Binnenschifffahrt

Binnenschifffahrt ist die überwiegend berufliche/unternehmerische Schifffahrt auf Binnengewässern und Binnenwasserstraßen, also auf Flüssen, Kanälen und Seen im Bereich des Güter- und Personentransports. Ein Teil der Sportschifffahrt findet ebenfalls im Binnenschifffahrtbereich statt. Die Binnenschifffahrt entwickelte sich von der Flößerei über Treidelschifffahrt und Dampfschifffahrt zur Motorschifffahrt, siehe auch Geschichte der Binnenschifffahrt. Wie in der Seeschifffahrt gibt es in der Binnenschifffahrt eine Vielzahl verschiedener Schiffstypen.

Containerschiff der neuesten Generation in Neuwied zu Berg; max. 500 TEU
Dichter Verkehr auf dem Rhein

Inhaltsverzeichnis

Schifffahrtsstraßen, Bauwerke, Häfen

Bedeutsam ist die Binnenschifffahrt in Deutschland vor allem auf den Flüssen Rhein, Main, Donau, Mosel, Neckar, Weser, Elbe, Oder und Havel sowie auf verschiedenen Kanälen wie dem Mittellandkanal, dem Elbe-Havel-Kanal, dem Elbe-Seitenkanal, dem Main-Donau-Kanal, dem Oder-Havel-Kanal, dem Dortmund-Ems-Kanal, dem Rhein-Herne-Kanal, dem Datteln-Hamm-Kanal und dem Wesel-Datteln-Kanal. Die letzten vier genannten Kanäle treffen sich in Europas größtem Kanalknotenpunkt in Datteln. In Deutschland gibt es ca. 7.300 km Binnenwasserstraßen, 75 % Flüsse und 25 % Kanäle. Dazu gehören 335 Schleusen, 280 Wehre, drei Schiffshebewerke, zwei Talsperren und etwa 1.300 Brücken. Laut Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) haben 56 der 74 deutschen Großstadtregionen einen Wasserstraßenanschluss. Einen Hafen für den Binnenschiffsverkehr nennt man Binnenhafen. Der Duisburger Hafen ist der größte Binnenhafen Europas (siehe Kategorie:Ort mit Binnenhafen).

Frachtschifffahrt

Gastankschiff
Schleppzug 1928 auf der Spree in Berlin
Frachtschifffahrt auf dem Rhein südlich von Kehl im September 1953

Frachtschiffe transportieren Güter, vor allem Container, Kohle und Erze, Agrargüter, Erdöl und Erdölprodukte, Sand und Kies, Stahl und Schrott sowie Gefahrgüter.

2006 war das beste Jahr beim Gütertransport in der Binnenschifffahrt Deutschlands seit 1991. Insbesondere das letzte Quartal war durch eine starke Transportnachfrage gekennzeichnet. Das Transportaufkommen stieg im Berichtsjahr 2006 gegenüber dem Vorjahr um 2,8 % auf 243,5 Mio. t. Auf Binnenschiffen unter deutscher Flagge wurden davon 82,0 Mio. t transportiert (33,7 %). Die Güterverkehrsleistung betrug somit 64,0 Mrd. tkm.

Im Jahr 2009 fiel hauptsächlich wegen der Wirtschaftskrise die Menge beim Gütertransport mit Binnenschiffen in Deutschland mit 204,5 Mio. t gegenüber 2008 mit 245,7 Mio. t wesentlich geringer aus. Dies sind 16,8 % weniger als im Vorjahr. Der Wert ist damit so niedrig wie Mitte der 1960er Jahre (BRD- und DDR-Werte zusammengerechnet).

Entwicklung der Güterbeförderung
in der Binnenschifffahrt Deutschlands
Jahr* Güter-
beförderung
(in Mio. t)
Leistung in
Tonnenkilometern
(in Mrd. tkm)
Jahr* Güter-
beförderung
(in Mio. t)
Leistung in
Tonnenkilometern
(in Mrd. tkm)
1950 72 16,8 1985 222 48,2
1955 125 28,6 1990 232 54,8
1960 171 40,4 1991 230 56,0
1965 196 43,6 1996 227 61,3
1970 240 48,8 2001 236 64,8
1975 237 47,6 2006 243 64,0
1980 241 51,4 2007 249 64,8
* Die Zahlen gelten bis 1990 für die alte BRD, ab 1991 für Gesamtdeutschland
Quelle: Statistisches Bundesamt [1]

Auf den Eisenbahnverkehr entfiel 2006 ein Güterverkehrsaufkommen von 346,2 Mio. t (+ 9,1 %) und auf den Straßengüterverkehr 3.315,9 Mio. t (+ 5,9 %). Der Anteil der Binnenschifffahrt an der gesamten Güterverkehrsleistung der Landverkehrsträger in Deutschland lag 2006 bei 10,3 %.

