Biosphärenreservat Pfälzer Wald
Der Naturpark Pfälzerwald mit dem eigentlichen Mittelgebirge im Zentrum

Die Mittelgebirgslandschaft Pfälzerwald (so die amtliche Schreibweise, häufig auch Pfälzer Wald) im Bundesland Rheinland-Pfalz ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands sowie eine der größten zusammenhängenden europäischen Waldflächen. Seine Ausdehnung beträgt 177.100 Hektar (= 1771 km²); damit nimmt er ein gutes Drittel der gesamten Pfalz ein, deren zentrale Landschaft er darstellt und von der er seinen Namen hat.

Der etwas größere Naturpark Pfälzerwald umfasst zusätzlich zum zentralen Mittelgebirge den Landstrich zwischen Haardtrand und Deutscher Weinstraße (im Osten) sowie die Täler von Eisbach und Eckbach (im Nordosten).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Begriff

Die älteren Bezeichnungen, die auch für den späteren Pfälzerwald verwendet wurden, „Vogesen“ (franz. Vosges) und „Wasgau“ (im Mittelalter Wasigenwald), gehen auf denselben lateinischen Ursprung zurück, nämlich Vosegus (mons). Der eigenständige Begriff Pfälzerwald wurde erst 1843 in Johanniskreuz von Forstleuten geprägt, die damit die Wälder auf dem Buntsandsteingebiet der Pfalz bezeichneten.

Naturpark

Der Naturpark Pfälzerwald wurde 1958 als dritter Nationalpark in Deutschland geschaffen. Gemäß den Forderungen des Urhebers der Naturparkidee, Alfred Toepfer, sollte der Pfälzerwald ein Erholungs- und Bewegungsraum für gestresste Sitzmenschen aus den damals stark unter Luftverschmutzung leidenden Städten der Rheinebene werden. In dem Ausbauprogramm waren 95 Parkplätze, 13 Zeltplätze, sieben Aussichtstürme und fünf Freibäder vorgesehen.

Tatsächlich wurden in den ersten sieben Jahren 62 Waldparkplätze angelegt sowie 530 Sitzbänke und 530 Papierkörbe aufgestellt. 370 km Wanderwege wurden ausgebaut oder neu angelegt und darauf 45 Rundwege markiert. Die Geschäftsführung für den Naturpark übernahm der Pfälzerwald-Verein (PWV). Die ebenfalls errichteten 20 offenen Schutzhütten in Blockhausbauweise nannte man nach dem damaligen Geschäftsführer des Pfälzerwald-Vereins, Ludwig Fischer, Fischer-Hütten.

Mitte der 1960er Jahre kam man im PWV zu dem Schluss, dass die Arbeit nicht mehr von ehrenamtlich Tätigen erledigt werden könne, und gab die Geschäftsführung des Naturparks an die Bezirksregierung Pfalz ab. Bis 1974 wurden umgerechnet 3,7 Mio. Euro für die Verbesserung der Erholungsmöglichkeiten ausgegeben.

Um 1975 betrachtete man den Erholungsausbau als abgeschlossen und rückte die Pflege von Biotopen und der Landschaft in den Mittelpunkt. Zunehmend wollte man auch die in Kriegs-, Reparations- und Krisenzeiten an vielen Stellen entstandenen Nadelwald-Monokulturen durch einen artenreichen, standortgerechten Mischwald zu ersetzen.

Der Naturpark Pfälzerwald wurde 1992 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt[1].

Biosphärenreservat

1998 wurde der Pfälzerwald deutscher Teil des ersten grenzüberschreitenden Biosphärenreservates der UNESCO, nämlich des Biosphärenreservates Pfälzerwald-Vosges du Nord[1]. Er war damit das 12. von (Stand: 2005) 14 deutschen Biosphärenreservaten. Bei diesen handelt es sich um Flächen, denen eine besondere Bedeutung für den globalen Erhalt der biologischen Vielfalt zukommt.

Struktur

Grenzen

Haardtrand bei Eschbach

Nördlich schließt sich an den Pfälzerwald das Nordpfälzer Bergland mit dem Donnersberg (687 m) an. Die morphologische Südgrenze verläuft eigentlich nicht genau auf der deutsch-französischen Grenze, sondern etwas südlich davon in den elsässischen Nordvogesen, doch für die Flächenangabe wird die politische Grenze zugrunde gelegt.

