Bilzingsleben
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bilzingsleben
Bilzingsleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bilzingsleben hervorgehoben
51.28111111111111.068611111111150
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Kindelbrück
Höhe: 150 m ü. NN
Fläche: 16,79 km²
Einwohner:

740 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06578
Vorwahl: 036375
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 004
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Puschkinplatz 1
99638 Kindelbrück
Webpräsenz: www.bilzingsleben.de
Bürgermeister: Matthias Bogk
Lage der Gemeinde Bilzingsleben im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Großmonra Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Bilzingsleben ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Sömmerda, am Nordrand des Thüringer Beckens. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Kindelbrück.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick auf Bilzingsleben von Süden

Angrenzende Gemeinden sind Frömmstedt, Kannawurf und Kindelbrück im Landkreis Sömmerda sowie die Stadt Bad Frankenhausen, Günserode, Oberbösa und Oldisleben im Kyffhäuserkreis.

Die Gemeinde selbst setzt sich aus den beiden Ortsteilen Bilzingsleben und Düppel zusammen.

Geschichte

Germanischer Sonnenkultstein

Bilzingsleben wurde 1174 erstmals urkundlich erwähnt. Bereits im 12. Jahrhundert wurde Travertin als begehrtes Baumaterial in Steinbrüchen abgebaut. 1350 verpfändeten die Grafen Heinrich und Hermann von Beichlingen das Dorf Bilzingsleben an die Stadt Erfurt. Zwischen 1400 und 1450 wurde die Kirche erbaut.

1819 wurde auf dem Gut von Carl Christian Ludwig Friedrich Freiherr von Helmolt, Landrat des Kreises Eckartsberga, Thüringens erster Geschichtsverein gegründet.[2]

Namensherkunft

Die Endung -leben geht vermutlich auf das althochdeutsche Wort leiba zurück, welches so viel wie Überbleibsel oder Hinterlassenschaft bedeutet, also kurz das Erbe der Väter bezeichnet. In der ersten Hälfte des Ortsnamens ist dann in der Regel der Name derjenigen Person enthalten, welche die Siedlung oder Besitzung seinen Nachkommen hinterließ. So ist in der ersten Hälfte des Ortsnamens Bilzingsleben der Personenname Bulzo enthalten und die Endung -leben kennzeichnet das Dorf als das Erbe Bulzos.

Die älteste Namensform ist aus den Urkunden des Klosters Roßleben festzustellen. Hier lauten die Ortsnamen Bulzingeslove bzw. Bulzingsleiben. Dieselbe Namensform ergibt sich auch aus den ersten Vorkommen des nach dem Siedelhofe sich nennenden Rittergeschlechts (Rudolf von Bulzingsleiben, 1216).

Kirche St. Wigberti in Bilzingsleben

Einwohnerentwicklung

  • 1994 - 874
  • 1995 - 879
  • 1996 - 880
  • 1997 - 860
  • 1998 - 862
  • 1999 - 847
  • 2000 - 842
  • 2001 - 833
  • 2002 - 809
  • 2003 - 802
  • 2004 - 804
  • 2005 - 794
  • 2008 - 762

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Dorfkirche St. Wigberti (Lage→51.28127976861111.068773865833)

Sonstiges

Fundplatz Bilzingsleben

Hauptartikel: Fundplatz Bilzingsleben

1,5 km südlich von Bilzingsleben wurden im ehemaligen Steinbruch Steinrinne die Reste eines Rastplatzes altsteinzeitlicher Jäger gefunden, der längere Zeit und wiederholt genutzt wurde. Dieser Ausgrabungsort zählt zu den bedeutendsten Fundstätten Europas.

Die erste schriftliche Erwähnung von fossilen Kieferknochen und Zähnen aus dem Steinbruch stammt von 1710, als David Siegmund Büttner in dem Werk Rudera diluvii testes i.e. Zeichen und Zeugen der Sündfluth Bilzingsleben erwähnte.

Die ausgegrabenen Überreste von Homo erectus werden auf ein Alter von ca. 370.000 Jahren geschätzt. Die Funde stammen aus Sandschichten, die unter Travertin-Vorkommen lagern. Neben Steingeräten haben sich erstmals in Mitteleuropa in größerem Umfang Knochen- und Geweihwerkzeuge, Feuerstellen und Arbeitsplätze erhalten. Zahlreiche Pflanzen- und Tierreste erlauben eine genaue Rekonstruktion der Umweltbedingungen jener Zeit.

Die Ausgrabungsstätte ist ein Ausflugsziel mit professionellen Führungen.

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Frank Boblenz: Der „Verein für Erforschung des vaterländischen Altertums in Kunst und Geschichte“. Thüringens erster Geschichtsverein wurde 1819 in Bilzingsleben gegründet. In: Heimat Thüringen 18 (2011) H. 1, S. 23-31.


 Commons: Bilzingsleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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