Die Entwicklung in den Teilmärkten war unterschiedlich. Der Containerverkehr lag 2006 bei 2,08 Mio.TEU (20-Fuß-Container), 2009 bei knapp 1,9 Mio.TEU und damit um 8 % geringer als im Vorjahr.

Das Frachtvolumen für die verschiedenen Güterarten war im Jahr 2006 folgendermaßen:

Güterbeförderung der Binnenschifffahrt
Deutschlands (2006) nach Güterarten
Festes
Massengut
Flüssiges
Massengut
Stückgut, nicht
im Container
Stückgut,
im Container*
160 Mio.t 43 Mio.t 25 Mio.t 15 Mio.t
* Gewicht einschließlich Container
Quelle: Statistisches Bundesamt [2]

Unter deutscher Flagge wurden von dieser Gesamtmenge 322.000 TEU oder 15,5 % gefahren. Davon entfielen auf den innerdeutschen Verkehr 182.000 TEU und auf den grenzüberschreitenden Verkehr 1,898 Mio.TEU.

Fahrgastschifffahrt

Tagesausflugsschiff MS Wappen von Köln

Fahrgastschifffahrt spielt auf Binnengewässern, je nach Wasserstraße, als touristisches Verkehrsmittel eine immer größer werdende Rolle. Mittlerweile verkehren auf deutschen Gewässern rund 1000 Fahrgastschiffe, die jährlich ungefähr 10 Millionen Fahrgäste befördern. Besonders stark zunehmend ist die Flotte der Kabinenfahrgastschiffe für Kreuzfahrten auf Binnengewässern.

Fähren ergänzen an Flüssen und Kanälen die weit voneinander entfernten Brücken durch Nahverkehrsverbindungen. Auch an langgestreckten Seen ersparen sie Umwege.

Eine große Binnenschiffsreederei war und ist die DDSG in Wien. Heute sind außerdem als Binnenreedereien, die Passagierschifffahrt betreiben, die Reederei Wurm & Köck in Passau sowie die KD Köln-Düsseldorfer erwähnenswert. Im Bereich des Mittelrheins gibt es viele mittelständische Passagierschifffahrts-Unternehmen.

Platz 1 in Europa nehmen die Schweizer mit ihren Schiffen ein, Marktführer in Deutschland ist die Schweizer Reederei Viking River Cruises.

Seit April 2005 betreibt das Biesboschcentrum in Dordrecht (Niederlande) das behindertengerechte Fahrgastboot „Halve Maen“, das als erstes Boot mit Hybridantrieb, bestehend aus Dieselmotor, Elektromotor, Solarzellen und Speicherbatterien, ausgerüstet ist. Bei der Alsterschifffahrt in Hamburg fährt neben dem Solarschiff „Alstersonne“ das mittels Brennstoffzellen und Elektromotor angetriebene Fahrgastschiff „Alsterwasser“ (Zemships).

Ver- und Entsorgung der Binnenschiffe

Früher fuhren zur Versorgung der Binnenschiffe mit frischem Proviant die Proviantboote. Das waren kleine schwimmende Tante-Emma-Läden. Neben Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs bekam man auch Kleidung und Ausrüstungsgegenstände für das Schiff. Mittlerweile sind fast alle Proviantboote von den Wasserstraßen verschwunden, da heute jedes Schiff eine Stromversorgung hat und so auch Kühlschränke an Bord sind.

Da ein Schiff nicht einfach an eine Tankstelle fahren kann, gibt es die Bunkerboote. Diese gehen während der Fahrt längsseits und versorgen die Schiffe mit Brennstoff, Trinkwasser, Schmieröl und auf Vorbestellung auch mit Ersatzteilen und Material, die zum Unterhalt der Schiffe notwendig sind. In einigen Städten gibt es auch feste Bunker- und Servicestationen. Dort kann man inzwischen auch Lebensmittel, Getränke und Zeitungen kaufen.

Zur Entsorgung von ölhaltigem Abfall, wie Putzlappen, verbrauchte Ölfilter und ölverschmutztem Bilgenwasser fahren die Bilgenboote. Diese pumpen das Bilgenwasser und Altöl ab. Das Bilgenwasser wird an Bord gesammelt und gereinigt bzw. fachgerecht entsorgt. An Bord jedes Schiffes muss ein Buch über den Verbrauch von Schmierstoffen geführt werden. Es wird von der Wasserschutzpolizei überprüft, und mit den Eintragungen im Bilgenbuch verglichen.

