Bilz-Bad
Eingangsgebäude des Bilzbades
Schild am Eingang des Bilzbades
Antrieb der Undosa-Wellenmaschine
Maschinenraum 1986
Badende bei Wellengang

Das heute denkmalgeschützte[1] Bilzbad oder auch Bilz-Bad ist ein Freibad im Stadtteil Kötzschenbroda Oberort des sächsischen Radebeul. Das vom Naturheilkundler Friedrich Eduard Bilz eröffnete Bad liegt knapp oberhalb des Lößnitzgrunds in der Nähe der Station Lößnitzgrund des Lößnitzdackels.

Die 1912 eingebaute Wellenmaschine Marke Undosa (lat. unda – die Welle; undosa – die Wellenreiche) ist die älteste Wellenmaschine ihrer Bauart und noch heute in Betrieb. Friedrich Eduard Bilz baute dieses „Licht-Luft-Bad“ im Glauben an die positive gesundheitliche Wirkung des Badens im Freien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bilz, seit 1892 Betreiber des in Oberlößnitz gelegenen Bilz-Sanatoriums, wollte dieses durch ein „Licht-Luft-Bad“ ergänzen, das als Volksgesundheitsstätte auch der Öffentlichkeit zugänglich sein sollte. Ab 1903 erwarb Bilz dafür etwa 9 Hektar Land. Am 14. April 1905 beantragte er bei der zuständigen Amtshauptmannschaft: „… einen Waldpark für Luft- und Sonnenbäder zu errichten, dazu … den Park mittels Bretterwand zwischen Granitsäulen einzufrieden. … Außerdem soll ein Wasserbassin … angelegt werden.“ Ergänzt werden sollte das durch 50 Luftbadezellen, 2 Kegelbahnen, eine Schutzhalle gegen Regen sowie einen Wäscheverwahrschuppen.[2] Die sechs Wochen später erteilte Baugenehmigung hatte zur einzigen Auflage, an dieser Stelle keine Lungenheilstätte zu errichten.

Die vom örtlichen Baumeister Wilhelm Eisold errichtete Anstalt wurde am 25. Juni 1905 als Bilz-Licht-Luft-Bad eröffnet. Im gleichen Jahr erging ein Bauantrag für ein Frauenluftbad, Wirtschafts- und Sanitärgebäude sowie Musikpavillon. Ab 1906 leitete Bilz' jüngster Sohn Willy Johannes Bilz zusammen mit seiner Frau Margarete Ottilie das Bilzbad. 1907 gab es bereits drei Wasserbassins, 1908 wurde ein Küchengebäude ergänzt. Nach der Errichtung von „Licht-Lufthäuschen“ folgten weitere, nicht genehmigte Bauten, weswegen von den Behörden Geldstrafen verhängt wurden.

Ab 1912 war das Bilz-Bad auch unter dem Namen Undosa-Wellenbad bekannt, zurückzuführen auf den am 28. Juni 1912 erfolgten Einbau der Undosa-Wellenmaschine (Undosa in deutscher Übersetzung: „die Wellenreiche“). Diese erste Wellenmaschine wurde 1911 auf der Internationalen Hygiene-Ausstellung in Dresden vorgestellt und sofort von Bilz angekauft. Am 29. Juni 1912 beantragte Bilz unter Umgehung der zuständigen Gemeinde direkt bei der Amtshauptmannschaft in Dresden-Neustadt, diese Wellenmaschine einbauen zu dürfen. Mit dem Argument, dass ihm die Gemeinde den Antrag sowieso ablehne, schrieb er: „Ich hoffe, daß die löbliche Amtshauptmannschaft mir diese Gefälligkeit erweist, da meine ganze Anlage der Volksgesundheit dient.“[2]

Das Areal wuchs mit den Jahren auf etwa 30 Hektar an. 1927/1928 erfolgte durch die Erben von Bilz, die das Bilz-Licht-Luft- und Wellenbad weiter betrieben, nach Erhalt einer Tanz- und Schankerlaubnis der Bau eines Tanz- und Gesellschaftssaals. Auf einem Teil der umfangreichen Flächen entstanden ab 1931 durch Pächter Dauerwohnheime sowie Wochenendhäuschen. In den Folgejahrzehnten entwickelte sich das Bilz-Bad ungeordnet zu einer Freibadeanstalt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Hans-Joachim Bilz (1922–2001) das Bilzbad. 1975 musste dieser es „zum Minimalpreis“[3] an die Stadt Radebeul verkaufen.

Die auch zu DDR-Zeiten von den umliegenden Laubenpächtern weitergeführten Bilzschen Sommerfeste wurden ab 1992 vom Bilz-Bund e.V., unterstützt durch weitere Interessierte, als Bilz-Bad-Fest am letzten Wochenende vor den Sommerferien organisiert.

Zwischen 1992 und 1998 wurde die auf das Undosa-Wellenbad reduzierte Anlage grundlegend saniert, einschließlich der Wellenmaschine.

Siehe auch

Literatur

  • Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Stadt Radebeul (Hrsg.): Stadt Radebeul. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen, SAX-Verlag, Beucha 2007, ISBN 978-3-86729-004-3
  • Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz, 2., leicht geänderte Auflage 2006, ISBN 3-938460-05-9

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Denkmalliste Radebeul
  2. a b Landesamt für Denkmalpflege Sachsen und Stadt Radebeul (Hrsg.): Stadt Radebeul. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Sachsen, SAX-Verlag, Beucha 2007. S. 204
  3. Große Kreisstadt Radebeul (Hrsg.): Stadtlexikon Radebeul. Historisches Handbuch für die Lößnitz, 2., leicht geänderte Auflage 2006. S. 26

51.12285277777813.6477888888897Koordinaten: 51° 7′ 22″ N, 13° 38′ 52″ O


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