AL-PG
Karte von Albanien mit der Lage des Kreises Pogradec mit dem Hauptort Pogradec
Das Dorf Lin am Ohridsee

Der Kreis Pogradec (albanisch: Rrethi i Pogradecit) ist einer der 36 Verwaltungskreise Albaniens. Der Kreis hat eine Fläche von 725 km². Er liegt im Osten des Landes und gehört zum Qark Korça. Benannt ist er nach dem Hauptort Pogradec. Rund zehn Prozent der Bevölkerung von rund 71.000 Einwohnern (2006, Schätzung) gehören der mazedonischen oder der aromunischen Minderheit an. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung zählt sich zum muslimischen Glauben (Sunniten und Bektashi), der Rest ist orthodox oder ohne Glaubensbekenntnis.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Kreis Pogradec nimmt das rund 30 km lange albanische Ufer des Ohridsees ein, den Albanien mit Mazedonien teilt. Am Südende des Sees liegt Pogradec, dahinter erstreckt sich eine kleine Ebene. Ansonsten ist der See, der auf 695 m über dem Meeresspiegel liegt, von ansehnlichen Bergen umgeben, die regelmäßig Höhen von 1500 m erreichen, im Südosten erhebt sich der Mali i Thatë sogar auf 2287 m. Die Kreisgrenzen enden in der Regel bereits an den Kämmen der den See umgebenden Berge. Nur westlich von Pogradec schließt die Grenze auch noch das nächste Tal ein – den weit verästelten Oberlauf des Shkumbin. Ganz im Südwesten des Kreises erhebt sich in den Mokra-Bergen der höchste Punkt des Kreises: der 2373 hohe Mali e Vallamarës.

Im Kreis Pogradec wurde zur kommunistischen Zeit an zahlreichen Stellen Nickel, Braunkohle und Chrom abgebaut. Von großer Bedeutung war insbesondere das Bergwerk Gur i kuq (Roter Stein) drei Kilometer nördlich von Pogradec, eine der wichtigsten Eisen-Nickel-Lagerstätten Europas. Die Arbeiten im Bergwerk wurden 1994 eingestellt. Die Produktionsanlagen waren nach der Öffnung Albaniens für den internationalen Markt nicht mehr rentabel. Übrig geblieben sind 350.000 Tonnen Abraumhalden, die Industrieruinen am Berghang und die einstige Bahnverladestation für das aufbereitete Erz direkt am Seeufer.[1] Unter den in den See abgeleiteten Schwermetallabwässern leidet das Ökosystem aber noch heute.

Die Beeinträchtigung der Umwelt ist in Pogradec ein großes Thema. Internationale Projekte versuchen, durch den Bau von Kläranlagen der Verschmutzung des Sees Einhalt zu gebieten. Auch die Überfischung ist ein Problem. Die endemische Ohridforelle (Salmo letnica; mazedonisch: Ohridska pastrmka; albanisch: Koran; englisch: Ohrid Trout), ein beliebter Speisefisch, ist bedroht.

Geschichte

In der Ortschaft Lin, an der Römischen Fernstraße Via Egnatia gelegen, wurden Überreste aus römischer Zeit gefunden. Der Name Pogradec geht auf eine serbische Burg zurück. An gleicher Stelle hatten aber auch schon die Illyrer eine Festung errichtet. Eine weitere Sehenswürdigkeit aus illyrischer Zeit sind die Königsgräber von Selca e Poshtme aus dem 4. Jahrhundert vor Christus. Nicht weit davon liegt die Golik-Brücke, eine von den Osmanen im 17. Jahrhundert erbaute Brücke über den Fluss Shkumbin.

1924 verlor der Kreis Pogradec und Albanien ein kleines Stück Land. Ahmet Zogu, damals Ministerpräsident Albaniens, überließ das direkt an der Grenze gelegene Kloster Shën Naum Jugoslawien. Er hatte zuvor von der Regierung in Belgrad Geld erhalten, um sich eine Söldnertruppe zulegen zu können, mit deren Hilfe er seine politischen Gegner aus der Hauptstadt Tirana vertrieb und die Macht im Land übernahm.

Wirtschaft

Pogradec war immer ein Badeort. Gerade bei den kommunistischen Herrschern war das im Sommer nicht ganz so heiße Klima Ostalbaniens beliebt. Östlich von Pogradec war ein ganzer Strandabschnitt der Nomenklatura von Enver Hoxha vorbehalten.

Der Sommertourismus lebt allmählich wieder auf. Entlang des Seeufers, besonders im kleinen Ort Tushemisht, fünf Kilometer von Pogradec an der mazedonischen Grenze, sind einige Hotels und Restaurants entstanden.

Verkehr

Bis zum Bergwerk Gur i kuq wurde in kommunistischer Zeit eine Eisenbahnlinie errichtet, die den Kreis vom Shkumbin-Tal aus durch Albaniens längsten Tunnel erreicht. Die albanischen Eisenbahnen HSH bedienen die Strecke heute noch ein Mal täglich. Die wenigen Kilometer von Gur i kuq bis nach Pogradec werden von Bussen bedient.

Die Straße von Elbasan in Mittelalbanien bis zum Pass Qafa e Thanës an der Kreisgrenze westlich von Lin ist gut ausgebaut. Es handelt sich um den Paneuropäischen Verkehrskorridor VIII. Auch die Fortsetzung der Straße über Pogradec nach Korça wird ausgebaut. Dank der beiden Grenzübergänge zu Mazedonien bei Lin und bei Tushemisht östlich von Pogradec ist die Region auch sehr gut mit dem Ausland verbunden.

Gemeinden

Städte: Pogradec.
Gemeinden: Buçimas, Çërrava, Dardhas, Hudenisht, Proptisht, Trebinja, Velçan.

Weblinks

Quellen

  1. Environmental Situation of Lake Ohrid and its Trends

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