Auch geistlichen Beistand gibt es auf den Wasserstraßen für die Besatzungen. In Duisburg fahren zwei Kirchenboote (ev./kath.). An Bord finden neben Andachten auch Taufen und Trauungen statt. An kirchlichen Feiertagen werden an die Kinder der Binnenschiffer kleine Geschenke verteilt.

Betriebsformen

In der deutschen Binnenschifffahrt waren 2005 (Stand 30. Juni 2005) 8.116 Personen tätig. 3.977 Personen waren davon der gewerblichen Binnenschifffahrt 3.669 der Fahrgastschifffahrt zuzuordnen. Bei der gewerblichen Gruppe waren 844 Schiffseigner, 3.367 fahrendes Personal und auf der Landseite 610 Beschäftigte. In der Personenschifffahrt betrug die Zahl der Schiffseigner 395, die des fahrenden Personals 2.908 und die der landseitig tätigen 761 Personen.

Mit 1.280 Unternehmen war zum 30. Juni 2005 ein Wachstum von 7,7 % gegenüber 2004 zu verzeichnen. Während aber die Trockengüterschifffahrt um 1,3 % auf 663 Unternehmen abnahm, wuchs die Personenschifffahrt um 70 Unternehmen auf 380, ein Plus von 22,6 %. Auf das Tankschiffsgewerbe entfielen 207 Unternehmen, eine Veränderung um + 12,5 % gegenüber dem Vorjahr. In der Schleppschifffahrt waren 55 und in der Werkschifffahrt 28 Unternehmen erfasst.

Betriebsformen in der Binnenschifffahrt regeln die täglichen Fahr- und Ruhezeiten in Abhängigkeit von Schiffsgröße und Besatzungsstärke. Geregelt durch die Binnenschiffsuntersuchungsordnung (neu vom 6. Dezember 2008). Für die Rheinschifffahrt (Kap.4, Anhang XI BinSchUO) gilt dabei folgende Ordnung:

  • A1 erlaubt die Fahrt bis zu 14 Stunden und eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 8 Stunden außerhalb der Fahrt, zwischen 22 und 6 Uhr. Dies gilt für sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr.
  • A2 erlaubt die Fahrt bis zu 18 Stunden und 6 Stunden Ruhezeit zwischen 23 und 5 Uhr.
  • B erlaubt die Fahrt bis zu 24 Stunden und eine Ruhezeit von 24 Stunden innerhalb von 48 Stunden, wovon zweimal 6 Stunden ununterbrochen sein müssen.

Derzeit führt das europäische Gewerbe, vertreten durch die Arbeitgeberverbände der europäischen Verbände ESO und EBU mit den europäischen Gewerkschaften unter Begleitung der EU-Kommission in Brüssel Vorverhandlungen zum „Sozialen Dialog“. Mit den Schlussverhandlungen zur Arbeitszeitregelung soll ab Oktober 2007 (Laufzeit dann maximal noch ein Jahr) begonnen werden.

Deutsche Binnenflotte 2009

Koppelverband oberhalb Oberwesel zu Berg (1982)

Die deutsche Binnenflotte bestand am 31. Dezember 2009 aus insgesamt 4726 Binnenschiffseinheiten:

  • 931 Gütermotorschiffe mit einer Gesamttragfähigkeit von 1.177.358 t
  • 399 Tankmotorschiffe mit einer Gesamttragfähigkeit von 708.609 t
  • 73 Güter-Schleppkähne mit 45.148 t
  • 95 Bunkerboote mit 14.438 t und 13.735 kW
  • 15 Bilgenentölerboote mit 1887 t und 2421 kW
  • 210 Schubboote mit einer Leistung von insgesamt 110.669 kW
  • 78 Schubschleppboote mit einer Leistung von 22.933 kW
  • 142 Schleppboote mit einer Leistung von 30.173 kW
  • 843 Güterschubleichter mit 854.514 t
  • 44 Tankschubleichter mit 46.395 t
  • 12 Tankschleppkähne mit 3.499 t
  • 522 Schuten mit 132.555 t
  • 275 Hafenbarkassen mit 13.328 t und einer Leistung von 28.523 kW
  • 1013 Fahrgastschiffe für insgesamt 231.563 Fahrgäste, davon 58 Kabinenschiffe mit 6.675 Betten

Im Jahr 1969 gab es in Deutschland noch 6.765 Frachtschiffe mit insgesamt 4.135.000 Tonnen (t) Tragfähigkeit. Das Durchschnittsalter der heute (Berechnungsjahr 2006) in Betrieb befindlichen Gütermotorschiffe beträgt 54,5 Jahre (1976 = 44,0). Die Tankmotorschiffe haben ein Durchschnittsalter von 29,23 Jahre. 1976 betrug es noch 17,5 Jahre. (Alle Angaben stammen von ELWIS, Statistischen Bundesamt und dem im April 2010 veröffentlichten Jahresbericht zur Zentralen Binnenschiffsbestandskartei der WSA Südwest, Mainz.)

