AKN Eisenbahn AG
AKN Eisenbahn AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Gründung 1883
Unternehmenssitz Kaltenkirchen, Deutschland
Unternehmensleitung

Klaus Franke

Mitarbeiter 356 (2008)
Produkte

Verkehrsdienstleistung

Website

www.akn.de

Die AKN Eisenbahn AG (Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neumünster) ist ein regionales Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen mit Sitz in Kaltenkirchen. Die AKN betreibt Strecken im südlichen Schleswig-Holstein und in Teilen Hamburgs. Diese Bundesländer sind auch die Anteilseigner der Gesellschaft.

Inhaltsverzeichnis

Daten

Die AKN-eigene Schienen-Infrastruktur umfasst eine Länge von rund 120 Kilometern.

Derzeit sind knapp über 350 Mitarbeiter beschäftigt. Auf den Strecken der AKN fuhren im Jahre 2007 insgesamt 171.900 Personenzüge und 300 Güterzüge.

Die AKN ist Mitglied im Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE).

Geschichte

Eingangshalle der Station Eidelstedt Zentrum, Innenansicht
Gählerplatz um 1890
(grüne Linie= Pferdebahn)
Das älteste betriebsfähige Fahrzeug der AKN neben dem neuesten

Nach Gründung der Altona-Kaltenkirchener Eisenbahn-Gesellschaft (AKE) im Jahre 1883 wurde bereits 1884 die Eisenbahnstrecke von Altona nach Kaltenkirchen eröffnet. Die Aktien wurden von der Stadt Altona, den Gemeinden Quickborn, Ulzburg und Kaltenkirchen und von der Baufirma Kintzel & Lauser gehalten.

1981 übernahm die AKN die ebenfalls im HVV betriebene Alsternordbahn (ANB) und Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn (EBOE). Für die ANB hatte die AKN die Betriebsführung schon seit dem Bau 1953 inne, bei der EBOE seit 1957. 1992 wurde die ehemalige ANB an die Verkehrsgesellschaft Norderstedt verkauft, der Betrieb wird aber weiterhin von der AKN durchgeführt.

2008 werden 50 Prozent der Aktien von der Freien und Hansestadt Hamburg und 49,89 Prozent vom Land Schleswig-Holstein gehalten, der Rest liegt bei Privatpersonen[1].

Am 7. Juni 2008 feierte die AKN Eisenbahn AG ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür sowie Sonderzugfahrten und weiteren Veranstaltungen.

Streckennetz

Netz der AKN in Holstein und Hamburg

Die AKN ist seit 1965 dem Hamburger Verkehrsverbund (HVV) angeschlossen. Im Hamburger Schnellbahnnetz werden die AKN-Linien neben den U-Bahnen (U), S-Bahnen (S) und Regionalbahnen (R) mit einem orangefarbenen A gekennzeichnet. Auf Streckenplänen, die nur die AKN-Linien zeigen, und bei Veröffentlichungen unabhängig vom HVV werden jedoch andere Farben verwendet: Rot für die A1, Grün für die A2 und Dunkelblau für die A3.

Im nahezu gesamten Streckennetz (ab Boostedt seit 2002) gilt der Tarif des HVV, ansonsten der Schleswig-Holstein-Tarif. Außerdem gibt es einen Anstoßtarif für den Wechselverkehr mit der Deutschen Bahn AG.

Linie Strecke Haltestellen
(Hamburg Hauptbahnhof −) Hamburg-Eidelstedt – Quickborn – KaltenkirchenNeumünster
(AKN-Stammstrecke)
(Hamburg HauptbahnhofHamburg Dammtor – Sternschanze – Holstenstraße – Diebsteich – Langenfelde – Stellingen −) Eidelstedt – Eidelstedt Zentrum – Hörgensweg – Schnelsen – Burgwedel – BönningstedtHasloh – Quickborn Süd – QuickbornEllerau – Tanneneck – Ulzburg SüdHenstedt-Ulzburg – Kaltenkirchen Süd – Kaltenkirchen – Holstentherme – dodenhof – NützenLentföhrden – Bad Bramstedt Kurhaus – Bad BramstedtWiemersdorfGroßenaspeBoostedt (– Neumünster Süd – Neumünster, nicht im HVV)
(Kaltenkirchen −) UlzburgNorderstedt
(Alsternordbahn)
(Kaltenkirchen – Kaltenkirchen Süd – Henstedt-Ulzburg −) Ulzburg Süd – Meeschensee – Haslohfurth – Quickborner Straße – Friedrichsgabe – Moorbekhalle – Norderstedt Mitte
Elmshorn – Barmstedt – Ulzburg
(westlicher Ast der ehem. EBOE)
Elmshorn – Langenmoor – SparrieshoopBokholt – Voßloch – Barmstedt Brunnenstraße – BarmstedtLangelnAlvesloheHenstedt-UlzburgUlzburg Süd

Im Zuge der Bahnreform ab Mitte der 1990er Jahre beteiligte sich die AKN erfolgreich auch an den Ausschreibungen um den Betrieb auf anderen Strecken, die teilweise vorher von der Deutschen Bahn betrieben wurden.

