Birkigt (Altenroda)
Birkigt
Gemeinde Altenroda
Koordinaten: 51° 15′ N, 11° 34′ O51.25222222222211.5619444444447Koordinaten: 51° 15′ 8″ N, 11° 33′ 43″ O
Einwohner: 36 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1950
Postleitzahl: 06642
Vorwahl: 034465

Birkigt ist ein Ortsteil der Gemeinde Altenroda im Burgenlandkreis (Sachsen-Anhalt). Sein Name bedeutet so viel wie Birkenhölzchen. Birkigt war ein ehemaliges Vorwerk, welches zum Rittergut Nebra gehörte.

Inhaltsverzeichnis

Georgrafische Lage

Birkigt liegt südlich der Stadt Nebra (Unstrut) unweit des Bundesstraße 250. Das Rittergut bzw. der heutige Ort erhebt sich über dem Dissautal.

Geschichte

Der Ort wurde 1328 in Zusammenhang mit dem Edlen Heinrich von Birkich erstmals urkundlich erwähnt. Vor 1589 erwarben die von Nißmitz das wüste Dorf Birkigt und errichtet dort ein Vorwerk. Bis zu seinem Tod besaß Birkigt der Oberhofrichter Georg von Nißmitz. 1700 verkauften die von Nißmitz es an Ludwig Gebhard von Hoym, dem Herr auf Burgscheidungen und Kirchscheidungen, der es wiederum 1718 an Jakob Heinrich von Flemming veräußerte. Auch dieser verkaufte es nur wenig später 1723 an Conrad Werner Wedemeyer, der es wieder 1724 an Ludwig Gebhard von Hoym veräußerte.

Die Familie von Hoym baut 1754 das Vorwerk Birkigt umfassend aus und errichtet eine neues Herren- und ein Gesindehaus und weitere Wirtschaftsgebäude. Das ehemalige Gutsgebäude aus dem 18. Jahrhundert prägt noch heute das Dorfbild. Die Familie erweiterte außerdem bedeutlich die Gehöfte und den Ort.

In der Nähe des Rittergutes befand sich im 19. Jahrhundert eine bedeutende Ziegelei. 1830 erwarb Bernhard Heinrich von Helldorf auf Bedra den Ort. Im Besitz der Familie von Helldorf blieb Birkigt bis 1945.

Sage über den Ortsnamen

Laut Sage soll der Ort seinen Namen von Birkigt einem Bruder von Phillip haben, welcher den Krieg gegen desselben gewann. Phillip hatte eine Burg auf der heutigen „Phillipsburg“ einem Landstrich NO der Dissau (Bach) oberhalb „Schweinedorf“. Birkigt (der Ort) soll früher oberhalb des „Eidechsenberges“ gelegen haben (ostwärts). An dieser Stelle lassen sich noch heute größere von Menschenhand bearbeitete Steine finden, z.B. Einfassungen von Torbögen, welches die Glaubwürdigkeit unterstreicht. Weshalb der Ort dann weiter westwärts verlegt wurde, ist unklar. Von der ehemaligen Phillipsburg ist weiter nichts bekannt, außer langjährige Spekulationen einer Stelle NW des heutigem Steinbruchs, an einer sehr alten Linde, bei welcher der Untergrund hohl klingt.

Familie von Birkicht

Die Familie wurde erstmals 1328, in Zusammenhang mit dem Edlen Heinrich de Byrkech urkundlich erwähnt. In den ältesten Zeiten stand in dem Dorfe Birkigt ein Edelhof, auf dem die Herren von Birkigt saßen, die den Edelhof und das Dorf von den Markgrafen von Meißen zu Lehn trugen. 1368 wurde Otto von Birkich, 1384 die Gebrüder Otto und Nicolaus de Birkich und 1387 Otto von Birkicht in markgräflichen Urkunden erwähnt. Noch 1656 lebte ein Conrad von Birkicht als kursächsischer Oberst.

Wappen

Das Wappen ist von Blau und Rot durch einen schrägen Wellenbalken geteilt. Auf dem Helm ein geschlossener, wie der Schild tingierte Flug. Die Decken sind Rot und Weiß.

Literatur

  • Birkigt in: August Schumann, Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 14. Band, Zwickau 1827, S. 453 f.
  • Rüdiger Bier: 1500 Jahre Geschichte und Geschichten der herrschaftlichen Sitze zu Kirchscheidungen und Burgscheidungen. (unveröffentlichtes Manuskript, das im Rittergut eingesehen werden kann)

Weblinks


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