Binnenschifffahrt in Europa

In Westeuropa sind zurzeit 15.000 Fahrzeuge in der Binnenschifffahrt gemeldet, ohne Hilfs- und Versorgungsfahrzeuge. (Stand: Jan 2008)

  • Die Niederlande haben den größten Anteil an der Binnenschifffahrt in Europa. Die Frachtschiffflotte zählt 8.600 Einheiten, wovon 5.000 Frachtschiffe, 1.000 Schub- und Schleppboote und 920 Passagierschiffe sind. Außerdem gibt es noch rund 1.700 Schuten, Arbeitsschiffe und anderes schwimmendes Gerät. Das Transportaufkommen betrug 2005 330 Mio. t, davon 65 Mio. t Gefahrgüter. Die Frachtschiffe haben eine Gesamttonnage von 6,5 Mio. t. Vor 25 Jahren gab es noch mehr Frachtschiffe, aber die Tonnage war geringer. Durch für die Reeder finanziell attraktive Zuschüsse zum Abwracken wurde die Binnenschiffsflotte stark verjüngt. In der Binnenschifffahrt sind rund 15.000 Personen beschäftigt. Die Niederlande haben ein Wasserstraßennetz von 5.046 Kilometern, das mit Schiffen über 50 t befahrbar ist.
  • Österreich verfügt mit der DDSG-Cargo über die größte Reederei in West- und Mitteleuropa, das Transportaufkommen liegt landesweit bei 10,2 Mio. t. Die Länge der schiffbaren Donau in Österreich beträgt 350 Kilometer. Hier sind 190 Fahrzeuge gemeldet.
  • Als weitere bedeutende Binnenschifffahrtsnation ist Belgien zu nennen. Die Flotte zählt ungefähr 1.300 Einheiten, die aber auch schon ziemlich veraltet sind. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Zahl der Neubauten zu.
  • Frankreich steht an vierter Stelle unter den Binnenschifffahrts-Ländern in Europa. Es verfügt über 8.500 Kilometer schiffbare Wasserstraßen, davon sind aber nur 1.080 Kilometer für Schiffe bis 95 x 11,4 m nutzbar. Das Gesamttransportaufkommen war im Jahr 2000 56 Mio. t, das entspricht einem Anteil von 3 % des gesamten Inlandtransports. Die Anzahl aller Binnenschiffe betrug 2008 2069 Einheiten, davon 1126 Motorfrachtschiffe, 70 Binnentanker, 196 Schubboote, 3 Schlepper und 674 Schubleichter mit einer Gesamttragfähigkeit von über 1,3 Millionen Tonnen. Im Rhône-Saône-Becken verkehren rund 70 große Schiffe mit einer durchschnittlichen Tragfähigkeit von 1800 Tonnen und im Seine-Becken 470 große Schiffe mit durchschnittlich 1100 Tonnen Tragfähigkeit.
  • In der Schweiz sind 111 Einheiten registriert: 18 Frachtschiffe, 45 Tankschiffe, sieben Schubboote, ein Motorschlepper und 39 Passagierschiffe. Die gemittelte Größe der Frachtschiffe beträgt 1836 Tonnen, und die der Tankschiffe 2280 Tonnen, damit verfügt die Schweiz über die durchschnittlich größte Flotte auf dem Rhein.
  • Luxemburg verfügt über 83 Binnenschiffe, davon 26 Frachtschiffe, 27 Tankschiffe, 20 Schub-und Schleppboote und jeweils zwei Frachtleichter und zwei Tankleichter. Die durchschnittliche Größe der Frachtschiffe beträgt 1031 Tonnen, und der Tankschiffe 1745 Tonnen.
  • Polen ist mit 921 Binnenschiffen die Nummer zwei in Ost-und Mitteleuropa. Die Flotte besteht aus 98 Frachtschiffen mit durchschnittlich 500 Tonnen Tragfähigkeit, 233 Schubschiffen, 467 Schubleichtern,14 Motorschleppern, vier Schleppkähnen und 05 Passagierschiffen.
  • Rumänien hat mit 2107 Schiffen die größte Flotte im Donaugebiet. Bestand 2008: 32 Frachtschiffe (565 t), fünf Tankschiffe (1128 t), 124 Schubschiffe, 365 Motorschlepper, 54 Schub-/Schleppboote, 735 Schubleichter (1814 t) und 792 Schleppkähne (500 t), davon 96 Tankschleppkähne. In Klammern ist die durchschnittliche Größe angegeben.
  • In Mittel-und Osteuropa sind 5.861 Schiffe gemeldet, davon 1.396 in Rumänien und 1.302 in Polen.