Der Ostrand des Pfälzerwaldes in Richtung Rheinebene wird als Haardt, das zwischen Haardt und Ebene liegende Hügelland, wo die Pfälzer Weine angebaut werden, als Weinstraße bezeichnet. Inmitten der Region Weinstraße verläuft die Deutsche Weinstraße.

Westlich von Kaiserslautern beginnt die schmale Moorniederung des Landstuhler Bruchs, an die sich nach Süden zu die Südwestpfälzische Hochfläche anschließt, die westlich einer Linie Kaiserslautern–Pirmasens an den Pfälzerwald grenzt.

Gliederung

Die Frankenweide im Zentrum des Pfälzerwaldes

Der Pfälzerwald gliedert sich in drei Landschaftsteile:

Geologie

Entwicklung

Roter Bundsandsteinfelsen im Westen des Pfälzerwaldes
Napoleonsfels bei Bruchweiler im Dahner Felsenland

Der Pfälzerwald gehört wie viele Mittelgebirge Deutschlands zum Variszischen Gebirge, das sich vor mehr als 300 Millionen Jahren im Devon durch große Teile Europas zog. Auslöser der Gebirgsbildung war die Kollision der beiden Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika.

In der Trias vor ca. 200 Millionen Jahren senkte sich das Land wieder, und es bildete sich das so genannte Germanische Becken, in dem sich meterdicke Schichten des roten Buntsandsteins ablagern konnten. Diese wurden später durch die Muschelkalkablagerungen eines großen Binnenmeers überdeckt, gefolgt von den Sedimenten der Keuperzeit. So bildete sich das Süddeutsche Schichtstufenland.

Als sich das Land im Bereich des heutigen Pfälzerwaldes vor etwa 180 Millionen Jahren erneut hob, wurden durch Erosion mehrere 100 m der Sedimentschicht z. T. bis auf den roten Buntsandstein abgetragen, wie es im Westen des Pfälzerwaldes zu sehen ist. Im östlichen Pfälzerwald und in der Haardt liegen mancherorts noch Muschelkalkablagerungen über dem Buntsandstein.

Die letzte umfassende geologische Veränderung im Bereich des Pfälzerwaldes ging vor etwa 45 Millionen Jahren vonstatten: Damals brach der Oberrheingraben ein, wobei sich die Erdkruste in einer Mächtigkeit von mindestens 20 km um ca. 2500 m einsenkte, so dass es an der Oberfläche zur Bildung einer Tiefebene kam. Der Graben verfüllte sich nachträglich bis auf das heutige Niveau der Ebene mit jungen Fluss- und Meeressedimenten, denn noch vor etwa 20 Millionen Jahren reichte die Nordsee über die Senke der Wetterau bis herunter in das Tal des Oberrheins.

Vor dem Grabenbruch hatte es in dieser Region eine durchgehende Landmasse gegeben, die von West nach Ost aus dem heutigen Mittelgebirge Pfälzerwald/Vogesen, dem heutigen Boden der Ebene – wie erwähnt ohne die jüngeren Ablagerungen – und dem heutigen Mittelgebirge Odenwald/Schwarzwald bestand.

Der Grabenbruch ist bis in die Gegenwart tektonisch aktiv, gelegentliche leichte Erdstöße sowie Lava-Ablagerungen an den Grabenrändern legen davon Zeugnis ab. Bei Forst an der Weinstraße ist am Pechsteinkopf, der zur Haardt gehört, Basalt, ein junges Eruptivgestein, zu Tage getreten. Das flüssige Magma, das vor ca. 29 (nach anderen Quellen 35) Millionen Jahren in einem Riss aufstieg, erstarrte bereits in den Rissspalten und bildete dabei Basaltsäulen. Die mit dem Aufstieg des Magmas verbundenen Gaseruptionen ließen die Säulen zu Basaltbrocken zerbrechen. Diese wurden bis in die 1980er Jahre industriell abgebaut.

Ist-Zustand

Heute erstreckt sich der weitaus größte Teil des Pfälzerwaldes auf einer Buntsandsteinformation, die nur noch stellenweise von jüngeren Sedimenten aus weicherem Kalkstein überlagert wird. Der rötliche Sandstein und die durch Erosion geschaffenen schroffen Felsgebilde prägen das Bild des Pfälzerwaldes. Die Steinbrüche, in denen v. a. Baumaterial gewonnen wird, liefern je nach Oberflächengestein roten Buntsandstein (im westlichen und zentralen Pfälzerwald) oder helleren, manchmal weißgelben Kalkstein (im östlichen Bereich). Die Steinbrüche der Haardt sind von der Rheinebene aus als helle „Wunden“ in den blaugrünen Silhouetten der Berge auszumachen.

