Birnen, Bohnen und Speck

Das Gericht mit dem Namen Birnen, Bohnen und Speck bzw. Bohnen, Birnen und Speck, regional auch mit den plattdeutschen Namen „Beer'n, Bohn un Speck“, „Grööner Hein“, „Grönen Heini“ bezeichnet, ist vor allem im Raum Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg bekannt. Aufgrund der erforderlichen Zutaten lässt sich das Gericht in seiner originalen Form vornehmlich in den Monaten August und September zubereiten.

Birnen, Bohnen und Speck

Es handelt sich um eine Art Eintopf, in dem als Hauptbestandteile Birnen, Bohnen und Speck enthalten sind. Als selbstverständlicher Bestandteil norddeutscher bäuerlicher Küche kommen die nicht im Namen erwähnten Kartoffeln hinzu.

Zutaten

Meistens werden gebrochene Grüne Bohnen (Brechbohnen) verwendet. In Hamburg sind auf den Märkten gelegentlich noch „Türkische Erbsen“ zu finden, eine Vierländer Bohnensorte, die früher hauptsächlich für dieses Gericht verwendet wurden. Zu den Bohnen werden während der Zubereitung auch einige Zweige Bohnenkraut beigegeben.

Die zu diesem Gericht gehörigen Birnen sind Kochbirnen, die vor allem durch ihre „Ungenießbarkeit“ nicht als „Frucht aus der Hand“ zu bezeichnen sind. Sie sind klein, grün, steinhart und haben nicht die Süße und Saftigkeit der populären Edelsorten. Diese Birnen sind vor allem auf Märkten und in kleinen Gemüseläden erhältlich. Im Hamburger Raum werden als Variationen die „Vierländer-“ und die etwas süßere „Finkenwerder-“ Kochbirnen angeboten. Die Vierländer Sorte hat nach dem Kochen eine geringfügig festere Konsistenz, die von vielen bevorzugt wird. Diese Kochbirnen sind nur von Juli bis September, zudem abhängig vom Wetterverlauf, erhältlich. Als letzte Notlösung für diejenigen, die den richtigen Zeitpunkt verpasst haben, bieten sich Birnen der Sorte „Bürgermeisterbirne“ an. Sie sind im ungekochten Zustand aber nicht so hart und deutlich süßer.

Der Speck, der hier verwendet werden kann, ist durchwachsener geräucherter Speck. Auch hier kann für das Gericht in Bestform nicht „irgendein“ Speck verwendet werden. Von der Herkunft – etwa aus den Vierlanden, dem Schwarzwald oder Tirol – sind zwar alle Sorten geeignet und bieten dabei interessante geschmackliche Variationen. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Lagerung des Specks. Nur der an der Luft getrocknete und gelagerte durchwachsene Speck bringt das angenehme Zergehen der ausgekochten Fett-Schicht auf die Zunge. Speck, der – wie heute zunehmend üblich – in der Vakuumfolie hygienisch gelagert wurde, erreicht nach dem Kochen nur eine Art faserig-weiche Zähigkeit.

Der hamburgischen und schleswig-holsteinischen Vorliebe entsprechend werden zu Birnen, Bohnen und Speck noch festkochende Kartoffeln – etwa die Sorten Cilena oder Linda – gereicht. Im Land Hadeln wird, neben Speck, auch Rind- oder Lammfleisch mitgekocht.

Zubereitung

Nach Belieben wird der Speck im Ganzen oder in Portionsstücke zerteilt mit genügend Wasser aufgesetzt und zum Kochen gebracht. Währenddessen werden die Bohnen geputzt, gewaschen und in Stücke gebrochen. Nach etwa 25 Minuten Kochzeit werden die Bohnen zusammen mit dem Bohnenkraut zum Speck gegeben und mit diesen weitergekocht. Von den Birnen werden nur die Blütenansätze entfernt, die Stiele aber werden drangelassen, womit die Haut der Birnen unversehrt bleibt und sie bis zum Schluss zusammenhält. Die Birnen werden nun auf die Bohnen gelegt und alles zusammen gegart.

Derweil werden die geschälten Kartoffeln separat in Salzwasser gekocht. Gegen Schluss der gesamten Kochzeit von ca. 50 Minuten wird noch etwas Mehl mit Wasser verquirlt, in die Kochbrühe hineingerührt und diese kurz aufgekocht.

Serviert werden für jede Person auf dem Teller ein bis zwei Birnen, eine gute Portion Speck und Bohnen sowie Kartoffeln und Kochbrühe nach Belieben. Ein frisches Bier passt als Getränk gut dazu.

Variationen verzichten auf das Bohnenkraut, geben jedoch zum Schluss frische gehackte Petersilie hinzu, nehmen statt des Kochwassers Brühe (konfektionierte oder selbst gekocht) oder schmecken mit Pfeffer ab.

Weblinks

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