Die Gesamtlänge der europäischen Wasserstraßen beträgt 39.500 Kilometer.

Siehe auch Netzdichte.

Binnenschifffahrt in Russland

Die Russische Föderation verfügt über 102.000 km schiffbare Wasserstraßen mit 125 Häfen, die alle gute Anbindungen an das Schienen- und Straßennetz haben. Der größte Teil der Binnenschifffahrt findet im europäischen Teil Russlands statt. Die wichtigsten Flüsse sind: Wolga, Newa, Swir, Don und Dnepr. Die Flüsse sind über verschiedene Kanäle miteinander verbunden, wie den Weißmeer-Ostsee-Kanal, den Wolga-Ostsee-Kanal, den Wolga-Don-Kanal und den Moskau-Wolga-Kanal. Die Fahrwegbreite und -tiefe sowie Schleusen und Brückendurchfahrtshöhen sind gut. Dieses Fluss- und Kanalsystem bildet das Unified Deep Water System of Russia (UDWS). Insgesamt ist das UDWS 6.500 km lang und ist mit einem garantiertem Tiefgang von 3,6 m für Schiffe mit 5.000 t Tragfähigkeit befahrbar. Es verbindet Ostsee, Barentssee und nördliches Eismeer mit dem Schwarzmeer und dem Kaspischen Meer.

Weniger als vier Prozent aller Güter werden über Binnengewässer transportiert. 2004 wurden 136 Mio. t Güter und 30 Mio. Passagiere befördert. Im Rekordjahr 1998 wurden 580 Mio. t transportiert. Nach einem Rückgang Mitte der 1990er Jahre auf 100 Mio. t steigt seit 1999 das Transportaufkommen wieder. Ungefähr 1.600 Unternehmen sind in der Güter- und Passagierschifffahrt tätig.

Die russische Binnenflotte besteht aus rund 29.000 Einheiten, davon 15.000 Frachtschiffe mit einem durchschnittlichen Ladevermögen von 850 t und total 12,7 Mio. t. Die 950 Passagierschiffe bieten Platz für 140.000 Passagiere. In den letzten 15 Jahren ist die gesamte Flotte um rund 20 % geschrumpft.

Eine besondere Bedeutung haben die 1.100 Fluss-Seeschiffe mit einer Größe zwischen 1.400 und 5.500 Tonnen Tragfähigkeit. Mit ihnen wurden 2004 rund 30 Mio. t befördert. Mehr als 90 % davon entfielen auf die großen Reedereien Wolgatanker, North-West-Shipping, Wolga-Shipping und Weißmeer-Onega-Shipping. Diese Schiffe können über das ganze Jahr genutzt werden. Im Winter, wenn die Flüsse und Binnenseen zugefroren sind, werden sie in der Seeschifffahrt eingesetzt.

Binnenschifffahrt außerhalb Europas

China

China hat 123.964 km schiffbare Wasserstraßen, 1.300 Häfen und verfügt über eine Flotte von 194.352 Schiffen. Ungefähr 60 % der Wasserstraßen sind für Schiffe über 50 m befahrbar, 6,5 % für Schiffe über 1.000 t Tragfähigkeit und 10 % für Schiffe unter 500 Tonnen. Alle Schiffe zusammen haben ein Ladevermögen von 30 Mio. t und 900.000 Passagiere.

Die drei größten Flüsse sind der Jangtsekiang, der Perlfluss und der Kaiserkanal. Der Yangtse (6.378 km) verbindet Mittel- und Südwestchina mit Shanghai.Über den Yangtse werden jährlich 795 Mio. t befördert, das entspricht ungefähr 80 % aller Güter im Binnenschifffahrtsverkehr. Im Jahr 2003 wurden rund 3 Mio. Container transportiert.

USA

In den USA werden 18 % des Ladungsaufkommens über Wasserstrassen transportiert. Damit spielt die Binnenschifffahrt eine wichtige Rolle in den USA. Sie verfügen über 300 Häfen in denen jährlich 2 Milliarden Tonnen umgeschlagen werden, in den vier wichtigsten Häfen sind es 200 Millionen Tonnen. Das Wasserwegenetz hat eine Länge von 17.700 km mit 192 Schleusen. Viele Wasserstrassen sind mit den Großen Seen verbunden.

Die Binnenschifffahrt hat nur noch begrenzte Wachstumsmöglichkeiten. Die Schleusen sind meistens nur 138 Meter lang und dadurch entstehen Wartezeiten bis zu 30 Stunden. Somit ist die Binnenschifffahrt kein verlässlicher Transportpartner. Es gibt zwar Pläne zum Ausbau der Wasserwege, aber es stehen nur begrenzte Mittel zur Verfügung und die Probleme für einen umweltgerechten Ausbau sind groß.

