Bisamdistel
Nickende Distel

Nickende Distel (Carduus nutans)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Ringdisteln (Carduus)
Art: Nickende Distel
Wissenschaftlicher Name
Carduus nutans
L.
Nickende Distel (Carduus nutans), Illustration.

Die Nickende Distel (Carduus nutans), auch Bisamdistel genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Nickende Distel ist eine verzweigte, zweijährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht. Die wechselständigen Laubblätter weisen einen stark bewehrten Blattrand auf und stehen sowohl in einer bodenständigen Rosette als auch am Stängel verteilt. Die Stängelblätter bilden „Flügel“ am Stängel.

Die Nickende Distel fällt durch ihre 2 bis 6 cm breiten, fast kugeligen Blütenstände auf. Die Hüllblätter oberhalb des eiförmigen Blütengrundes sind eingeschnürt und dann meist mit starrer, zurück gebogener Stachelspitze versehen. Die körbchenförmigen Blütenstände enthalten über 100 Röhrenblüten. Die Röhrenblüten sind purpurrot und süßlich duftend. Die Achänen sind gerippt, sind etwa 4 mm lang und haben einen Pappus.

Ökologie

Es handelt sich um eine Halbrosettenpflanze, d. h. im ersten Jahr bildet sie eine Rosette aus, im zweiten Jahr einen Blütenstandsschaft und nach der Fruchtbildung stirbt sie ab.

Die Dornspitzen der Blätter dienen als Kondensationspunkte für zusätzliche Wassergewinnung an trockenen Standorten sowie als Fraßschutz gegen Weidetiere. Letzteres kann vor allem wegen der geringen Produktivkraft an sehr trockenen Standorten von Bedeutung sein.

Der Nektar steigt in der 1 cm langen Kronröhre auf. Es findet reichlicher Insektenbesuch statt, besonders von langrüsseligen Hummeln und Faltern. Schwebfliegen fressen den Pollen. Die Blütezeit ist von Juli bis September.

Die Achänen besitzen einen hygroskopischen Pappus: Es handelt sich um Schirmchenflieger, Wasserhafter (bei feuchtem Wetter). Die Ausbreitung ist auch durch Ameisen oder bei Bearbeitung der Fruchtstände durch Distelfinken möglich. Die Früchte sind sehr ölreich. Die Fruchtreife ist von September bis Oktober.

Unterarten

Diese Art ist bezüglich der Größe der Blütenstände und der Ausgestaltung der Hüllblätter und deren Behaarung äußerst formenreich.

In Mitteleuropa unterscheidet man vier Unterarten:

  • Alpine Nickende Distel (Carduus nutans ssp. alpicola)
  • Gewöhnliche Nickende Distel (Carduus nutans ssp. nutans)
  • Breitschuppige Nickende Distel (Carduus nutans ssp. platylepsis)
  • Großschuppige Nickende Distel (Carduus nutans ssp. macrolepsis)

Standorte

Man findet die Nickende Distel ziemlich häufig in offenen Wildkraut-Gesellschaften, an Wegen, Schutt- und Verladeplätzen, an Böschungen, in überbesetzten Magerweiden, auf sommerwarmen, meist kalkhaltigen Böden. Nach Ellenberg ist sie eine Lichtpflanze, ein Stickstoffzeiger und eine Verbandscharakterart der Eselsdistel-Gesellschaften (Eselsdistel Onopordum acanthium L.).

Die besonders schöne und auffällige Distelart breitet sich nicht selten auf Magerweiden aus, wenn der Viehbesatz für die Fläche zu hoch ist. Dann werden die übrigen Pflanzen tief abgegrast und nicht selten der Boden verwundet. Dadurch entstehen ideale Voraussetzungen für die Zunahme von Disteln, die das Vieh verschmäht.

Allgemeines

Alle Disteln sind wichtige Nährpflanzen für Körnerfresser, sie sind deshalb durchaus auch „nützliche“ Ruderalpflanzen und für Wildpflanzengärten zu empfehlen. Die Nickende Distel ist zur Blume des Jahres 2008 gewählt worden.

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