Bischofsried
Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Dießen am Ammersee
Dießen am Ammersee
Deutschlandkarte, Position von Dießen am Ammersee hervorgehoben
47.9511.1544Koordinaten: 47° 57′ N, 11° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Höhe: 544 m ü. NN
Fläche: 82,64 km²
Einwohner: 10.154 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86911
Vorwahl: 08807
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 114
Adresse der Marktverwaltung: Marktplatz 1
86911 Dießen a. Ammersee
Webpräsenz:
Bürgermeister: Herbert Kirsch (Dießener Bürger e.V.)

Dießen am Ammersee (amtlich: Dießen a.Ammersee) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und liegt am Südwestende des Ammersees.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Dießen liegt im bayerischen Voralpenland am Ammersee, etwa 40 Kilometer südwestlich von München.

Der Ort Dießen selbst zieht sich vom Ufer des Ammersees das Hochufer hinauf bis zum ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift. Dort grenzt gegen Westen das Dorf St. Georgen an. Einige Kilometer weiter im hügeligen Hinterland liegen die ehemaligen Gemeinden und heutigen Ortsteile Dettenschwang, Dettenhofen und Obermühlhausen. In unmittelbarer Nähe des Ammersees finden sich dagegen die Dörfer und Weiler der ehemaligen Gemeinde Rieden, darunter Riederau, Bierdorf und St. Alban.

Ortsteile

  • Dettenhofen mit den Weilern und Einöden Pitzeshofen und Ummenhausen
  • Dettenschwang mit Oberhausen, Unterhausen, Wolfgrub und Abtsried
  • Obermühlhausen mit Oberbeuern, Unterbeuern und Schlöglhof
  • Riederau mit Rieden, Bierdorf, St. Alban, Gut Romenthal, Lachen, Engenried und Hübschenried
  • St. Georgen mit Wengen, Bischofsried, Ziegelstadl und Seehof

Geschichte

Das Augustinerchorherrenstift Dießen entstand vermutlich im 9. Jahrhundert im Ortsteil St. Georgen und wurde von den Grafen von Andechs im 12. Jahrhundert neu gegründet. 1140 überließen sie dem Stift den Ort Dießen. Dieser wurde 1231 "civitas" (Stadt) genannt, verlor seine Rechte aber bald an das Kloster und wurde erst 1326 wieder zum Markt erhoben. Die Klosterkirche, das Marienmünster, wurde in den Jahren 1732 bis 1739 durch den Barockbaumeister Johann Michael Fischer neu errichtet. Das Kloster wurde 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst; Teile der Klosteranlage wurden abgebrochen. Die erhaltenen Gebäude des Klosters erwarben nach dem Ersten Weltkrieg die Barmherzigen Schwestern.

1818 entstand mit dem Gemeindeedikt in Bayern die heutige politische Gemeinde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde Dießen Anziehungspunkt von Künstlern und ein Zentrum der Kunstgewerbe-Bewegung. 1934 erfolgte die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Diessener Kunst (ADK).

Politik

Marktgemeinderat

Die Sitzeverteilung im Marktgemeinderat.
Jahr CSU SPD Grüne FW DB UBV BP o.K. gesamt Wahlbeteiligung in %
2008 6 2 3 4 4 2 1 2 24 62,4
2002 7 2 2 4 2 2 1 0 20 63,5

FW = Freie Wähler Dießen
DB = Dießener Bürger
UBV = Unabhängige Bürgervereinigung
BP = Bayernpartei
oKD = offener Kreis Dießen

Bürgermeister

Bürgermeister ist Herbert Kirsch (Dießener Bürger e.V.), sein Stellvertreter ist Peter Fastl (2. Bürgermeister, Freie Wähler)

Sehenswürdigkeiten

Weithin bekannt und auf einer Anhöhe auch vom See aus gut sichtbar ist das in den Jahren 1732–1739 von Johann Michael Fischer errichtete Dießener Marienmünster, das bis 1803 Mittelpunkt des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts war. Auch eine Museumsausstellung im berühmten Carl-Orff-Museum kann man besuchen.

Sport

Der Markt bietet neben drei Strandbädern auch eine der ältesten und größten Binnen-Segelschulen Deutschlands mit Segelbootverleih unter anderem Traditionsschiffe. Am See finden sich große Fußballplätze und eine Minigolfanlage. Auch der Tretbootverleih ist in den Seeanlagen möglich. Weite Fahrrad- und Wanderwege ermöglichen eine schöne Tour um den ganzen See. (etwa 45 km lang)

Regelmäßige Veranstaltungen

Dießen ist bekannt für seinen alljährlich von Christi Himmelfahrt bis zum folgenden Sonntag an der Uferpromenade stattfindenden Töpfermarkt. Jährlich findet an Maria Himmelfahrt der Dießener Kunsthandwerkermarkt statt. Ende Mai findet meist das sogenannte „Brunnenfest“ statt. Am zweiten Sonntag im August findet "Der große Flohmarkt zum Seefest" in den Seeanlagen statt, an jedem dritten Sonntag im September in der malerischen Mühlstraße, die zum See führt, alljährlich der "Marktsonntag".

Weitere Attraktionen sind der gemütliche Weihnachtsmarkt, der meistens am ersten Adventswochenende direkt vor dem berühmten Marienmünster stattfindet, und die „Britische Woche“. Alle zwei Jahre veranstaltet der Freundeskreis Ammersee-Windermere e.V. im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Windermere (Lake District, UK) Mitte September diese Woche der Begegnung, bei der kulturell und kulinarisch auf die seit 1998 bestehende Beziehung hingewiesen wird.

Persönlichkeiten

in Dießen am Ammersee geboren

mit Dießen am Ammersee verbunden

  • Johann Michael Feuchtmayer der Jüngere (1709–1772), war Bildhauer und Stuckateur, fertigte 1739 den Stuck im Marienmünster Dießen
  • Walter Becker (1893–1984), Künstler; ab 1974 verbrachte er seine letzten Lebensjahre in Dießen; dort schuf er ein abstrahierendes Alterswerk
  • Carl Orff (1895–1982), Komponist und Musikpädagoge; lebte ab 1955 im Ortsteil Sankt Georgen
  • Manfred Curry (1899–1953), Wissenschaftler, Arzt, Erfinder, Segler und Buchautor; wohnte lange Zeit seines Lebens im Ortsteil Riederau
  • Sir Roger Casement (1864–1916), irischer Freiheitskämpfer; lebte 1915 ebenfalls in Riederau
  • Johanna Sibelius (1913–1970), Drehbuchautorin und Schriftstellerin, lebte hier
  • Barbara König (* 1925), Schriftstellerin und Hörspielautorin; lebt hier
  • Juliane Banse, (* 1969), international gefeierte Opernsängerin; lebt hier mit Mann (Christoph Poppen (* 1956)) und ihren Kindern

Dießen zog in seiner Vergangenheit viele Künstler in seinen Bann, die hier arbeiteten und lebten, darunter Carl Spitzweg, Wilhelm Leibl, Fritz Winter, Hermann Nitsch und Edgar Reitz.

Siehe auch

Literatur

  • Dagmar Dietrich: Ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift Diessen am Ammersee. Schnell und Steiner, München und Zürich 1986. ISBN 3-7954-0618-8

Weblinks


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