Seit dem 15. Dezember 2002 fährt die Nordbahn, ein Tochterunternehmen der AKN Eisenbahn AG und der Hamburger Hochbahn AG, auf der von Neumünster bis Bad Segeberg reaktivierten Strecke Neumünster–Bad Oldesloe (HVV-Linie R 11).

Seit dem 14. Dezember 2003 betreibt eine 100%-ige Tochter der AKN, die Schleswig-Holstein-Bahn, den Personenverkehr auf den Strecken Neumünster–Heide und Heide–Büsum mit durchgehenden Zügen. Zuvor fuhren AKN-Züge im Personenverkehr schon bis Heide.

Seit dem 12. Dezember 2004 fahren Züge der Linie A1 zeitweise über Eidelstedt hinaus bis zum Hamburger Hauptbahnhof und mit Einzelfahrten weiter bis Berliner Tor, wobei sie die Gleise sowie die Antriebsenergie für ihre VT A-Hybridfahrzeuge aus der seitlichen Stromschiene der Hamburger S-Bahn auf ihrem Weg über Stellingen, Diebsteich, Holstenstraße und Dammtor nutzt.

Seit Dezember 2005 fahren Züge der Linie A2 morgens von und nachmittags über Henstedt-Ulzburg bis Kaltenkirchen weiter.

AKN-Diesellok bei Gleisbauarbeiten auf der Hamburger Güterumgehungsbahn

Ausbau und Beschleunigung

Derzeit sind die Fahrzeiten der AKN für viele Relationen nicht konkurrenzfähig mit dem Auto, selbst bei Betrachtung der Strecke von Bahnhof zu Bahnhof. Bedingt wird dies durch

  • die fehlende Durchbindung der AKN-Triebwagen in Neumünster und Eidelstedt für Reisende in das Zentrum von Hamburg oder nach Kiel
  • die häufigen Halte entlang der Linien A1 und A2
  • die lediglich auf 80 km/h ausgelegten Strecken
  • die lediglich auf 80−105 km/h ausgelegten Triebwagen

Dadurch beträgt die Fahrzeit zum Beispiel aus Henstedt-Ulzburg nach Kiel durchschnittlich 87 Minuten, von Bad Bramstedt nach Hamburg Hauptbahnhof etwa 75 Minuten. Um die derzeitige, wenig attraktive Situation zu verbessern, wurden bereits mehrere Konzepte entwickelt. Darunter befindet sich ein Ausbau der AKN-Strecke für höhere Geschwindigkeiten und das Schaffen von sogenannten Expresslinien mit Halt nicht an jedem Haltepunkt oder auch der Bau einer Verbindungstrasse zur Flughafen-S-Bahn Hamburg. Von Seiten der AKN wird derzeit keine dieser Lösungen aktiv vorangetrieben. Eine von der AKN geforderte ganztägige Durchbindung der Triebfahrzeuge von Eidelstedt bis Hamburg Hauptbahnhof scheitert außer in den Abendstunden und am Wochenende an fehlender Trassenkapazität.

Güterverkehr

Im südlichen Schleswig-Holstein und östlichen Hamburg betreibt die AKN den Güterverkehr auf den verbliebenen Strecken der ehemaligen Südstormarnschen Kreisbahn, Billwerder Industriebahn und Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn (BGE).

Im Norden wird vor allem die Strecke von Hamburg-Langenfelde Gbf nach Neumünster Süd regelmäßig befahren, die Strecke von Henstedt-Ulzburg nach Barmstedt bei Bedarf. Im Süden werden das Industriegebiet Hamburg-Billbrook und die Strecken Tiefstack–Glinde sowie Bergedorf–Geesthacht bedient. Sechs Diesellokomotiven sind im Einsatz.

AKN-Werkstatt Kaltenkirchen


Fahrzeuge

Die AKN setzt im Personenverkehr zweiteilige Triebwagen (LHB VT 2E) mit dieselelektrischem Antrieb ein. 1976 wurde 16 Doppeltriebwagen beschafft, die die Bezeichnung VTE tragen, 1993 wurden 19 Doppeltriebwagen des weiterentwickelten Typs VTA mit Asynchronmotoren beschafft. Vier Triebwagen davon gehören der Verkehrsgesellschaft Norderstedt. Acht Triebwagen des Typs VTA wurden mit Stromabnehmern nachgerüstet, sie fahren seit 2004 auf dem Abschnitt Eidelstedt–Hamburg Hbf (− Hasselbrook) der S-Bahn Hamburg rein elektrisch mit Stromaufnahme über die seitliche Stromschiene.

