Bildstock (Saarland)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Friedrichsthal
Friedrichsthal (Saar)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Friedrichsthal hervorgehoben
49.3255555555567.0961111111111300Koordinaten: 49° 20′ N, 7° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Saarland
Landkreis: Regionalverband Saarbrücken
Höhe: 300 m ü. NN
Fläche: 9,07 km²
Einwohner: 11.132 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1227 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66293–66299
Vorwahl: 06897
Kfz-Kennzeichen: SB
Gemeindeschlüssel: 10 0 41 511
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Schmidtbornstr. 12a
66299 Friedrichsthal
Webpräsenz:
Bürgermeister: Rolf Schultheis (SPD)
Lage der Stadt Friedrichsthal im Regionalverband Saarbrücken
Karte

Friedrichsthal ist eine saarländische Stadt des Regionalverbandes Saarbrücken – etwa 15 km nordöstlich von Saarbrücken gelegen. Sie umfasst die Stadtteile Bildstock, Friedrichsthal und Maybach.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Januar 1866 wurde mit dem Zusammenschluss der beiden Ortschaften Friedrichsthal und Bildstock die selbständige Gemeinde Friedrichsthal gegründet, die damit zu den jüngsten Gemeinden des Saarlandes gehört. Durch die örtliche Glasproduktion und dann vor allem durch den Steinkohlenbergbau erlebte der Ort vom 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts einen großen wirtschaftlichen Aufschwung und vergrößerte sich zunehmend. 1969 erhielt Friedrichsthal die Stadtrechte.

Friedrichsthal

Helenengrube, im Hintergrund die Bildstocker Pfarrkirche St. Joseph (ca. 1907)

Die Geschichte des Ortes begann 1723 mit der Gründung einer Glashütte durch Graf Friedrich Ludwig von Nassau-Ottweiler. Friedrich Ludwig verfügte nicht nur über die von seinem Vater geerbte Grafschaft Ottweiler, sondern durch Erbfall auch über die Grafschaften Nassau-Idstein (in Hessen) und Nassau-Saarbrücken. Der der kleine Ort, der nach seinem Gründer Friedrichsthal genannt wurde, bestand im 18. Jahrhundert im wesentlichen aus den am Stockbach gelegenen Glashütten sowie den Häusern der Glasmacher und der ihnen zuarbeitenden Berufe, wie beispielsweise Fuhrleute und Holzfäller. Von gräflicher Seite aus war den Hüttenbetreibern die Erlaubnis ausgestellt worden, Holz für die Herstellung von Pottasche zu schlagen. Quarzsand wurde durch Tagebau an einer nahe gelegenen Sandsteinkuppe abgebaut, dem Hoferkopf, der seine heutige zerklüftete Form eben diesem Abbau verdankt. Zusätzlich wurde für den Eigenbedarf Landwirtschaft betrieben. Hergestellt wurde vor allem Fensterglas im sogenannten Mondglasverfahren.[1]

Die Friedrichsthaler Glasmacher waren auch die ersten, die im Ortsbereich Steinkohle zur Befeuerung der Glasschmelzöfen abbauten. Als 1852 die Eisenbahnlinie Saarbrücken-Neunkirchen fertiggestellt wurde, profitierten die Friedrichsthaler Gewerbe von der Anbindung an die Eisenbahnstrecke und weitere Glashütten entstanden nun in der Nähe des neuen Bahnhofs. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Steinkohlenbergbau zu einem immer wichtigeren Wirtschaftsfaktor, der der Gemeinde zu weiterem Aufschwung verhalf. Während Friedrichsthal und Bildstock 1816 zusammen noch auf eine Einwohnerzahl von 421 kamen (360 in Friedrichsthal und 61 in Bildstock)[2], lebten 1866 dort insgesamt schon ca. 4000 Einwohner.[3] In diesem Jahr wurde Friedrichsthal (einschließlich Bildstock) als selbständige Gemeinde eingerichtet, die allerdings vorerst zusammen mit Sulzbach von einem einzelnen Bürgermeister in Personalunion verwaltet wurde. 1880 erhielt die Gemeinde Friedrichsthal schließlich einen eigenen Bürgermeister. Die durch den lukrativen Steinkohlebergbau ausgelöste Blütezeit in den Jahrzehnten um die Jahrhundertwende führte zu einem beständigen Ausbau der Infrastruktur der Gemeinde: es wurde früh ein eigener Bahnhof eingerichtet, 1871 erhielt Friedrichsthal ein eigenes Postamt, 1881 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet, 1901 die Straßenbahnlinie Friedrichsthal-Saarbrücken eingerichtet (in der Nachkriegszeit wieder eingestellt). Zahlreiche Gewerbe siedelten sich in der Gemeinde an und am Marktplatz entstand ein Kaufhaus, wodurch der Industrieort zunehmend ein (klein-)städtisches Gepräge bekam. Ein repräsentatives neues Bahnhofsgebäude wurde 1910 fertiggestellt. In diesem Jahr war die Einwohnerschaft bereits auf 13.117 angewachsen. Auch Kinos gab es mehrere im Ort: Bereits 1919 eröffnete das Palast-Theater in der Saarbrücker Str. in einem eigens dafür errichteten Gebäude (noch bis in die 1980er Jahre gab es hier Filmvorführungen), später kamen die Hoferkopf-Lichtspiele und das Heli-Filmtheater im Ortsteil Bildstock dazu.

Bildstock

Bildstocker Markt um 1910
Blick vom Markt Richtung Kaiserstraße (heute Neunkircher Str.)

