AL-KB
Lage des Kreises Kurbin mit dem Hauptort Laç in Albanien
Aufgegebene Fabriken nördlich von Laç

Der Kreis Kurbin (albanisch: Rrethi i Kurbinit) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens. Hauptort ist Laç. Der Kreis ist mit einer Fläche von 263 km²[1] drittkleinster Kreis Albaniens. Er gehört zum Qark Lezha. Im Kreis Kurbin leben 73.287 Einwohner (2007).[1] Die Mehrheit der Bewohner bekennt sich zum Katholizismus.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Kurbin nimmt im Norden Albaniens einen am Wasser zehn, im Landesinneren bis 15 Kilometer langen Küstenstreifen am Adria-Ufer ein. Die Küstenebene ist rund zehn Kilometer tief. Dahinter folgen weitere rund zehn Kilometer Hügel- und Bergland, die nördlichen Ausläufer der Skanderbeg-Berge. An der östlichen Grenze zum Kreis Mat werden Höhen von über 1000 m erreicht. Die Maja e Hutit ist der höchste Punkt im Kreis mit 1316 m. Im Norden wird der Kreis durch den Fluss Mat begrenzt. Im Süden endet der kurze Küstenstreifen des Kreises bei der Mündung des Ishëm.

Die Küstenebene wurde erst von den Kommunisten vollständig entsumpft. Bis dahin war die Gegend kaum bewohnt; die wenigen Gebäude wurden auf Stelzen errichtet. Nördlich von Mamurras gab es ausgedehnte Wälder, die berüchtigt waren für Räuberbanden, die sich dort versteckten und Durchreisende überfielen. Von diesen Wäldern ist kaum mehr etwas übrig.

Am südlichen Ortsrand von Laç gibt es Schwefelquellen.

Wirtschaft

Nach der Schließung der Industrien in Laç und Mamurras ist ein Großteil der Bevölkerung wieder in der Landwirtschaft tätig. Die Arbeitslosigkeit gilt als die größte im ganzen Land. Trotz allem war das Gebiet auch in den letzten Jahren noch Ziel von Migranten aus den Berggebieten Nordalbaniens.

Mit dem Bau der neuen Schnellstraße von Tirana nach Lezha in der Küstenebene sind die Dörfer und Städte Kurbins vom Durchgangsverkehr befreit. Andererseits braust „das Leben“ jetzt an Kurbin vorbei, da die Orte nur schlecht mit der Schnellstraße verbunden sind. Die Eisenbahn-Linie der Hekurudha e Shqipërisë ist ebenfalls von keiner wesentlichen Bedeutung.

Auch der Fremdenverkehr hat sich in Kurbin noch kaum entwickelt. Der Strand von Patok verfügt über eine unterdurchschnittliche Infrastruktur. Zudem bestehen Bedenken über die Qualität des Wassers an diesem Küstenabschnitt, da der Fluss Mat noch immer viel Industrieabwässer mit sich führen dürfte. Auch rund um die stillgelegten Fabriken von Laç ist die Umweltverschmutzung erheblich.

Geschichte

Erstmalige Erwähnungen der ethnographischen und geographischen Region Kurbin stammen aus dem 14. Jahrhundert. Damals wurde die Gegend Korbin oder Korvin genannt. Gemeint war damit insbesondere das Hügel- und Bergland zwischen Kruja und dem Mat. Die versumpfte Küstenebene wurde erst im 20. Jahrhundert bewohnbar gemacht. Das historische Zentrum von Kurbin ist das Dorf Delbnisht, einige Kilometer östlich von Laç. Die Frauen aus Kurbin tragen die Tracht der Mirdita, während die Männer die Tracht Krujas tragen.

Bis in die frühen 1990er Jahre gehörte Kurbin zum Kreis Kruja. 1992[1] wurde er als Kreis Laç gegründet. 1999 erhielt der Kreis seinen aktuellen Namen. Die offizielle Abkürzung lautet seither KB. Auf Kfz-Kennzeichen wird aber noch immer der Kürzel LA verwendet.

Gemeinden

Städte: Laç, Mamurras.
Gemeinden: Fushë-Kuqja, Milot.

Einzelnachweise

  1. a b c Këshilli i Qarku Lezhë. Abgerufen am 13. Januar 2009.

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