Bilal-Moschee (Aachen)
Eingang Prof.-Pirlet-Str. 20

Die Bilal-Moschee wurde als zweitälteste Moschee Deutschlands 1964 bis 1966 in Aachen auf dem Gelände der Technischen Hochschule Aachen erbaut. Sie ist nach Bilal al-Habaschi benannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Grundsteinlegung erfolgte am 13. Mai 1964. Anfänglich ohne Minarett konzipiert, ist dieses nachträglich errichtet worden. Die Planung wurde von Prof. Steinbach und Gernot Kramer, RWTH Aachen, durchgeführt. Die Pläne der Moschee reichen bis in das Jahr 1958 zurück. Die Baukosten beliefen sich auf 800.000 DM und wurden von studentischen jungen Muslimen zusammengetragen. 14 islamische Staaten beteiligten sich an der Finanzierung, darunter Mali, Indonesien, Malaysia, der Schah von Persien und weitere arabische Staaten. Als einziger deutscher Geldgeber hat sich die Stadt Aachen mit einer Spende von 10.000 DM beteiligt. Die Teppiche wurden vom saudischen Ministerium für islamische Angelegenheiten gestiftet. Als Bauherr fungierte die Internationale Muslimische Studenten Union.

Gebäude

Der Gebetssaal fasste ursprünglich 150 bis 180 Personen, nach dem Umbau im Jahre 1979 bis zu 600 Personen (davon 100 Frauen auf der Galerie). Die Kosten von rund einer Million DM für die Erweiterung der Moschee wurde vorwiegend durch Mitgliedsbeiträge, Privatspenden aus dem In- und Ausland, insbesondere von türkischen Arbeitnehmern, und Spenden von Organisationen finanziert.[1]

Die dreigeschossige Moschee mit Kuppel und Minarett ist eine sogenannte „Feldlagermoschee“.

Verbindungen zum Islamismus

1981, anderen Quellen zufolge am 29. Juni 1978 wurde das ‘Islamische Zentrum Aachen e.V.’ (IZA) vom ehemaligen Führer der syrischen Muslimbruderschaft, Prof. Issam el Attar, als offizieller Trägerverein der Moschee gegründet[2][3][4]. Bis 1996 leitete Attar das IZA[4]. Die Moschee steht laut Erkenntnissen des Verfassungsschutzes NRW dem Syrischen Zweig der islamisch-fundamentalistischen Muslimbruderschaft nahe[5], bemüht sich jedoch, in öffentlichen Veranstaltungen "gemäßigt und dialogbereit zu erscheinen"[6]. Lt. Klaus Grünwald, langjährigem Leiter der Fachabteilung für Ausländerextremismus des Bundesamtes für Verfassungsschutz, beherbergte die Moschee auch algerische Terroristen im Exil[7].


Weblinks

Einzelnachweise

  1. Neue Sakralarchitektur des Islam in Deutschland, ab Seite 66
  2. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über Das Jahr 2006. S. 202 ([1]).
  3. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über Das Jahr 2007. S. 185 ([2]).
  4. a b [3]. Website des Islamischen Zentrums Aachen - Bilal-Moschee - e.V.. Abgerufen am 01. November 2011.
  5. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über Das Jahr 2005. S. 24.
  6. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen über Das Jahr 2007. S. 186 ([4]).
  7. Klaus Grünwald: "Defending Germany's Constitution"' In: Middle East Quarterly, März 1995, S. 10
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