Bildstock, der auf einer Anhöhe gelegene ältere Ortsteil, geht auf einen um 1700 gegründeten Gutshof der Grafen von Ottweiler zurück. Um dieses Gehöft herum, das sich an der später danach benannten Hofstraße befand, entstand allmählich eine dörfliche Siedlung. Der Name des Ortes geht jedoch auf einen Bildstock zurück, der heute eine Statuette von Maria und dem Jesuskind enthält und sich auf einer am Ortsrand gelegenen Sandsteinkuppe (dem Hoferkopf) befindet. Einer Sage nach wurde an dieser Stelle das erste „Bildstöckel“ nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges von einem Pilger gestiftet, indem er eine Marienfigur in einen hohlen Baum stellte. Möglicherweise befand sich an dieser Stelle schon lange Zeit vorher ein keltisches Heiligtum.[4] In napoleonischer Zeit (zu Beginn des 19. Jahrhunderts) gehörte Bildstock zur Mairie Neunkirchen, während das benachbarte Friedrichsthal zur Mairie Dudweiler gehörte. Während der Befreiungskriege verlief sogar eine kurze Zeit lang die Staatsgrenze zwischen Frankreich und den von Österreich und Bayern verwalteten Gebieten zwischen den beiden Ortschaften.

Das kleine Dorf Bildstock, das 1816 nur 61 Einwohner zählte, wuchs im Verlauf des 19. Jahrhunderts dank des Bergbaus zu einer florierenden Ortschaft heran. Mehrere Steinkohlegruben entstanden im Ortsgebiet und führten dazu, dass sich zahlreiche Bergleute und Grubenbeamte mit ihren Familien in Bildstock ansiedelten. Viele Handwerksbetriebe, Einzelhändler und Gastwirtschaften fanden hier ihr Auskommen. Auch die Gewerkschaftsbewegung der Arbeiter war im Ort aktiv und konnte 1892, trotz massiver Behinderungen durch die Behörden, den sogenannten Rechtsschutzsaal einweihen, der das älteste Gewerkschaftsgebäude Deutschlands darstellt.[5] Die durch die Steinkohle ausgelöste Wirtschaftsblüte des Ortes setzte sich im 20. Jahrhundert noch bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs fort. 1930 hatte Bildstock einen eigenen Bahnhof erhalten (heute zu einem einfachen Haltepunkt zurückgebaut).

Wappen

Die Gemeinde Friedrichsthal erhielt am 23. Juni 1936 das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Das zweigeteilte Wappen zeigt im oberen, blauen Feld einen goldenen gekrönten Löwen, der eine Grubenlampe in der rechten Pranke hält. Das untere, goldene Feld zeigt zwei gekreuzte Glasbläserpfeifen. Der goldene Löwe auf blauem Feld (Nassauer Löwe) verweist dabei auf die historische Zugehörigkeit der Gemeinde zum Gebiet der Grafen von Nassau-Saarbrücken. Die Grubenlampe steht symbolisch für den Bergbau und die Glasbläserpfeifen für die Glasindustrie, somit also für die beiden Wirtschaftszweige, denen die Gemeinde ihren Aufschwung im 19. und 20. Jahrhundert verdankte. Das Wappen wurde 1969 bei der Verleihung der Stadtrechte von der Stadt Friedrichsthal übernommen.

Daneben ist auch vom Ortsteil Bildstock ein eigenes Wappen im Umlauf, das allerdings nie offiziell verliehen wurde. Es ist grün-silbern geviert (d. h. in 4 Felder aufgeteilt) und zeigt das namengebende Bildstöckel, die Rose von Ottweiler, eine Wolfsangel sowie Schlägel und Eisen als Symbol für den Bergbau.

Einwohnerentwicklung

Datum Einwohner
31. Dezember 2005 11.318
31. März 2006 11.293
30. Juni 2006 11.264
30. September 2006 11.280

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl im Jahr 2004 besteht der Rat der Stadt Friedrichsthal aus 33 Mitgliedern. Sie verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Fraktionen:

Bürgermeister

  • 1865-1879: Franz Nikolaus Ganns
  • 1890-1915: Jakob Philipp Forster
  • 1915-1920: Ernst Hermann Ballke
  • 1921-1933: Paul Kondruhn
  • 1934-1945: Wilhelm Braun
  • 1945-1946: Richard Rauch, SPD
  • 1946-1955: Ludwig Schnur, CSU/CVP, CDU
  • 1956-1962: Friedrich Wilhelm Philipp Edelmann
  • 1966-1990: Wolfgang Grausam, CDU
  • 1990-2008: Werner Cornelius, SPD
  • seit 2008: Rolf Schultheis, SPD

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Friedrichsthal ist über die Bundesautobahnen A 8 (Perl-Bad Reichenhall) und A 623 (nach Saarbrücken) an das überregionale Straßennetz, nicht nur in Deutschland sondern auch nach Luxemburg und Österreich, angebunden.

Friedrichsthal liegt an der Bahnstrecke Türkismühle–Saarbrücken und verfügt über einen Bahnhof in Friedrichsthal und zwei Bahnhaltepunkte in Friedrichsthal Mitte und in Bildstock.

Telekommunikation

103 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG im Ortsteil Bildstock. Höchster freistehender Sendeturm im Saarland.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. http://www.saarlandbilder.net/orte/friedrichsthal/glashuette.htm
  2. http://www.friedrichsthal.de/index.php?id=301
  3. http://www.friedrichsthal.de/index.php?id=300
  4. http://www.stadtverband-saarbruecken.de/magazin/artikel.php?artikel=492
  5. http://www.touristinfo-saar.de/index/70010202020901/index.htm

Weblinks


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