Der Containerverkehr wird von der Eisenbahn dominiert und der Transport von Kohle und Erzen ist rückläufig. Die Regierung bemüht sich, den Transport gefährlicher Güter verstärkt auf die Schifffahrt zu verlagern.

In den USA fahren die größten Schubverbände mit bis zu 40 Leichtern auf dem unteren Mississippi River, allerdings sind die Leichter kleiner als auf dem Rhein. Sie sind 59 m lang und 10,6 m breit und haben eine Tragfähigkeit von 1.500 t. Im Bereich des Mississippi sind rund 17.000 Leichter gemeldet. Das stärkste Schubboot hat über 10.000 PS.

Vergleich mit anderen Verkehrsträgern

In Europa wird durchschnittlich 5 % der Transportleistung durch die Binnenschifffahrt erbracht. In einigen europäischen Ländern liegt der prozentuale Anteil am Binnentransportaufkommen jedoch höher. In Deutschland beträgt er etwa 10,1 % [3] , in Belgien 14,3 % und in den Niederlanden sogar 14,9 %. Der Gütertransport mit der Binnenschifffahrt auf Wasserstraßen steht damit an dritter Stelle hinter dem Transportaufkommen auf der Straße und auf der Schiene.

Die Binnenschifffahrt ist gegenüber Straße und Schiene beim Energieverbrauch der wirtschaftlichste Verkehrsträger. Ein Schiff mit 1000 t Tragfähigkeit transportiert soviel wie vierzig Lkw oder ein Güterzug. Ein Schubboot mit zweimal 1.700 kW verbraucht 500 Liter Dieselöl pro Stunde in der Fahrt zu Berg und kann vier Leichter mit einer Nutzlast von 10.000 t schieben. Dies bedeutet bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h einen Verbrauch von 0,5 Liter pro 100 Tonnenkilometer (tkm). In der Fahrt ohne Fracht zu Tal wird nicht mehr mit voller Kraft gefahren. Dann verbraucht ein solches Schubboot nur noch 300 Liter pro Stunde.

Durchschnittlich verbraucht die Binnenschifffahrt für 100 Tonnenkilometer etwa 1,3 Liter Diesel, die Bahn etwa 1,7 Liter und der LKW-Verkehr etwa 4,1 Liter.[4]

Laut einer Studie des Umweltministeriums Flandern betragen die externen Umweltkosten für Lärmschutz (Tag und Nacht), Infrastruktur, für die Kraftstoffherstellung, den Fahrzeugbau und die Luftverschmutzung beim Schiff 7,5 Cent pro 1000 tkm, beim Lkw ohne Verkehrsstau 22 Cent und mit Stau 23,5 Cent. Die Unfallzahlen liegen in Flandern bei 7 Unfällen/Milliarde tkm, auf dem Rhein bei 11 und im Straßenverkehr bei 150 Unfällen/Milliarde tkm. Binnenschiffe haben im Vergleich mit dem Lkw-Verkehr einen drei- bis fünfmal geringeren Verbrauch/CO2-Ausstoß.

Grundlage der Binnenschifffahrt auf dem Rhein

Binnenschiff auf dem Rhein bei Mannheim im Sonnenuntergang

Die Grundlage der Rheinschifffahrt bildet die Mannheimer Akte oder Rheinstrom-Akte. Sie geht auf das Jahr 1868 zurück und beinhaltet die Schifffahrtsfreiheit und die Abgabefreiheit durch Gleichbehandlung der Flaggen, Wegfall der Schifffahrtsabgaben, Durchfahrzölle, Umschlags- und Stapelrechte sowie vereinfachte Zollabfertigung und einheitliche technische und schifffahrtspolizeiliche Vorschriften. Neuere Verordnungen gründen auf diesem Vertragswerk.

Verordnungen und Vorschriften

In der Binnenschifffahrt gibt es eine Reihe von Verordnungen und polizeilichen Vorschriften:

