn die Brüder Joel und Ethan Coen am Werke sind, ahnt man schon, dass hier die Story wieder für eine faszinierend-absurde Bilderflut gegen alle Konventionen herhalten muss. Der Fan freut sich, der „normale“ Betrachter langweilt oder ärgert sich. Fazit: Tolles Kino, super fotografiert und gespielt, aber sicherlich nicht jedermanns Geschmack.“

Prisma Online

„Ein leichthändig arrangiertes, famos besetztes Schelmenstück, mit virtuosen Gags und tollen Sounds von Bob Dylan bis Mozart.“

Zoom

„eine Ladung Slapstick-Metaphysik und ad hoc Irrwitzigkeit […] ein Meisterwerk der Anti-Erzählung“

Entertainment Weekly[1]

Auszeichnungen

Der Film wurde zur Berlinale 1998 für den Wettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen, ging bei der Preisvergabe jedoch leer aus.

Hintergrund

Die Figur des Dude basiert hauptsächlich auf Jeff Dowd, einem unabhängigen Filmproduzenten, der den Coen-Brüdern beim Verleih ihres ersten Films Blood Simple (1984) geholfen hat. Jeff „The Dude“ Dowd war wie der Dude aus dem Film Mitglied der „Seattle Seven“.

Handlung und Hauptfigur sind eine Hommage an und Parodie auf den Film Noir der 1940er-Jahre. Parallelen zur Figur des Privatdetektivs Philip Marlowe aus Raymond Chandlers Tote schlafen fest (mit Humphrey Bogart) sind unverkennbar.[2][3]

Der Dude trinkt im Film insgesamt acht White Russians (jedoch trinkt er keinen leer), die er sich zuhause zusammenmixt oder bei Besuchen angeboten bekommt. Auch dies ist eine Anspielung auf Philip Marlowe, der sowohl zuhause als auch bei seinen Ermittlungen stets ein Glas Whisky oder Brandy in der Hand hat.

Ein weiterer running gag ist, dass der Dude Wörter und Phrasen aus Gesprächen aufschnappt und sie wenig später selbst gebraucht. Beispiel: Gleich in der ersten Szene hört er George Bush in einer TV-Ansprache zur irakischen Invasion in Kuwait this aggression will not stand sagen. Diesen Ausdruck verwendet der Dude wenig später im Gespräch mit dem Millionär Jeffrey Lebowski, weil dieser ihn als Penner beschimpft.

Einen weiteren Kurzauftritt („Smokey“) hat Jimmie Dale Gilmore von der legendären Folkrockgruppe „The Flatlanders“.

Einer der Nihilisten im Restaurant ist Flea, der Bassist der Red Hot Chili Peppers, die Nihilistin ist Songwriterin und Sängerin Aimee Mann.

Bunny, geborene Fawn Knutsen, wuchs nach Angaben des Privatdetektivs auf einer trostlosen Farm in der Nähe von Moorhead in Minnesota auf, von der er ein Schwarzweiß-Foto zeigt. Moorhead ist die Heimatstadt von Jeff Bridges' Frau und grenzt unmittelbar an Fargo, Nord-Dakota, dem Titel des Vorgängerfilms der Coen-Brüder. Die Herkunft aus ärmlichen Verhältnissen ist gleichzeitig eine Anspielung auf Holly Golightlys Herkunft in Frühstück bei Tiffany.

Die in dem Film dargestellte Platte der Band „Autobahn“, bestehend aus den Nihilisten, ist eine Anspielung auf das Album „Autobahn“ der Band Kraftwerk und deren Erfolg auf dem amerikanischen Markt.

Das „Strandhaus“ des Pornoproduzenten Treehorn ist das des Milliardärs James F. Goldstein.

Der Song, der während des Abspanns läuft, ist Dead Flowers von den Rolling Stones in einer Coverversion von Townes van Zandt. Der frühere Stones-Manager Allen Klein, der die Rechte an dem Song hält, wollte 150.000 Dollar für die Verwendung im Film. Der Musikproduzent T-Bone Burnett, der bei „Lebowski“ als Musikarchivar diente, drängte Klein mal vorbeizukommen um sich einen Rohschnitt des Films anzuschauen. Burnett: „Dann kam die Stelle, wo der Dude sagt: ‚I hate the fuckin' Eagles, man!‘ Klein steht auf und sagt: 'Das ist es, Du kannst den Song haben.' Das war schön.“

Einzelnachweise

  1. The Cult 25: The Essential Left-Field Movie Hits Since '83. In: Entertainment Weekly. Entertainment Weekly and Time Inc.: „a tangle of slapstick metaphysics and ad hoc wackiness […] a masterpiece of anti-storytelling“. Abgerufen am 1. April 2009. (englisch)
  2. http://www.moviemaster.de/archiv/film/film_223.htm
  3. http://www.artechock.de/film/text/kritik/b/bilebo.htm

Weblinks


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