Höhen

Charakteristik
Die Kalmit, die höchste Erhebung des Pfälzerwaldes
Das Weinbiet bei Neustadt an der Weinstraße

Der Pfälzerwald steigt im gesamten Bereich steil von der Rheinebene zur Haardt hin auf.

Im mittleren Bereich, südlich von Neustadt an der Weinstraße, erreicht er mit der Kalmit den höchsten Punkt. Hier überschreiten in einen zusammenhängenden Höhenzug verschiedene Berge und Höhenpunkte die 600-m-Marke. Der Höhenzug setzt sich vom Steigerkopf (auch Schänzel) aus mit etwa 500 m Höhe westwärts fort bis zur Frankenweide um Eschkopf (609 m) und Weißenberg (607 m). Dieses Massiv erstreckt sich von Hochspeyer über Johanniskreuz bis Hauenstein. Dabei handelt es sich gerade im mittleren Bereich zwischen Johanniskreuz und Hermersbergerhof eher um ein Hochplateau, das von tief eingeschnittenen Tälern begrenzt wird. Auch dieses Hochplateau setzt sich nach Westen mit ca. 500 m Höhe fort und sinkt allmählich auf 400 m ab. Es wird durchschnitten von Schwarzbach und Moosalb. Gegen Südwesten verlaufen Höhenzüge zwischen den Tälern der Merzalb und den Quellflüssen der Wieslauter. Es ist also möglich, ohne die Höhenschichtlinie von 450 m zu unterschreiten, von Neustadt an der Weinstraße bis Leimen oder Kaiserslautern-Mölschbach zu wandern.

Südlich der Queich ist der Pfälzerwald weniger durch zusammenhängende Höhenzüge als vielmehr durch einzelne Berge mit ausgeprägt runden Kuppen strukturiert. Sie erreichen im Schnitt 450 m. Höchste Erhebungen sind der Rehberg bei Annweiler (576 m), der Burgberg der Ruine Wegelnburg (571 m) bei Nothweiler, gefolgt von der Hohen Derst (560 m) westlich von Bad Bergzabern und dem Großen Eyberg (513 m) südwestlich von Dahn. Hohe List (476 m) und Erlenkopf (472 m) bei Eppenbrunn sind die höchsten Erhebungen im Südwesten.

Nördlich der Linie Hochspeyerbach/Speyerbach sind die höchsten Erhebungen der 577 m hohe Drachenfels und der Stoppelkopf (566 m). In dem nach Norden durch die Isenach und nach Osten durch die Deutsche Weinstraße gebildeten Dreieck befinden sich noch weitere Erhebungen über 500 m Höhe. Am markantesten sind der nördliche Neustädter Hausberg, das Weinbiet (553 m), sowie der Eckkopf (516 m) bei Deidesheim.

Nördlich der Isenach überschreitet lediglich der Rahnfels (516 m) die 500-m-Höhenlinie. Im weiteren Verlauf nach Norden nimmt die Höhe gegen 400 bis 300 m ab.

Berge über 600 m

Gewässer

Stehende Gewässer
Eiswoog im nördlichen Pfälzerwald

Das Sandsteinmassiv ist ein sehr guter Wasserleiter, der Niederschläge filtert. Wenn das versickerte Wasser sich über weniger durchlässigen Sperrschichten unterhalb des Sandsteins sammelt, tritt es in Senken wieder hervor. Dadurch haben sich eine Reihe von Mooren, Moorseen sowie Seen, so genannte Wooge, gebildet. Die meisten Wooge wurden jedoch künstlich durch Aufstauung von Bächen angelegt und dienten als Sammelplätze und Wasserspeicher für die Trift von Holz. Flächenmäßig allerdings sind sämtliche Seen und Wooge im Pfälzerwald unbedeutend. Die bekanntesten sind der Gelterswoog am nordwestlichen Rand, der Clausensee im Südwesten und der Eiswoog im Nordosten.

