Bischofskrone
Papst Shenouda III. von Alexandrien mit Stephanos

Die Stephanos (aus dem griechischen für „Krone“), im armenischen Ritus auch Saghavart, ist die traditionelle liturgische Kopfbedeckung der Bischöfe und Patriarchen vieler Orthodoxer und Unierter Ostkirchen. Auch andere ostkirchliche Würdenträger, z. B. Erzpriester und Archimandriten (Oberer eines ostkirchlichen Klosters bzw. Ehrentitel für Priester), tragen die Stephanos.

In Verwendung und Bedeutung ist die Stephanos der Mitra gleichgesetzt. Somit zählt sie ebenfalls zu den Pontifikalien.

Inhaltsverzeichnis

Aussehen und Form

Die Stephanos ist eine kugelförmige geschlossene Krone. Sie ist zumeist mit Edelsteinen geschmückt und wird von vier Zierstreifen überkreuzt. Am Ende jedes dieser Streifen ist normalerweise eine Ikone angebracht. Neben reinem Gold werden für Stephanos-Mitren auch farbige Stoffe, vor allem Seide (als Brokat- oder Damaststoff), verwendet. Dieser ist meist mit aufwendigen Stickereien verziert.

Je nach Träger ist auf der Oberseite der Krone ein Kreuz, liegend oder stehend, angebracht.

Geschichte

Die Stephanos ist der imperialen Krone des späten Byzantinischen Reiches nachempfunden. So wurde sie von den ostkirchlichen Bischöfen erst nach dem Fall von Konstantinopel (1453) getragen. Während des darauf folgenden Millet-Systems im Osmanischen Reich trug allen voran der Patriarch von Konstantinopel als Vorsteher des Orthodoxen Millets die Stephanos gemeinsam mit anderen Insignien wie dem Sakkos und dem Epigonation auch als Zeichen der übertragenen weltlichen Herrschaftsgewalt.

Besonderheiten

Vor allem in Bezug zum Kreuz auf der Stephanos gibt es verschiedene Traditionen. So ist es in allen Kirchen gleich, dass nur Bischöfe und höhere Amtsträger ein Kreuz auf der Krone tragen, wobei dieses in den griechischen Riten immer aufrecht steht. In der russischen Tradition hingegen liegt das Kreuz bei einfachen Bischöfen flach auf der Stephanos, während nur Erzbischöfe und höhere Kleriker ein stehendes Kreuz besitzen.

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