Bila (Adelsgeschlecht)
Wappen der von Bila
Gut Zscheiplitz
Familiengruft Zscheiplitz

Bila, auch Biela und Byla, ist ein thüringisches Uradelsgeschlecht, von dem ein Zweig in den Freiherrenstand erhoben wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Sage berichtet von der Errettung Kaiser Heinrichs IV. durch eine Holzfäller- und Köhlerfamilie im Südharz auf seiner Flucht von der Harzburg im Zuge des Sachsenkrieges im Jahr 1073. Jene Familie soll nach Heinrichs Machtfestigung in den Ritterstand erhoben worden sein und das Lehen Bielen bei Nordhausen erhalten haben. Der Name leitet sich der Legende nach vom Beil der Holzfäller ab, althochdt. bīhal.

Der Ort Bielen wird 1158 erstmals als Biela in einer Urkunde des Kaisers Friedrich I. Barbarossa genannt.[1]

Urkundlich wird erstmals Thilo von Bila 1200 und dann 1224 Albertus de Bele genannt.[2] Das Geschlecht unterteilt sich in die drei Linien Bila, Biela und Byla. Die Familie besaß zeitweise Hainrode (Hainleite) und Stapelburg und hatte Lehngüter in Auleben, Roßla, Tilleda und Wernrode in der Goldenen Aue und Hainleite. Später besaßen sie in Zscheiplitz (Biela, 1847–1945) und von Mitte des 19. Jh. bis Anfang 20. Jh. in Markröhlitz ein Rittergut. Durch die Bodenreform 1945 wurden die Güter in Gerbitz (Bila), Zscheiplitz (Biela) und Uthleben (Byla) enteignet.

Wappen

In blauem Schild zwei nach außengekehrte silberne Beile, dazwischen ein dreifach gestümmelter goldener Baumstamm (Ast). Auf dem Helm der Baumstamm zwischen offenem, blau-silber über eck-geteiltem Flug. Die Decken sind Blau und Weiß.

Das Wappen findet sich an dem Gutshaus in Markröhlitz und am Haupthaus vom Rittergut Zscheiplitz und am Zugang zur dortigen Gruft in der Klosterkirche. Das Urwappen der zwei Beile befindet sich an der Sandsteingrabplatte des Dechanten Friedrich von Bila († 1327) in der Krypta des katholischen Doms in Nordhausen. Der dreifach gestümmelte Ast zwischen den Beilen ist ein Allianzwappen nach der Heirat des Christoph von Bila, anfangs Page bei König Maximilian I., mit Anna von Werthern im Jahre 1480.

Persönlichkeiten

  • Bruno von Bila, unterschrieb 1415 den Protestbrief gegen die Verbrennung von Jan Hus in Konstanz.
  • Dr. Heinrich von Bila (1534–1584), Vertreter des unmündigen Bischofs Heinrich Julius von Halberstadt, Hauptmann des Stifts Merseburg, Epitaph im Merseburger Dom.[3][4]
  • Joachim von Bila, kaiserlicher Appellationsrat, erhielt 1563 die Genehmigung, das in der Hütte in Graupen geschmolzene Silber und Kupfer gegen Entrichtung der Maut außer Landes zu führen[5]
  • Friedrich von Bila[6], am 21. Juni 1621 als protestantischer Direktor und Lehnshauptmann des Deutschen Ordens in Prag enthauptet.[7] Seine Herrschaft Schochau wurde von Wallenstein konfisziert.[8]
  • Karl Anton von Bila (1741–1820), königlich-preussischer Generalmajor und Kommandeur der Magdeburger Füs.-Brigade sowie Herr auf Hainrode, Ritter des Ordens Pour le Mérite
  • Christoph Rudolf von Bila (1743–1808), Husarengeneral, Chef des preußischen Husaren Btl. Nr. 11 in Ansbach-Bayreuth, Ritter des Ordens Pour le Mérite
  • Wilhelm Freiherr von Biela (1782–1856), österreichischer Major und Stadtkommandant von Rovigo, Entdecker des "Bielaschen Kometen"
  • Karl von Bila (1784–1846), königlich-preussischer Generalmajor,Kommandant von Luxemburg, Gerichts- und Patronatsherr auf Hainrode
  • Ernst Alexander von Bila (1868–1918), preußisch-königlicher Major, gefallen in der ersten Panzerschlacht bei Villers-Bretonneux (Frankreich). Ritter des Ordens Pour le Mérite.
  • Dr. Helen von Bila (1904–1985), Ministerialdirigentin im Kultusministerium von Hessen, zuständig für den Wiederaufbau der Universitäten, Frankfurterschule und 1955 Rückführung des ersten Computers aus den USA an die TH Darmstadt. Sie beschäftigte sich bereits 1973 für die VolkswagenStiftung mit Gerontologie in den USA. 1977 wurde ihr die silberne Phillips-Plakette der Phillips-Universität Marburg verliehen[9][10]
  • Otto Heinrich von Bila (1909–1983), Rittmeister der Reserve, Landwirt in Gerbitz. Begleitoffizier des Feldmarschalls H.G. von Kluge und später des Generaloberst G. Heinrici auf Empfehlung von General Stieff, deshalb im Mittelabschnitt bei der Aktion des 20. Juli 1944 dabei.
  • Wolf von Bila (*1941), Konsul von Botswana, Landwirt nach der Wende 1990 in Gerbitz, Klein Paschleben und Wohlsdorf. Mit dem WWF ein Förderer des Moremi-Reservates in den Okavangosümpfen. Initiator des Lutherweges (2006) zwischen den Weltkulturerbestätten Wittenberg/ Dessau-Wörlitz und Eisleben.[11]

Einzelnachweise

  1. RI IV 2, 1 Nr. 536
  2. http://books.google.de/books?id=lewGCwtp-1oC&pg=PA119&lpg=PA119&dq=%22Albertus+de+Bele%22&source=web&ots=37CCfw_f5m&sig=TRHDsbC2lQoANQls6Hme8FsKzws&hl=de&ei=vh2fSefBNpOK0AXC6qirDQ&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result#PPA119,M1
  3. http://archiv.tu-chemnitz.de/pub/2003/0162/data/diss.pdf
  4. http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Stapelburg
  5. http://books.google.de/books?id=97ITAAAAQAAJ&pg=PA482&lpg=PA482&dq=%22Joachim+von+Bila%22&source=web&ots=bvZaVKe76G&sig=Kpusm2DnMMvkrxdsqpF-RhxgW3w&hl=de&ei=DMaeSebrL5iU_gb34vzECw&sa=X&oi=book_result&resnum=3&ct=result#PPA482,M1
  6. http://www.exulanten.geschichte.uni-muenchen.de/index.php?module=results&class=details&pid=70172
  7. http://www.radio.cz/de/artikel/9391
  8. http://www.heimatfreunde-aussig.de/hilfsverein/grostsch.htm
  9. http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2008/5267/pdf/SDF_2007-02_12-19.pdf
  10. http://www.uni-marburg.de/aktuelles/personalia/plaktte
  11. http://www.welt.de/welt_print/article2647964/Auf-Luthers-Pfaden.html

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