Bildsteine von Smiss im Kirchspiel När

Die Bildsteine von Smiss im Kirchspiel När auf der schwedischen Insel Gotland fallen ans Ende der mittleren Periode der drei Bildsteinepochen. Ein Exemplar zeigt noch die typischen Tiermotive, während das zweite bereits eine Schiffsdarstellung und einen Zweikampf zeigt die zu den Motiven der Steine des Typs 3 gehören.

Zwischen 500 und 700 n. Chr. entstand auf Gotland der erste Bildsteinstil, der gegenständliche Elemente verwendende, mit den Steinen vom so genannten Typ 2. Die Zeichnungen wurden nicht mehr ausschließlich geometrisch, wie vorher, nicht völlig bildhaft wie nachher, und nicht flächig angelegt, sondern als Umrisse geritzt. Die Steine der mittleren Epoche sind allgemein klein und werden deshalb Zwergsteine genannt. Die beiden Steine von När sind etwas höher und gehören an das Ende der Epoche.

Inhaltsverzeichnis

Der Schlangenstein

Die volkstümliche Bezeichnung für die Darstellung auf dem Stein 1 von När ist „Schlangenhexe“ oder „Schlangenbeschwörerin“. Im unteren Teil des Bildsteines hält ein weibliches Wesen zwei Schlangen in den Händen, während sich über ihr drei ineinander verschlungene Schlangen winden. Die Schlange ist als Fruchtbarkeitssymbol in nahezu allen Ackerbaukulturen verbreitet (Kreta). In der nordischen Megalitharchitektur ist sie seit den Felsritzungen der Bronzezeit (siehe Vitlycke, Asperberget) belegt. Unzweifelhaft handelt es sich auf dem Bildstein, gekennzeichnet durch die gespreizten Beine der Frau, um einen Fruchtbarkeitsmythos, der sich auch auf den zeitgleichen Darstellungen der Sheela-na-Gig in Irland findet. Ansonsten zeigt er bereits die randständigen Knotenmuster der nächsten gotländischen Bildsteintradition.

Der Zweikampfstein

Mit einer Höhe von 90 Zentimetern Höhe gehört dieser nur schwach phallisch geformte Stein zwar noch fast zu den Zwergsteinen. Er zeigt jedoch ausschließlich die Motive der nachfolgenden gotländischen Bildsteintradition des Typ 3. Er steht heute in Gotlands Fornsal in Visby.

Der Kopf des Bildsteines stellt eventuell einen Holmgang dar, den nach exakten Regeln ausgefochtenen Zweikampf, der seinerzeit als Rechtsgrundlage bis ins Mittelalter in Gebrauch blieb. Im Unteren Teil wird ein Segelschiff gezeigt, auf dem sich fünf behelmte Besatzungsmitglieder befinden. Ansonsten zeigt der Stein randständige Knotenmuster.

Der Stein steht heute im Statens Historiska Museum in Stockholm.

Literatur

  • Erik Nylen, Jan Peder Lamm: Bildsteine auf Gotland. Wachholtz, Neumünster 1981, 1991 (2. Aufl.). ISBN 3529018236

Weblinks

http://www.hadit.de/stein.htm (Bild des Schlagensteins)


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