Birgit Rommelspacher

Birgit Rommelspacher (* 3. Juli 1945 in Rammingen bei Ulm) ist eine deutsche Hochschullehrerin mit den Schwerpunkten Frauenforschung und Rechtsextremismus.

Wissenschaftliche Laufbahn

Birgit Rommelspacher studierte Psychologie in Bonn, Münster, Cincinnati/Ohio (USA) und München, sowie Philosophie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in München. An der Ludwig Maximilian Universität München promovierte sie 1980 für Psychologie und Pädagogik. An der Technischen Universität Berlin habilitierte sie 1991.

Von 1972 bis 1973 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatsinstitut für Frühpädagogik, München, im Modellversuch „Vergleich Eingangsstufe reformierter Kindergarten“, von 1974 bis 1979 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Jugendinstitut München im Modellprojekt „Tagesmütter“ und zwischen 1982 und 1986 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Modellversuch „Fachkräfte für die psychosoziale Versorgung“ (FHSS Berlin und Freien Universität Berlin).

Von 1988 bis 1990 folgte eine Gastprofessur an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften. Seit 1990 ist sie Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, an der sie zwischen 2000 und 2002 auch das Amt der Prorektorin ausübte. Sie forscht und lehrt mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien und arbeitet im Bereich „Theorie und Praxis von Mädchen- und Frauenarbeit“. Sie arbeitet zur Psychologie der Frau, zu Rassismus und Antisemitismus, zu Frauen und Rechtsextremismus. Rommelspacher prägte den Begriff der „Dominanzkultur“ und entwickelte dabei theoretische Grundlagen für die Erforschung struktureller Diskriminierung und dominanzkultureller Aspekte des Weißseins. Das Problemfeld „Rassismus/Nationalismus/Sexismus“ analysiert sie in seinen Zusammenhängen, Verbindungen, Überlagerungen, Verstärkungen und Widersprüchen zusammen mit Helma Lutz, Farideh Akashe-Böhme und Martha Mamozai.

Birgit Rommelspacher ist Vorsitzende der Auswahlkommission „Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“ des Berliner Senats.

Schriften

  • 1989: Leideunlust. Der Mythos vom weiblichen Masochismus. Orlanda Frauenverlag, ISBN 3-92216655-5.
  • 1992: Mitmenschlichkeit und Unterwerfung. Zur Ambivalenz der weiblichen Moral. Campus Verlag, Frankfurt/New York, ISBN 3-593-34556-0.
  • 1995: Dominanzkultur. Texte zu Fremdheit und Macht. Orlanda Frauenverlag, ISBN 3-92982329-2.
  • 1995: Schuldlos schuldig? Wie sich junge Frauen mit Antisemitismus auseinandersetzen. Konkret Literatur Verlag, Hamburg.
  • 1999: Behindertenfeindlichkeit. Ausgrenzungen und Vereinnahmungen. Göttingen, Lamuv
  • 2001: Anerkennung und Ausgrenzung. Deutschland als multikulturelle Gesellschaft. Campus Verlag, ISBN 3-593-36863-3.
  • 2006: „Der Hass hat uns geeint“. Junge Rechtsextreme und ihr Ausstieg aus der Szene. Frankfurt: Campus Verlag, ISBN 3-593-38030-7.
  • 2008: mit Ingrid Kollak: Interkulturelle Perspektiven für das Sozial- und Gesundheitswesen. Frankfurt/M., Mabuse Verlag.

Weblinks


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