Fließgewässer
Der Leinbach (Bild) und der Glasbach fließen in den Hochspeyerbach, dieser in den Speyerbach

Der Pfälzerwald wird von vier großen Entwässerungssystemen und darüber hinaus von kleineren Systemen oder einzelnen Bächen entwässert. Die vier großen Systeme sind der Speyerbach, die Queich, die Wieslauter und der Schwarzbach. Während die ersten drei direkt zum Rhein fließen, strömt diesem das Wasser des Schwarzbachs über Blies, Saar und Mosel zu. Kleinere Entwässerungssysteme sind z. B. der Saarbach oder die Isenach, die nur in geringen Umfang Zuflüsse haben. Die meisten kleinen Abflüsse, die den Pfälzerwald direkt in die Rheinebene entwässern, strömen über ausgedehnte Grabensysteme dem nächstgelegenen nördlichen Fluss zu. So nimmt der Speyerbach das Wasser des Hainbachs, des Modenbachs und des Krebsbachs auf. Die pfälzische Hauptwasserscheide verläuft zwischen Kaiserslautern und Hochspeyer südwärts über Johanniskreuz zum Eschkopf und dann südwestlich über Münchweiler an der Rodalb, Lemberg nach Eppenbrunn.

Direkt zum Rhein hin fließen (Reihenfolge von Süd nach Nord) die Sauer (entspringt als „Saarbach“ bei Ludwigswinkel und fließt anschließend durch das Elsass), die Wieslauter, der Otterbach, der Erlenbach, der Klingbach, die Queich mit dem Wellbach, der Hainbach, der Speyerbach mit dem Hochspeyerbach, die Isenach, der Eckbach, der Eisbach und knapp am Nordrand des Pfälzerwaldes die Pfrimm.

Über die Nahe zum Rhein hin fließt die Alsenz. Gerade noch im Pfälzerwald liegt die Quelle der Waldlauter, die ihr Wasser über den Glan ebenfalls in die Nahe schickt. Sie stellt somit ein eigenes Entwässerungssystem dar. Über Schwarzbach und Blies zu Saar, Mosel und Rhein hin fließen außerdem die Moosalb mit dem Aschbach und die Rodalb mit der Merzalb.

Biologie

Flora

Hauptbaumarten
in %
1959 2008
Kiefer 44 34
Buche 28 35
Fichte 11 9
Eiche 7 9
Lärche 4 3
Douglasie 2 6
Esskastanie 1 1

Die Waldflächen machen mehr als 76 Prozent des Biosphärenreservates aus, sie bedecken fast die gesamte Mittelgebirgsregion. Seit dem 17. Jahrhundert werden sie intensiv genutzt, trotzdem weisen sie eine Vielzahl von besonders artenreichen Teilgebieten auf.

Sehr typisch für den Pfälzerwald sind die Buchenwälder, die in der sauren Umgebung der Buntsandsteinböden gut gedeihen. Ähnliches gilt für die Eichen, die sowohl als Trauben- als auch als Stieleichen in feuchteren Senken auftreten. Dort und in Bachtälern finden sich häufig auch Erlenpopulationen. Am zur Rheinebene gelegenen Rand des Pfälzerwaldes (der Haardt), in der Nähe der Weinberge, ist heute auch die Edelkastanie heimisch. Auf den Torfböden bei Bitche im französischen Teil des Biosphärenreservates hat sich ein Relikt-Kiefernwald erhalten. Die heutzutage oft anzutreffenden Kiefernarten sowie Douglasien und Tannen waren ursprünglich nicht typisch für den Pfälzerwald und wurden erst im Zuge der Bewirtschaftung hier angepflanzt.

Der Versuch, den Pfälzerwald wieder zu einem naturnahen Mischwald umzubauen, führte zur in der Tabelle dargestellten Verschiebung des Vorkommens der Hauptbaumarten.

Fauna

Neben einer Vielzahl von Käfern, Schmetterlingen und anderen Insekten gibt es im Pfälzerwald auch eine Reihe seltener Vögel, z. B. Wanderfalke, Wiedehopf, Eisvogel und Steinschmätzer. Von in ihrem Bestand bedrohten Säugetierarten sind hier z. B. Fledermäuse, Baummarder, Wildkatze und Luchs beheimatet. Die Mehrzahl der Fauna stellen freilich, wie in anderen europäischen Mittelgebirgen auch, Paarhufer, nämlich Rehe, Rothirsche und Wildschweine.

Infrastruktur

Besiedelung

Knapp 1800 der 3105 km² des grenzüberschreitenden Biosphärenreservates liegen auf deutschem Gebiet. Das gesamte Biosphärenreservat ist dünn besiedelt; es leben darin (Stand: 1999) 237.000 Einwohner, das entspricht einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von nur 76 Einwohnern pro km².