Für den Verkehr auf den Strecken Neumünster–Heide–Büsum und Neumünster–Bad Segeberg–Bad Oldesloe besitzt die AKN sechs Triebwagen des Typs Alstom LHB Coradia LINT 41H. Zwei davon gehören der nordbahn.

Jahrelang waren die AKN Hochburg der MAN-Schienenbusse, von denen 1956 zwei (VT 11 und 12) und 1963 acht weitere Exemplare (VT 2.13 bis 2.20) angeschafft worden waren, zwei weitere fuhren bei der verbundenen Alsternordbahn. 1969 wurden zwei weitere Triebwagen (VT 2.09 und 2.10) gebraucht beschafft. Außerdem waren sieben dazugehörige Steuerwagen in Betrieb.

1969 wurden gebraucht auch vier Uerdinger Schienenbusse gekauft, 1981 kamen durch die Übernahme der Elmshorn-Barmstedt-Oldesloer Eisenbahn (EBOE, auch: EBO) noch sieben dieser Fahrzeuge hinzu, von denen heute noch zwei betriebsfähig sind und für Sonderverkehre eingesetzt werden. Mit der Beschaffung der neuen Triebwagen 1993 wurden die übrigen Schienenbusse überflüssig.

Für den Güterverkehr besitzt die AKN 2008 drei Dieselloks, eine MaK DE 1002, eine MaK G 1100 BB und eine MaK 240 B.

Ehemalige Fahrzeuge

Der Verkehr wurde mit fünf zweiachsigen vollverkleideten Trambahnlokomotiven von Henschel aufgenommen, die eine Mittelpufferkupplung besaßen. Mit Verlängerung der Strecke wurden auch normale dreiachsige Lokomotiven beschafft, die über die bei der Staatsbahn üblichen Zug- und Stoßvorrichtungen verfügten, die ersten drei, ebenfalls von Henschel, verfügten aber noch wegen des Fahrens auf Straßen über ein verkleidetes Triebwerk. Mit wachsendem Verkehr wurden immer stärkere Lokomotiven beschafft, vierfach gekuppelte erstmals Anfang der 1920er Jahre. 1947 wurden drei gebrauchte preußische T 13.1 beschafft. Die Dampflokomotiven wurden alle bis Mitte der 1950 Jahre ausgemustert und verkauft.

Die erste Diesellokomotive war eine des Typs V 36, zwei weitere desselben Typs kamen später hinzu. Verschiedene zwei- und dreiachsige Diesellokomotiven wurden Anfang der 1950 Jahre erworben. Die erste Großdiesellok wurde 1964 in Form einer Deutz DG 1200 BBM bezogen, zwei weitere vom etwas schwächer motorisierten Typ DG 1000 BBM folgten 1968. 1970/71 wurden vier MaK G 1100 BB beschafft.

1930 erhielt die AKN die ersten drei Triebwagen. Es waren vierachsige Fahrzeuge mit 81-kW-Ottomotoren, die von der Triebwagenbau Kiel (TAG) gebaut waren. Aufgrund der guten Erfahrungen wurde 1934 ein vierter Triebwagen beschafft, dieses mal von den Linke-Hofmann-Werken und mit dieselelektrischem Antrieb. 1940 folgte ein weiterer Triebwagen der gleichen Firma, aufgrund der Treibstoffeinschränkungen war ein regelmäßiger Triebwagenbetrieb aber nicht mehr möglich.

Nach dem Krieg wurden 1951 zeitgemäße Esslinger Triebwagen beschafft, 1955 ein weiterer und zwei Steuerwagen, 1953 wurden zwei Esslinger Triebwagen der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn übernommen.

Die AKN besaß bis zu 34 Personenwagen, sieben Packwagen, davon drei mit Postabteil, und 120 Güterwagen, darunter sieben Milchwagen.

Literatur

  • Jörg Minga, Reinhardt Hassenstein: 125 Jahre AKN Eisenbahn AG 1883–2008. Ellert & Richter, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8319-0318-4. 
  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Teil 1: Schleswig-Holstein/Hamburg. Zeunert, Gifhorn 1972, ISBN 3-921237-14-9
  • Hans-Jürgen Kielmann: Ein Jahrhundert EISENBAHN Altona - Kaltenkirchen - Neumünster Von der Dampftramway zur modernen Vorortbahn. Verlag Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn e.V., Hamburg 1984, ISBN 3-923999-10-0

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 125 Jahre AKN Eisenbahn 1883–2008, S. 16

siehe auch


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