Biotoptypenkartierung

Eine Biotopkartierung wird entweder von naturschutzinteressierten Privatleuten, etwa in Naturschutzverbänden, im Auftrag von Behörden oder im Rahmen einer Forschungsarbeit ausgeführt, um Lebensräume in einem bestimmten Gebiet zu erfassen und hinsichtlich ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt zu bewerten. Hierzu werden vor allem Geografische Informationssysteme (GIS) genutzt, die eine einfache Bewertung der erfassten Gebiete erlauben.

Inhaltsverzeichnis

Durchführung

Entweder wird das komplette gewählte Gebiet (z.B. die Gemarkung einer Gemeinde) oder nur ausgewählte, besonders naturschutzrelevante Landschaftsbestandteile untersucht. In einer oder mehreren Begehungen werden folgende Daten registriert:

Eine komplette faunistische und floristische Erfassung des Untersuchungsgebietes übersteigt meist den Rahmen einer Biotopkartierung. Hierzu wären mehrere Begehungen, verteilt über die Vegetationszeit, nötig, ebenso Fang, Präparation und Bestimmung der Wirbellosen, was nicht nur die personellen Ressourcen, sondern auch den zeitlichen Rahmen sprengen kann. Oft reicht es, Biotope anhand einfach nachzuweisender Leitarten (z.B. Vögel) einzuschätzen.

Ergebnis der Biotopkartierung ist meist eine oder mehrere Karten, aus denen die Bedeutung des Gebietes aus naturschützerischer Sicht, heruntergebrochen auf einzelne Teilflächen, hervorgeht. Eventuell wird den Teilflächen jeweils eine Wertigkeit zugeordnet, diese darf aber nicht verstanden werden als rechnerische Grundlage für normative Verfahren wie es beim Biotopwertverfahren der Fall ist.

Ziele

Der Zweck einer Biotopkartierung ist eine Inventarisierung der Landschaft nach naturschützerischen Gesichtspunkten. Diese ist hilfreich für:

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