Biosphärenreservat Rhön
Lage des Biosphärenreservats Rhön
Logo des Biosphärenreservats
Bergwiese mit Manns-Knabenkraut in der Hohen Rhön

Das Biosphärenreservat Rhön umfasst den gesamten Kernbereich der Rhön, eines Mittelgebirges in Hessen, Bayern und Thüringen.

Im Jahr 1991 wurde die Rhön länderübergreifend von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Der thüringische Teil wurde im Rahmen des Nationalparkprogramms der DDR vorab zum 1. Oktober 1990 ausgewiesen. Ziel dieses Biosphärenreservates ist, unter Einbeziehung von ortsansässiger Landwirtschaft, Naturschutz, Tourismus und Gewerbe die Vielfalt und die Qualität des Gesamtlebensraumes Rhön zu sichern. Dabei sollen langfristige und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Gewerbe geschaffen werden, die im Einklang mit dem Schutz und der Pflege der heimischen Landschaft und Natur stehen. Der Mensch steht im Biosphärenreservat Rhön im Mittelpunkt. Ziel ist eine sogenannte Nachhaltige Entwicklung, welche wirtschaftliche und soziale Belange bestmöglich mit Umweltbelangen in Einklang bringt.

Inhaltsverzeichnis

Zonierung

Das Biosphärenreservat umfasst zur Zeit eine Gesamtfläche von 184.939 Hektar, davon 72.802 ha in Bayern, 63.564 ha in Hessen und 48.573 ha in Thüringen. Von 1991–1995 wurde gemeinsam mit Landkreisen, Kommunen, Fachbehörden und Verbänden ein „Rahmenkonzept zu Schutz, Pflege und Entwicklung“ mit Zielen und Maßnahmen für die Rhön erarbeitet. Entsprechend der von der UNESCO vorgegebenen Zonierung wurden in der Rhön 4.199 ha (2,27 %) als Kernzonen benannt, die und von jeglicher direkter Nutzung (z.B. Land- und Forstwirtschaft) ausgeschlossen sind. Weitere 67.483 ha (36,49 %) wurden als Pflegezonen benannt. Hier soll nur eine schonende, naturnahe Landnutzung stattfinden. Der übrige Anteil ist Entwicklungszone, in welcher die Dörfer und Städte der Rhön liegen.

Da die Kernzonen auf – zumeist bestehende – Naturwaldreservate beschränkt sind, haben die Pflegezonen und Entwicklungszonen das höchste Konfliktpotential, da hier die teilweise widersprüchlichen Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus aufeinandertreffen. Durch das Rahmenkonzept des Biosphärenreservates wurde hier ein Konsens erzielt. Das „Land der offenen Fernen“, wie die Rhön auch genannt wird, soll als Lebensraum für Mensch und Natur erhalten werden. Landkreise, Kommunen, Vereine, Verbände, Fachbehörden, die Privatwirtschaft und die Verbraucher sollen hierzu ihren bestmöglichen Beitrag leisten. Die Idee des Biosphärenreservates umzusetzen, basiert auf Kooperation, Konsens und Innovation.

Das rhöntypische offene, strukturreiche Grünland mit hoher Biotopwertigkeit fällt größtenteils in die Pflegezone. Kernzonen und die wichtigsten Bereiche der Pflegezone sind als Naturschutzgebiete rechtlich gesichert. Insgesamt sind dies knapp 10% der Fläche des Biosphärenreservates.

Einige Kernzonen sind unter anderem der Dreienberg, der Stallberg im Hessischen Kegelspiel, der Schafstein, der Steinkopf und der Westhang des Stirnberges.

Ziele, Konzepte

Im Biosphärenreservat Rhön wird versucht, die ohnehin schon starke regionale Identifikation der Bevölkerung gezielt für ein Regionalmarketing zu nutzen und regionaltypische Nutzungsformen und Produkte zu fördern. So wurde beispielsweise das Rhönschaf, eine ehemals fast ausgestorbene Schafrasse, zu einem neuen Sympathieträger für die Region – und überdies zu einem hervorragenden Landschaftspfleger. Dies betrifft in gleicher Weise den Rhöner Weideochsen der auch als Rhöner Biosphärenrind bezeichnet wird. Auch die regionaltypischen Streuobstwiesen werden nun wieder effizient und werbewirksam (Pilotprojekt: Streuobstlehrpfad Hausen) zur Produktion von ökologisch wertvollen Nahrungsmitteln genutzt, und schonende, ökologisch verträgliche Energiekonzepte sollen die Qualität des Lebensraumes Rhön sichern und ausbauen. „Schutz durch Nutzung“ lautet das Motto, unter dem die vom Menschen geprägte Kulturlandschaft der Rhön erhalten werden soll.

Länderübergreifende zoologische und botanische Artenschutzkonzepte dienen als Grundlage für die zukünftige Naturschutzarbeit, zur Information der Bevölkerung und für die konkrete Biotoppflege. Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe, in welcher hauptamtliche und ehrenamtliche Naturschützer vertreten sind, dient dazu, Strategien und Maßnahmen über die Bundesländergrenzen hinweg abzustimmen. Neben den drei staatlichen Verwaltungsstellen des Biosphärenreservates gibt es für jedes Bundesland einen privaten Trägerverein. Es wurde eine hauptamtliche und ehrenamtliche Naturwacht eingerichtet, deren Ziel ist, Besucher der Rhön aufzuklären und insbesondere in den empfindlichen Naturschutzgebieten der Rhön maßvoll zu lenken.

Siehe auch

Literatur

  • Biosphärenreservat Rhön (Hrsg.): 10 Jahre Biosphärenreservat Rhön. Zwischenbilanz einer Erfolgsgeschichte. Landschaftsinformationszentrum Rasdorf 1999, S. 30.

Weblinks


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