  • Die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO)[5] regelt den Verkehr auf Binnenwasserstraßen.
  • Die Verordnung über die Schiffssicherheit in der Binnenschifffahrt (Binnenschiffsuntersuchungsordnung – BinSchUO)[6] enthält Vorschriften über Bau und Ausrüstung der Schiffe.
  • Moselschifffahrtspolizeiverordnung (MoselSchPV)[7]
  • Donauschifffahrtspolizeiverordnung (DonauSchPV)[8]
  • Rheinschifffahrtspolizeiverordnung (RheinSchPV)[9]
  • Verordnung über die Erteilung von Patenten für den Rhein (Rheinpatentverordnung – RheinPatV)[10]
  • Verordnung über Befähigungszeugnisse in der Binnenschiffahrt (Binnenschifferpatentverordnung – BinSchPatentV)[11]
  • Verordnung über die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, mit Eisenbahnen und auf Binnengewässern (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt – GGVSEB)[12]
  • Verordnung über die Begrenzung von Abgasemissionen aus Dieselmotoren in der Binnenschifffahrt (Binnenschiffs-Abgasemissionsverordnung – BinSchAbgasV)[13]
  • Kostenverordnung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung auf dem Gebiet der Binnenschifffahrt (Binnenschifffahrtskostenverordnung – BinSchKostV)[14]
  • Verordnung über Sicherheitspersonal in der Fahrgastschifffahrt (FSV)[15]
  • Verordnung über die Zulassung des Befahrens der Eder- und der Diemeltalsperre sowie die Abwehr strom- und schifffahrtspolizeilicher Gefahren (Talsperrenverordnung – TspV) [16]
  • Verordnung über die Beförderung gefährlicher Güter auf dem Rhein (ADNR)[17]

Verordnungen, Richtlinien und Aktualisierungen werden über das Elektronische Wasserstraßen-Informationssystem ELWIS veröffentlicht.[18]

In anderen Staaten gelten nationale Vorschriften, die aber teilweise mit den deutschen Vorschriften übereinstimmen.

Begriffe aus der Binnenschifffahrt

  • Stückgut: In der Binnenschifffahrt gelten Stücke bis 300 Tonnen noch als Stückgut. Zum Vergleich: bei einem Straßentransport gilt bis 3 Tonnen als Stückgut und in der Seeschifffahrt sind noch 800 Tonnen als Stückgut zu werten.
  • Partikulier: Er besitzt in der Regel ein bis drei Schiffe. Er ist selbstständiger Unternehmer, verfügt über keine kaufmännische Landorganisation, einzig das Schiff ist Arbeitsstätte.
  • Reeder: Sie setzen eigenen oder fremden Schiffsraum zum Erwerb ein. Es herrscht eine strikte Trennung zwischen der kaufmännischen Landorganisation und der technischen Transportdurchführung.
  • Genossenschaft: Sie ist ein Zusammenschluss mehrerer Partikuliere und übernimmt die kaufmännische Organisation.
  • Befrachter: Er schließt mit dem Absender Frachtverträge und mit dem ausführenden Frachtführer Unterfrachtverträge, er hat also eine Doppelfunktion (Frachtführer und Absender). In der Seeschifffahrt ist ein Befrachter nur der frachtbriefmäßige Absender!
  • Kabotagebeförderung: Bezeichnung für binnenländische Güterbeförderungen durch ausländische Frachtführer.
  • Abwrackprämie: Sie ist eine für das Abwracken eines Binnenschiffs gewährte Prämie zum Zwecke der Bereinigung der Struktur der Binnenschifffahrt in der Europäischen Union. Durch die Gewährung dieser Prämie für den Eigentümer eines Binnenschiffs sollten Kapazitätsüberhänge in der europäischen Binnenschifffahrt abgebaut werden. Die Abwrackaktion wurde mit der Verordnung (EWG) Nr. 1101/89 des Rates vom 27. April 1989 über die Strukturbereinigung in der Binnenschiffahrt geregelt.[19][20]
  • Schiffsbedarf: Materialien des täglichen Bedarfs (z.B. Farben, Lacke, Tauwerk, Drahtseile, Schlauchwaren, Pumpen, etc.).

Die Binnenschifferausbildung

Deutschland

Kauber Schiffermast mit der Inschrift: Gute Fahrt in Gottes Namen. Zum Gedächtnis an alle Vereinskameraden, die in treuer Pflichterfüllung ihr Leben gaben. Schifferverein Kaub 1887. 6. Januar 1962

Die Ausbildung zum Binnenschiffer erfolgt im dualen System, das Ausbildung an Bord und in der Schule beinhaltet. In Deutschland gibt es zwei Schifferberufsschulen:

Nach der dreijährigen Ausbildungszeit erfolgt die Matrosenprüfung. Ab einem Mindestalter von 21 Jahren, einer Fahrzeit von vier Jahren und dem Nachweis einer bestimmten Anzahl von Reisen ist die Teilnahme an einem Patentlehrgang zur Erlangung des Rheinschiffer-Patents oder Binnenschifferpatents möglich. Nach bestandener Prüfung erfolgt ein Einsatz als Steuermann mit Patent, später auch als eigenständiger Schiffsführer.

