Bildungsökonomie

Die Bildungsökonomie (Bildungsökonomik) ist eine relativ junge volkswirtschaftliche Disziplin. Ihre Entstehung wird unterschiedlich datiert, spätestens jedoch auf die Zeit der Arbeiten zum Humankapital von Nobelpreisträger Gary Becker, sowie Jacob Mincer und T.W. Schultz.

Eine Hauptrichtung der Bildungsökonomie untersucht die Auswirkung von Bildung auf (individuelle und gesamtwirtschaftliche) Erträge auf dem Arbeitsmarkt. Dabei werden, zurückgehend auf einen Ansatz von Jacob Mincer, sogenannte Bildungsrenditen geschätzt. In der neueren Literatur werden diese Ansätze ausgeweitet, um auch Erträge der Bildung in anderen Bereichen (z.B. Gesundheit, Lebenszufriedenheit) zu untersuchen. Im Mittelpunkt steht in der aktuellen empirischen Literatur die Schätzung kausaler Effekte der Bildung mittels geeigneter statistischer (ökonometrischer) Verfahren.

Über die Schätzung von Bildungsrenditen hinaus, wird die „Produktion von Bildung“ (die also als wichtige Voraussetzung für den Arbeitsmarkterfolg und andere Ergebnisse gesehen wird) im Detail untersucht. So beziehen sich aktuelle bildungsökonomische Studien etwa auf Ländervergleiche von Bildungsinstitutionen und deren Erfolg in der Bildungsproduktion.

Neben dieser Ausrichtung der Bildungsökonomie, die überwiegend dem Feld der Arbeitsmarktökonomik zuzuordnen ist, liegt ein weiteres klassisches Feld der Bildungsökonomen auf finanzwissenschaftlich orientierten Fragestellungen, so etwa der Finanzierung des Bildungswesens.

Institutionen die Forschung im Sinne der Bildungsökonomie betreiben

Literatur

  • Eric Hanushek / Finis Welch (Hrsg.), Handbook of the Economics of Education. Amsterdam 2006. ISBN 0-444-52819-9
  • Elmar Altvater / Frerk Huisken (Hrsg.), Materialien zur politischen Ökonomie des Ausbildungssektors. Erlangen 1971. ISBN 3-920531-08-6
  • Egon Becker / Bernd Wagner: Ökonomie der Bildung. Frankfurt a.M./New York 1977. ISBN 3-593-32188-2

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