Da es sich um ein weitgehend geschlossenes Waldgebiet handelt, gibt es, im Vergleich zu anderen deutschen Waldgebieten, ausgesprochen wenige Siedlungsflächen. Die Ortschaften liegen meist im Südosten des Pfälzerwaldes. Im weitaus größeren übrigen Bereich des Waldes finden sich nur noch wenige Orte, die größte Anzahl davon im Einzugsgebiet von Speyerbach/Hochspeyerbach.

Die Städte im Pfälzerwald – Lambrecht, Annweiler und Dahn – haben alle unter 10.000 Einwohner. Größere Ansiedlungen finden sich nur an den Rändern des Pfälzerwaldes. Am östlichen Rand liegen die Städte Eisenberg, Grünstadt, Bad Dürkheim, Neustadt an der Weinstraße, Edenkoben, Landau und Bad Bergzabern sowie in Frankreich die Stadt Wissembourg (dt. Weißenburg). Am westlichen Rand, zum so genannten Westrich hin, liegen Kaiserslautern, Rodalben und Pirmasens.

Verkehr

Straßen

Die beiden Hauptverkehrsadern durch den Pfälzerwald verlaufen von West nach Ost:

Bundesautobahn 6, Saarbrücken–Kaiserslautern–Grünstadt–Mannheim, zugleich Europastraße (ParisPrag)
Bundesstraße 10, Pirmasens–Landau

Mit einem Lückenschluss der Bundesautobahn 8 zwischen Pirmasens und Karlsruhe durch das Dahner Tal ist wegen des vierspurigen Ausbaus der B 10 zukünftig nicht mehr zu rechnen.

Von regionaler Bedeutung sind:

Bundesstraße 37, Kaiserslautern–Bad Dürkheim
Bundesstraße 39, Frankenstein–Neustadt an der Weinstraße
Bundesstraße 48, Enkenbach-Alsenborn–Bad Bergzabern
Bundesstraße 427, Hinterweidenthal–Bad Bergzabern
Eisenbahnlinien

Der Pfälzerwald wird bzw. wurde durch mehrere Eisenbahnlinien erschlossen. Die wichtigste ist die Pfälzische Ludwigsbahn von Ludwigshafen nach Saarbrücken und die einzige, auf der heute noch Fernverkehr stattfindet. Die Queichtalbahn Landau–Pirmasens sowie die Biebermühlbahn Kaiserslautern–Pirmasens haben dagegen ihre Bedeutung im Güter- und Fernverkehr mittlerweile eingebüßt und dienen heute ausschließlich dem Personennahverkehr.

Das Kuckucksbähnel, das in Lambrecht von der Pfälzischen Ludwigsbahn abzweigt und bei seinem Bau das Elmsteiner Tal erschloss, wurde hauptsächlich wegen der dort verbreiteten Holzproduktion benötigt; der Personenverkehr spielte wegen der dünnen Besiedlung stets eine sehr untergeordnete Rolle, sodass er bereits 1960 eingestellt wurde. Knapp zwei Jahrzehnte später wurde auch der Güterverkehr eingestellt. Anfang der achtziger Jahre wurde das Kuckucksbähnel als Museumsbahn wieder eröffnet.

Eistalviadukt an der Eistalbahn, längste Eisenbahnbrücke in der Pfalz

Die Eistalbahn wurde 1876 zwischen Grünstadt und Eisenberg eröffnet und 1932 bis nach Enkenbach verlängert. Der Personenverkehr wurde 1976 eingestellt, auf dem Abschnitt Grünstadt–Eiswoog im Zeitraum von 1994 bis 2001 allerdings schrittweise reaktiviert, während ein Gutachten für den Abschnitt Eiswoog–Enkenbach negativ ausfiel. Der auf der Strecke gelegene Eistalviadukt ist die längste Eisenbahnbrücke in der Pfalz.

Von der Queichtalbahn zweigt in Hinterweidenthal die Wieslauterbahn nach Bundenthal-Rumbach ab; sie verkehrt nur sonn- und feiertags. Am Endpunkt Bundenthal-Rumbach bestand von 1921 bis 1930 Anschluss an die Wasgauwaldbahn, eine schmalspurige Militärbahn, die bis nach Ludwigswinkel führte.

Der äußerste Ostrand des Pfälzerwaldes wird durch die Pfälzische Nordbahn Neustadt–Monsheim sowie durch die Pfälzische Maximiliansbahn Neustadt–Wissembourg/Karlsruhe erschlossen.

Sehenswürdigkeiten

Obwohl der Pfälzerwald noch immer dünn besiedelt ist und viele kaum berührte Flächen aufweist, besitzt er doch ein reiches landschaftliches, geschichtliches und kulturelles Erbe, das sich in einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten widerspiegelt, von denen hier nur eine kleine Auswahl aufgeführt werden kann.