Man unterscheidet:

  • Großes Patent – es berechtigt zum Führen von Fahrzeugen aller Art
  • Kleines Patent – berechtigt das Führen von Fahrzeugen, die nicht länger als 35 m sind, oder nicht mehr als zwölf Personen transportieren
  • Sportpatent – gültig für Sportfahrzeuge, die nicht länger als 25 m sind
  • Kanalpenichenpatent – für Kanalpénichen zwischen Basel und Iffezheim
  • Behördenpatent – zum Führen von Behördenfahrzeugen und Feuerlöschbooten

Diese Patente erlauben das Fahren auf fast allen Binnenwasserstrassen der Zonen 1–4. Für verschiedene Teilbereiche müssen jedoch zusätzliche Streckenkenntnisse nachgewiesen werden.

Siehe auch: BinSchUO, Rheinpatentverordnung und Binnenschiffpatentverordnung

Neben dem Patent benötigt ein Schiffsführer noch ein Sprechfunkzeugnis für UKW und, entsprechend nach seiner Beschäftigung in der Schifffahrt, ein Radarschiffer-Zeugnis (Patent) und eine ADNR-Prüfung (Accord Européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par voie de navigation du Rhin, das ist: Europäisches Übereinkommen über den Transport gefährlicher Güter auf dem Rhein. Dies gilt auch durch entsprechend ergänzende Verordnungen auf anderen Wasserstraßen).

Das Rheinschiffer-Patent kann für verschiedene Streckenabschnitte erlangt werden. Für die Strecke von Duisburg nach den Niederlanden und Belgien beispielsweise kann das Patent von Duisburg bis ins offene Meer erlangt werden. Für die Donau wird ein zusätzliches Patent benötigt.

Österreich

In Österreich existiert ebenfalls ein Lehrberuf Binnenschiffer und die dreijährige Ausbildung wird auf Schiff und an der Berufsschule Apollogasse (Wien) absolviert. Abweichend von der sonst weitgehend gleichen Deutschen Ausbildung sind in Österreich die Kompetenzen im Bereich der Schiffssteuerung beschränkt.[21] Der Lehrling legt am Ende die Lehrabschlussprüfung ab und kann nach weiterer betriebsinterner Ausbildung Matrose werden. Die Weiterbildungen zum Schiffsteuermann erfolgen auch im Betrieb bzw. durch das Ablegen von Patenten.

Museen

"En aalen Scheffmann" Moselfränkisches Gedicht aus dem ehemaligen Flussschifferort Oberbillig

Siehe auch

Literatur

  • Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen (Hg.): WESKA, Europäischer Schifffahrts- und Hafenkalender. Duisburg (Binnenschifffahrtsverlag), jährlich neu herausgegeben, Geschäftsberichte des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. (BDB/jährlich), BAG - Marktbeobachtungsberichte, ZKR - Homepage, Bonapartner, DVZ, Verbandsmitteilungen von BDB, BDS Binnenschiffahrt e.V., ESO-Brüssel, EBU-Brüssel, VBR-Belgien, Het Kantoor-Niederlande, ELWIS, Schuttevaer NL, De Scheepvaartkrant NL, VAART-NL, Handbuch Güterverkehr Binnenschiffahrt
  • Dankwart Danckwerts: Stand und Perspektiven der deutschen Binnenschifffahrt. ver.di, Berlin 2004
  • Klaus Ramming: Hamburger Handbuch zum Binnenschifffahrtsfrachtrecht. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-58262-2

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Binnenschifffahrt in Deutschland, 2007: [1]
  2. Binnenschifffahrt in Deutschland, 2007: [2]
  3. – Statistisches Bundesamt: Güterverkehr 2010
  4. – Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes: Primärenergiebedarf
  5. Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung – BinSchStrO
  6. Binnenschiffsuntersuchungsordnung – BinSchUO
  7. Moselschifffahrtspolizeiverordnung – MoselSchPV
  8. Donauschifffahrtspolizeiverordnung – DonauSchPV
  9. Rheinschifffahrtspolizeiverordnung – RheinSchPV
  10. Rheinpatentverordnung – RheinPatV
  11. Binnenschifferpatentverordnung – BinSchPatentV
  12. [3]
  13. Binnenschiffs-Abgasemissionsverordnung – BinSchAbgasV
  14. Binnenschifffahrtskostenverordnung – BinSchKostV
  15. Fahrgastsicherheitsverordnung – FSV
  16. Talsperrenverordnung – TspV
  17. ADNR
  18. ELWIS – Schifffahrtsrecht und Schiffsuntersuchung
  19. Strukturbereinigung der Binnenschifffahrt
  20. Verordnung (EWG) Nr. 1101/89 des Rates vom 27. April 1989 über die Strukturbereinigung in der Binnenschiffahrt
  21. Ausbildungsverordnung Binnenschiffer Österreich des österreichischen Wirtschaftsministeriums, gültig seit 2000

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