Birgittenorden
St. Birgitta, unhistorische Darstellung im Habit des Erlöserordens

Der Erlöserorden (eigentlich Ordo sanctissimi Salvatoris O.Ss.S., dt.: Orden des Allerheiligsten Erlösers) oder nach seiner Gründerin Birgittenorden, ein Doppelorden für Nonnen und Mönche, wurde von der 1391 heiliggesprochenen Schwedin Birgitta Birgersdotter (1303–1373) gegründet. Birgitta von Schweden wurde 1999 von Papst Johannes Paul II. zusammen mit Katharina von Siena und Edith Stein zur Mitpatronin Europas erhoben. Dem Erlöserorden gehören heute weltweit 570 Schwestern an.

Die Klostergemeinschaft lebt nach der Regel des heiligen Augustinus und besteht überwiegend aus Nonnen. Dem Konvent steht eine Äbtissin vor. Die nicht mehr als 60 Nonnen wurden ursprünglich von bis zu 13 Priestermönchen seelsorgerisch betreut, außerdem konnten noch einige Hilfspriester und Laienbrüder im Kloster leben. Priester und Laienbrüder lebten jedoch von den Klosterfrauen getrennt. Mittlerweile gibt es getrennte Klöster für Frauen und Männer.

Es gibt mehrere Zweige des Erlöserordens. Vom alten Zweig, der seit dem Mittelalter besteht, gibt es nur noch fünf unabhängige Klöster (darunter Kloster Altomünster bei Augsburg).

Das neu gegründete Birgittenkloster Bremen gehört zum neueren Schwedischen Zweig mit dem Mutterhaus in Rom, zu dem über 40 Klöster gehören. Bremen ist die 41. Gründung; die 42. wird in Kuba errichtet. 1911 wurde der fast vergessene Orden von der schwedischen Konvertitin Elisabeth Hesselblad wieder belebt. Sie wurde im April 2000 selig gesprochen.

Außerdem gibt es noch einen spanischen Ableger, die Birgitten von Valladolid (gegründet 1630) und eine Brüdergemeinschaft in den USA (gegründet 1976).

Als Ordenskleid tragen die Nonnen einen grauen Habit mit schwarzem Schleier, darüber eine Leinenkrone aus drei weißen Leinenbinden mit fünf roten Punkten, die die fünf Wundmale Christi symbolisieren.

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