Burgen und Schlösser

Reichsburg Trifels
Hambacher Schloss

Der Pfälzerwald zeichnet sich durch eine Vielzahl von Burgen und Schlössern aus. Erwähnenswert ist hierbei die Reichsburg Trifels bei Annweiler, auf der der englische König Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde; in der Folge entstand die Blondelsage. Am Ostrand des Pfälzerwaldes befindet sich über dem gleichnamigen Stadtteil von Neustadt an der Weinstraße das Hambacher Schloss, das 1832 Schauplatz des Hambacher Festes war und seither als Symbol für Demokratie gilt. Einige Kilometer weiter südlich bei Edenkoben steht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts die Villa Ludwigshöhe, die als Sommerresidenz des bayerischen Königs Ludwig I. diente.

Die Burg Berwartstein bei Erlenbach gehörte einst dem Ritter Hans von Trotha (regional auch Hans Trapp) und ist als einzige in der Pfalz noch heute bewohnt. Den Felsenburgen zuzuordnen sind die Burg Drachenfels bei Busenberg, die anteilig dem pfälzischen Ritter Franz von Sickingen gehörte, sowie die Falken- und die Wilgartaburg bei Wilgartswiesen.

Über den nordöstlichen Pfälzerwald herrschten die Leininger; markante Bauwerke dieses Adelsgeschlechts waren dort die Burgen Alt- und Neuleiningen bei Grünstadt sowie die Hardenburg bei Bad Dürkheim. Weitere Burgen im Pfälzerwald, die den Leiningern gehörten, waren die Burg Gräfenstein bei Merzalben im westlichen Teil des Gebirges sowie die Burg Erfenstein im Elmsteiner Tal.

Eine besondere Burgenformation ist die Dahner Burgengruppe bei der gleichnamigen Stadt im Wasgau. Sie besteht aus den Burgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein, die direkt nebeneinander auf einem Bergrücken errichtet wurden.

Naturdenkmäler

Karlstal
Teufelstisch

Das Karlstal, das im Oberlauf der Moosalb bei Trippstadt gelegen ist, sticht durch sein naturbelassenes, urwaldartiges Erscheinungsbild heraus. Der Trippstadter Ortsteil Johanniskreuz gilt als Mittelpunkt des Pfälzerwaldes und war früher ein Kurort; außerdem befindet sich dort das so genannte Haus der Nachhaltigkeit. Mit dem Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn, das darüber hinaus noch mit einem Baumwipfelpfad versehen ist, existiert im Wasgau eine vergleichbare Einrichtung.

Charakteristisch für das Dahner Felsenland sind Felsformationen wie der Teufelstisch bei Hinterweidenthal, der Jungfernsprung, der Hochstein sowie Braut und Bräutigam, die sich alle auf der Gemarkung von Dahn befinden.

Wanderwege

Siehe Hauptartikel Wanderwege im Pfälzerwald

Durch den Pfälzerwald verlaufen außerdem zahlreiche markierte Wanderwege des Pfälzerwald-Vereins sowie örtliche Rundwanderwege. Der bekannteste ist der so genannte Pfälzische Jakobsweg, der von Speyer im Osten der Pfalz über zwei Routen (Nord- und Südroute) bis nach Hornbach im Südwesten führt.

Bergbahnen

Mit dem Rietburg-Sessellift zur namensgebenden Rietburg bei Edenkoben, von wo sich eine gute Aussicht auf die Rheinebene bietet, sowie der Bad Dürkheimer Gondelbahn, die von 1973 bis 1981 hinauf zum Teufelsstein verkehrte und deren Wiederinbetriebnahme geplant ist, existieren am Rande des Pfälzerwaldes zwei Bergbahnen.

Industriedenkmäler

Stumpfwaldbahn

Nennenswerte Industriedenkmäler sind die Stumpfwaldbahn bei Ramsen, eine seit 1996 existierende Museumsfeldbahn, sowie das Deutsche Schuhmuseum in Hauenstein, das die im Raum Pirmasens früher sehr verbreitete Schuhherstellung dokumentiert.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Jürgen Müller: Kraftquelle für Sitzmenschen. In: Die Rheinpfalz, Beilage Ihr Wochenende, 17. Januar 2009

49.2924257.87676111111117Koordinaten: 49° 17′ 33″ N, 7° 52′ 36″ O


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